Freitag, 13. April 2012

Ausflug: Heunischenburg

Ich habe mir überlegt, dass ich hier ab und zu Impressionen von Ausflügen veröffentlichen möchte. Für meine Reisen habe ich einen separaten Reise-Blog. Aber auch in der Nähe gibt es Interessantes zu sehen und ich schaue mir immer mal gerne etwas Neues an. Manchmal als Wochenend- oder Tagesausflug, oft einfach als Stopp auf dem Weg oder als kleiner Nachmittagsspaziergang. Damit die bei Ausflügen geschossenen Fotos nicht auf der Festplatte vergammeln und die Erinnerungen verblassen, werde ich in loser Folge darüber bloggen. Vielleicht gibt's auch mal ein Picknick oder etwas zu essen dazu. ;-)

Den Anfang macht ein Ziel, von dem ich vor kurzem noch gar nicht wusste, dass es vor meiner Haustüre liegt. Auch im heutigen Oberfranken waren die Kelten aktiv und haben bereits vor über 3.000 Jahren Befestigungsanlagen gebaut.

Eine der bekannteren ist die Heunischenburg in der Nähe von Kronach. Am Ostermontag war es kalt und regnerisch und irgendwie perfekt für eine Zeitreise.

Man erreicht das Ziel, indem man von Kronach in Richtung Mitwitz fährt, kurz hinter Gehülz findet sich dieses Schild. Dem Weg folgen, ein Parkplatz ist vorhanden.

Dies ist der Blick vom Parkplatz aus, rechts eine große blaue Tafel, gut gemacht mit ausführlichen Informationen zum Nachlesen:

(Die Fotos werden alle größer, wenn man drauf klickt!)

Die älteste wissenschaftlich erforschte Steinburg Europas nördlich der Alpen diente zur Überwachung einer Kupfer- und Zinnhandelsstraße, die wohl ins Fichtelgebirge führte. Früher muss es in dieser kleinen Siedlung heiß hergegangen sein, was viele Waffenfunde belegen.

Drei Bauperioden gab es, die erste Holzerdebefestigung wurde aufs 11. Jahrhundert v. Chr. datiert, also vor über 3.000 Jahren! Danach wurde mit Sandstein gebaut. Die Bebauer von Phase 3 waren möglicherweise die Zerstorer der 2. Periode. Die letzte Zerstörung fällt schon in die beginnende Eisenzeit Anfang des 8. Jahrhunderts, in der die Bedeutung von Kupfer und Zinn nachließ. Daher fand sich  keiner mehr, der die Siedlung wieder aufbaute; wirtschaftlich hätte sich das wohl nicht mehr gelohnt.

In den 1980er Jahren hat man die Burg genauer untersucht. 1986 und 2000 wurde ein Mauerabschnitt der letzten Befestigungsphase rekonstruiert, so dass man heute nicht nur Steinhaufen sieht. Die Pforte mit dem hölzernen Turm ist beeindruckend.

Die Anlage war mit einer mächtigen dreischaligen Steinmauer von 3,5 m Höhe und einer weit in den Innenraum hinein gezogenen Toranlage befestigt. Innerhalb der Mauern befanden sich damals Wohn- und Lagergebäude.

An drei Seiten des Areals sorgen steile Abhänge dafür, dass die Befestigung schlecht eingenommen werden konnte.

Hier sieht man noch die Torgasse, die sehr weit in den Innenraum der Anlage hineinreicht, von innen fotografiert:

Die Anlage lag weit entfernt von anderen Siedlungen. Überall liest man, dass die aufwändige Architektur dieser Befestigung Einflüsse aus dem mediterranen Raum erkennen lässt. Auch damals schon, in der Bronzezeit, waren die Menschen wohl viel unterwegs und brachten Anregungen mit...

Ich fand die Heunischenburg und das Areal darum herum sowie den Wald sehr beeindruckend und habe es genossen, dort gemütlich herumzustromern und durch die Gegend zu spazieren.

Überall liegen Steine herum, die Reste der Befestigungsmauern. 
Auch ein Wanderweg führt durch, der vom Frankenwaldverein gepflegt wird.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

Anikó hat gesagt…

Schöne Ecke, mag so alte Gemäuer und die Geschichte dahinter :-)
Und ja, gerne mehr Ausflugsgeschichten!

lamiacucina hat gesagt…

ja gerne, die Nähe liegt einem näher als die Ferne.

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Die Bäume sind ja noch kahl!!

Verboten gut ! hat gesagt…

Schöne Gegend im Sommer bestimmt noch bezaubernder ... wenn mich mal das Reisefieber packt, komme Ich gerne mal auf einen Sprung vorbei ;)

Liebe Grüße
Kerstin

Barbara hat gesagt…

@ Anikó: Schön, dass es Dir gefällt. Ich mag alte Gemäuer und war echt erstaunt, dass es hier SO ALTE gibt. :_)

@ lamiacucina: Stimmt. :-)

@ Täglich Freude am Kochen: Ja, bei uns wird es erst sehr langsam Frühling... Da merkt man, dass Ihr deutlich weiter im Süden seid!

@ Kerstin: Ja, es ist echt schön hier. Der Frankenwald ganz im Norden Bayerns ist auch eine beliebte Tourismusregion.

Kathi hat gesagt…

Thumbs up - find ich super! Ich lese gerne Ausflugsberichte und bei dir ist ja evtl. sogar mal der ein oder andere "nachmachbare" Tipp dabei :), da freu ich mich umso mehr.

Barbara hat gesagt…

@ Kathi: Danke für das Feedback, ab und zu sind wir auch noch näher bei Dir unterwegs. Auch so ist es ja echt nicht weit. :-)

torwen hat gesagt…

Oh! Archäologie und Geschichte auf deinem Blog! Wie schön :)
Eine sehr schöne Anlage, liebevoll aufgebaut und ich finde das trübe Wetter macht das Ganze sehr stimmungsvoll!

Barbara hat gesagt…

@ torwen: :-)

Ja, ich fand irgendwie auch, dass das Wetter ganz gut passte.

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