So, die
paar Tage sind rum, heute bin ich früh aufgestanden und habe angefangen zu tippen, bevor ich alles vergesse. ;-)
Manche haben es ja mitbekommen, dass ich zurzeit sehr viel um die Ohren habe. Im Blog ist es ruhig geworden, die
Events im Gärtnerblog habe ich aufgegeben (im Augenblick macht
Sus diese alleine und freut sich sicher über Verstärkung!) und zum Kommentieren, Mails beantworten oder Social Networken bleibt fast keine Zeit.
Da war es eine willkommene Abwechslung, von
HP eine Auszeit geschenkt zu bekommen. Wie
Zorra,
Peggy,
Claudia,
Sivie,
Katharina,
Mia und zwei Journalisten hatte ich die Einladung zu einem
HP-Event mit
Johann Lafer angenommen und habe vorletzte Woche 24 wunderschöne Stunden in Rheinland-Pfalz verbracht.

Ein herzlicher Dank geht an
Claudia für dieses Foto. Ich habe mich ehrlich gesagt ziemlich laienhaft angestellt, als es darum ging, mit einem mir nicht gut in der Hand liegenden Messer ein Filet aus diesem Prachtexemplar von Steinbutt zu schneiden.
Aber der Reihe nach:

Anreise war am Dienstag Abend und ich war froh, nach einer Fahrt quer durch Deutschland bei schönem Wetter und viel Stau doch noch rechtzeitig, wenn auch ziemlich erschöpft, auf der
Stromburg anzukommen.
Es blieben ein paar Minuten, um in meinem noblen Zimmer (ich hatte
dieses Deluxe-Zimmer, benannt nach
Bernard Loiseau, über den ich mal eine Biografie gelesen hatte) kurz zu duschen und mich umzuziehen, dann ging's auch schon los mit einem roséfarbenen Champagner als Apéritif zum Auflockern und dem Kennenlernen der anderen Teilnehmer in der Lobby.
Insgesamt neun Gäste (1 Mann als Hahn im Korb), dazu drei Damen von HP und eine von der PR Agentur. Also ein überschaubarer Kreis. Lauter nette Menschen, die sich nach einem kurzen Beschnuppern viel zu sagen hatten.

Es ist immer wieder super, wenn man Foodblogger trifft, die man bisher nur von ihren Blogs kennt. Ein bekanntes Gesicht habe ich auch getroffen: Es war toll,
Zorra wieder zu sehen; diesmal nicht in
Spanien.
Die Geschmacksexplosionen auf den Löffeln auf dem Foto links waren fantastisch: Von oben nach unten Lachs an einer Avocadocreme, Praline von Foie Gras im Mantel von Himbeeressiggelee mit Sommertrüffel, Frischkäsepraline im Walnuss-Wasabimantel auf Kürbiskernpesto und ein Bonbon von Campari und Orange. Mmhmm, das zergeht auf der Zunge. :-)
Weiter ging's ins
Restaurant Le Val d'Or, das an diesem Abend geschlossen war, bis auf uns und eine weitere Gruppe, die aber woanders gegessen hat. Wir bekamen einen "kleinen Gruß" des Küchenteams: Süßlich gebeizter Saibling auf Apfelperlen mit Joghurt, Creme von Steinpilz mit Ochsenschwanzragout und Parmesanschaum und ganz rechts auf dem Foto gebackener Steinpilz auf Sauce Remoulade - zusammen in einer Holzschachtel serviert:

Danach wurde die Vorspeise "Flusskrebse nach Wiener Art" kredenzt: Flusskrebsschwänze in Tomaten-Knoblauchbutter glaciert auf einer Panade vom Wiener Schnitzel, Tatar von Flusskrebs mit einer Mango-Creme-Fraiche, bunter Kartoffelsalat, Essenz von Flusskrebsen mit Wurzelgemüse und Scherenfleisch, begleitet von einer 2008er Riesling Spätlese trocken vom Weingut Königswingert in Guldental, Nahe.

Imposant fand ich das "Steinpilze - Tee [Essenz : Pudding : Savarin]" genannte Gericht auf dem Foto in der Mitte: Eine Essenz von Steinpilz aufgegossen auf einem Pudding, Ragout und Savarin mit einem in Olivenöl marinierten Steinpilz sowie Steinpilzmehl auf dem Tellerrand. Das Steinpilzmehl schmeckte wirklich extrem nach Steinpilz. :-)

Eigentlich wäre ich danach schon fast satt gewesen, aber bevor der Hauptgang kam, bot sich die Gelegenheit für etwas Bewegung. Wir wurden eingeladen, einen Blick in die Restaurantküche und in den Weinkeller zu werfen.
Danach war im Magen wieder Platz und er bekam „Soonwald Reh”: Rosa gebratenes Rückenfilet auf einem Pfifferlingstatar mit Karotten, diese in Tahiti-Vanillie glaciert, Granny-Smith-Apfelsalat mit geräuchertem Rehschinken und Cranberries, ein mit Holundercreme gefüllter Krapfen auf einer Birnen-Pastinaken Mousseline sowie Birnenchutney an einer gelierten Rehessenz, perfekt begleitet von einem 2006 St. Laurent vom Weingut Montigny in Laubenheim, Nahe. So sah das dann aus:

Spannend war der Krapfen in Kombination mit dem Rest. Wir haben kurz darüber diskutiert, dass man auch Berliner oder Pfannkuchen dazu sagen könnte und wessen Aufgabe es wohl war, die Minipilze so geradlinig anzuordnen.
Das Dessert wurde auf einer Schieferplatte serviert.

Besonders gut fand ich die Eiscreme von Caramel, die mit Keksstücken und gebackenen Strudelteig links auf dem Foto zu sehen ist. Positiv interessant war das Parfait von Caramel im Geleemantel von Apfel mit Apfel-Vanillie Ragout, meiner Meinung nach etwas flach die Creme Caramel mit Balsamico, Kresse und Apfelperlen. Auch die Mini-Baisers mit Apfelgeschmack waren nicht so meins, sie geben optisch natürlich etwas her.
Wer schon einmal in einem Gourmet-Restaurant gegessen hat, weiß, dass der Genuss damit immer noch nicht zu Ende ist... Weiter ging's mit hübsch dekorierten süßen Kleinigkeiten, die immer für mehrere Personen gedacht waren und unterschiedlich geschmeckt haben. Wir waren so satt, dass wir uns diese Miniportionen teilweise noch geteilt haben. Im großen und ganzen waren sie mir zu süß. Danach gab's noch Pralinen (ich hatte eine mit Lavendel und Aprikose und eine zweite mit etwas krokantigem, glaube ich).

Was die süßen Bestandteile des Menüs anging, war ich ein klitzekleinwenig enttäuscht, da hatte ich mir von dem gelernten Pâtissier Lafer doch mehr erwartet - aber wahrscheinlich ist das subjektiv und ich war nach all den Köstlichkeiten zuvor schon so verwöhnt, dass sich keine Steigerung mehr einstellen konnte... ;-)
Das Menü war jedenfalls eines Sternerestaurants angemessen, sehr sehr abwechslungsreich, gute Zutaten, perfekte Zubereitung, sehr gut. Schön fand ich auch, dass zu dem Essen Weine aus der Region serviert wurden.

Das Essen zog sich bis kurz vor Mitternacht hin. Ich hatte vorgeplant und ein weites Kleid an, so dass Platz für viel Essen war. ;-)
Die Nacht war dann auch viel zu kurz. Vor dem Frühstück habe ich in meinem Zimmer noch die kleine Kaffeemaschine ausprobiert, praktisch.
Nach dem Frühstück (das natürlich auch super war, aber ich hatte wirklich keinen Hunger...) habe ich mir kurz den Garten der Burg bei Tageslicht angesehen, bevor es weiter nach Guldental ging.

In Guldental finden sich wenige Parkplätze und neben dem Haus der Lafers das Fernsehstudio und die Kochschule.
Nach meiner langwierigen Parkplatzsuche kam ich etwas spät, so dass ich die ersten Minuten verpasste. Auf meinem Stuhl fand sich bereits eine Tüte mit einer Mappe mit den Rezepten und einem Notizbuch - und es sollte bald los gehen. Zuvor wurden wir noch kurz darüber informiert, dass im Hause Lafer alles, was IT angeht, mit HP gelöst ist. Von der Rezeption im Hotel bis hin zu allem Schnickschnack in der Kochschule. Beeindruckend war der große Monitor, auf dem am Anfang Videos abgespielt wurden, der sich dann aber zum Bedienpult für die Show entpuppte.

Von der gegenüberliegenden Seite bediente Johann Lafer per Handbewegung (statt Maus) das Menü und wählte Begrüßung, Apéritif, Kochen 1, Essen 3, Urkunde oder gar Candlelight oder Party aus. Entsprechend reagierte die Technik im Raum - die Beleuchtung, die Musik, alles. Schon beeindruckend...

Das war dann auch schon fast alles an Werbeaktion - also alles nicht so schlimm wie andere Blogger schon befürchtet hatten. Im Gegenteil, schön entspannt!
Zwei
TouchSmart Notebooks lagen herum, wir konnten ganz am Ende der Veranstaltung damit spielen. Schön ist, dass man damit herkömmlich tippen kann oder eben auch eine Eingabe durch Berühren des Bildschirms tätigen kann - oder man schreibt auf den Bildschirm und probiert, wie gut Texterkennungssoftware heutzutage schon ist. Benutzerfreundlich.
Die Rezepte lagen ausgedruckt da, damit wurde gekocht - wie bei mir auf der Spielwiese auch. :-)
Der Raum ist der Länge nach zweigeteilt, eine Hälfte mit Tisch und Platz fürs Essen, die andere ist eine große Küche, in der schon zwei Assistenzköche auf uns warteten. Eine Überraschung gab's auch hier: Fabian, einer der
Hüttenhelfer, arbeitet hier und hat nicht nur mir einiges beigebracht.

Die Küche ist modern und hoch funktional eingerichtet - ein Gemeinschaftsprojekt mit dem
Fraunhofer-Institut. Die Schränke z.B. haben keine Griffe und öffnen sich, wenn man zweimal dagegen stößt. Die Produkte, für die Lafer wirbt, werden überall eingesetzt - und manche machen Lust darauf, sie auch zu erwerben und damit die heimische Küche aufzumöbeln. Mir hat es vor allem die Induktions-Wokstelle angetan...
Was ich zuhause auch gerne hätte, war der Mitarbeiter, der ständig abgeräumt, aufgeräumt und abgespült hat. Wir Kochschüler haben dabei zwar auch geholfen, aber es blieb genügend Arbeit für den netten Herrn.

Viel geschnibbelt, gebrutzelt, gebacken, dekoriert wurde an diesem Tag. Mich haben die frischen Zutaten beeindruckt - bei uns auf dem Land tue ich mich schwer damit, bei meinen Spontanaktionen ohne weite Fahrerei an frischen Koriander, Tunfisch u.ä. zu kommen - hier war alles in Hülle und Fülle vorhanden.
Unser Menü war folgendes:
- Variation vom Tunfisch
- Garnelen im Orangen-Chili-Mantel und geschmorter Paprikasalsa
- Kürbis-Curry-Süppchen mit Zitronengras-Kokos-Schaum und knusprigen Schinkenröllchen
- Steinbutt unter der Kartoffelkruste auf Kohlrabi und Rotweinbutter
- Rosa pochiertes Kalbsfilet im Kräutermantel auf Pfifferling-Gnocchi-Ragout
- Apfelkuchen mit Marzipan und Nüssen nebst einem spontanen Vanilleeis
Hier ein paar Impressionen (wenn man auf die Fotos klickt, wird das ganze größer - oder mit Hilfe der rechten Maustaste in neuem Fenster oder Tab öffnen):

Es gab keine fest eingeteilten Gruppen, jeder konnte mehr oder weniger dort mithelfen oder agieren, wo er wollte. Ich war am Anfang mit dem Filetieren des Steinbutts beschäftigt (s. Foto ganz oben), dann habe ich Fabian und Dragan beim Tunfisch unterstützt, Kohl in hauchdünne Streifen geschnitten, Gnocchiteig portioniert, zwischendurch einen fast überkochenden Topf mit Milch für das Eis gerettet, den Mürbeteig für den Kuchen verkostet, usw.
Hier der Werdegang der Garnelen:

Und so sah der Steinbutt übrigens dann auf meinem Teller aus. Wunderbar!

Die Rotweinbutter war übrigens sehr gehaltvoll - als ich gesehen habe, welche Mengen Butter unter die Sauce montiert wurden, machte ich mir kurz meine Gedanken und wünschte mir einen Schnaps herbei... ;-)
Gelernt habe ich auch, dass es bei Gnocchi auf Gefühl ankommt. Der Teig muss liebevoll, aber nicht zu lange geknetet werden, damit er die richtige Konsistenz bekommt. Irgendwie hat das nicht ganz geklappt, die Kartoffelklößchen liefen etwas auseinander, was aber nicht wirklich auffiel.

Das Kalb wurde im Vakuum für 20 Minuten bei 65 Grad gegart, danach mit Kräutern und Knoblauch gewürzt und am Schluss angebraten. Für den Hausgebrauch empfiehlt das Rezept, das Filet in Alufolie verpackt in siedendes Wasser zu geben - für die, die kein Vakuumgerät zuhause haben.

Ich fand es auch bemerkenswert, dass die Köche immer den Überblick bewahrten, nie hektisch wurden, uns Schnattergänse auch mal zum Schweigen brachten, uns vieles zeigten, genügend Zeit zum Ausprobieren, Fotografieren, Schlemmen, Genießen, Reden und natürlich auch selber Kochen ließen. Es hat richtig Spaß gemacht!
Zum Schluss bekamen wir eine Urkunde, eine Muskatmühle sowie das neueste Buch
Der große Lafer geschenkt, das ich klasse finde! Auf dem Hotelzimmer hatte schon ein Dankeschön von
HP mit Kalahari-Salz und weißem Malabar-Pfeffer sowie 2 Pralinen in einem hübschen Schächtelchen zum Mitnehmen gelegen. Weihnachten kann dieses Jahr auch nicht mehr schöner werden... :-)
Was mir in den zwei Tagen am meisten auffiel, war die Marketing-Maschinerie Johann Lafer.

Der Mann und die Produkte, für die er steht und wirbt, ist omnipräsent. In der Hotel-Lobby und in der Kochschule gibt es nicht nur seine Bücher, Gewürze, Fonds, Säfte sondern auch Kochartikel, Pralinen, usw. zu kaufen - alles mit Foto des strahlenden Meisters.
Johann Lafer selbst war menschlicher und offener als ich ihn mir vorgestellt hatte (im Fernsehen kommt man doch ganz anders rüber...) und motiviert sowie äußerst humorvoll bei der Sache, immer interessiert daran, uns etwas beizubringen und auf unsere Fragen einzugehen. Ich denke, seinen Leitsatz
Ein Leben für den guten Geschmack lebt er wirklich. Das hat mir gefallen.
Etwas irritiert waren die Nicht-Foodblogger davon, dass die ganze Zeit so viel fotografiert wurde - sowohl beim Abendessen als auch beim Kochkurs. Auf der anderen Seite hat dies den Vorteil, dass so viele an unserem Erlebnis teilhaben können - zumindest virtuell! Wir Blogger werden marketingtechnisch als
Influencer gesehen und ich hoffe, dass ich Euch mit diesem Bericht beeinflusst habe. ;-)
Weitere Berichte mit vielen Fotos findet Ihr bei
Sivie,
Claudia,
Zorra,
Mia (
2x) und
Peggy.

Wer schon einen Touchscreen sein eigen nennt, kann das neue
Rezepteportal von Johann Lafer per Fingerdruck bedienen und sich Rezepte herunterladen. Es geht aber auch klassisch mit Maus und Tastatur.
Einen Link habe ich vorhin noch zufällig gefunden, der gut passt: Es gibt ein
Web-Special von HP und Johann Lafer mit Infos zu dem HP Touchsmart PC, Tipps und Tricks sowie einem Gewinnspiel.
Vielen Dank an
Johann Lafer,
HP und die PR-Agentur
Edelman, die mir dieses Erlebnis ermöglicht haben!!!