Donnerstag, 3. Mai 2012

Ricotta selber machen

Kürzlich gab's hier auf dem Blog ja die leckeren Ricotta-Gnocchi aktuell mit Bärlauch grün getupft. In den facebook-Kommentaren dazu hatte ich mich beklagt, dass ich hier in der Region so schlecht Ricotta bekomme. In weniger als 10 Minuten war die Lösung da: Lena von Coconut & Vanilla schrieb "Mach den Ricotta doch selbst."

Ja, warum eigentlich nicht... Eigentlich ist es ja nur Milch und eine Säure, etwas warten, fertig. Irgendwo hatte ich das schon mal gelesen. Aber wie genau? Zum Glück lieferte Lena den Link ihres homemade Ricotta gleich Eintrags mit. :-)

Ricotta selber machen Ich hatte nicht mehr so viel Milch im Haus und habe daher fürs erste Ausprobieren einfach die Hälfte des Rezepts gemacht. Außerdem war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Aber da ich die Ravioli mit Ricotta-Spinat-Füllung machen wollte und mir dachte, dass es dabei nicht allzu sehr darauf ankäme, habe ich es gewagt.

Auf das Sieb habe ich mangels geeigneter Tücher einfach 2 Blätter Küchenpapier gelegt, das funktionierte einwandfrei.


Ricotta
Und, was soll ich sagen?! Der Geschmack ist original, perfekt, allerbester Ricotta. Total einfach zu machen und geht schnell. Nach 2 Stunden Warten hat man ein perfektes Produkt. Genial!

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Ricotta selber machen
Kategorien:Grundrezept, Milchprodukte, Ricotta, Italien
Menge:165 Gramm Ricotta; ca. (und 300 ml Molke)

Zutaten

350mlVollmilch
125mlSahne
1/4Teel.Grobes Meersalz
1 1/2Essl.Zitronensaft

Quelle


Rezept von Lena: http://coconutandvanilla.blogspot.de/
2012/04/homemade-ricotta.html
nach dem Rezept von Smitten Kitchen
Erfasst *RK* 30.04.2012 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Milch, Sahne und Salz in einen mittelgroßen Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen bis alles 88° C warm ist. Das Ganze mit einem Thermometer überprüfen und ab und zu umrühren.

Den Topf von der Flamme nehmen und den Zitronensaft einrühren. Dazu ein oder zweimal langsam und vorsichtig umrühren. Den Topf 10 Minuten stehen lassen ohne ihn zu bewegen.

Ein großes feines Sieb mit einem Mulltuch/Käsetuch/Küchenkrepp auslegen. Über eine Schüssel hängen.
Die Masse in das Sieb schütten und den Käsebruch für ca. 2 Stunden abtropfen lassen.

Tipps:

Wenn der Ricotta gekühlt wird, wird er noch etwas fester.

Die übrige Flüssigkeit ist Molke. Man kann sie weiterverwenden oder einfach trinken.
=====

Ricotta in der Schüssel
Bei mir ergab das halbe Rezept übrigens 165 Gramm fertigen Ricotta, 40 Gramm mehr als erwartet. Vielleicht hätte ich ihn länger abtropfen lassen können, aber ich fand ihn gut so.





Danke, Lena! Du hast mich echt gerettet, ich mache ab jetzt Ricotta immer so und kann das jedem nur empfehlen.

Kommentare:

Foodfreak hat gesagt…

da muss ich nitpicken. Das ist *kein* Ricotta. Ri-cotta, wieder gekochtes, erfordert zwingend Molke. das hie rist ein schöner Quark/Frischkäse, aber eben kein Ricotta. (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Ricotta )

Hier hat @littlejamie Ricotta gemacht

http://www.littlejamie.com/index.php?id=1022

Das hier ginge dafür in Indien auch als Paneer durch :)

Dietmar hat gesagt…

Ui, und ich dachte, mein Ricotta wäre schon reichlich üppig, bei einem Töpfchen Sahne auf 2 oder 3 Liter Milch.
Das Thermometer spare ich mir, ich lasse alles einmal aufwallen und dann solange stehen, bis ich mir nicht mehr die Hand verbrenne beim Weiterverarbeiten.
Hilfreich sind Abtropfbehälter (faisselle), wie es sie in Quarkbechern in französischen Supermärkten gibt.

Bolli's Kitchen hat gesagt…

ich dachte auch, dass man die Milch erhitzen muss, ähnlich wie bei Mamia

Barbara hat gesagt…

@ Foodfreak: Ja, das Ri- ist schon klar, aber er schmeckt genauso wie der Ricotta, den ich hier kriege, auch genau denselben Nachgeschmack und ohne 50 km mit dem Auto fahren zu müssen. Originaler Ricotta ist sicherlich um Klassen besser, aber davon träume ich nicht mehr, sonst müsste ich ein paar hundert km südlich ziehen. ;-)

Lena studiert übrigens irgendwas mit Lebensmitteln, wenn ich das richtig gesehen habe, so ganz verkehrt kann's nicht sein.

@ Dietmar: Ich hätte mich mit der Temperatur verschätzt, es hat lange gequalmt, bis er endlich so heiß war. Es waren dann auch 90°C. Deine Vorgehensweise finde ich gut.

Die faisselle finde ich klasse, Véronique hatte da gerade auch erst etwas geschrieben. Man könnte tiefer in die Frischkäse-Quark-Paneer-Produktion einsteigen, evtl. auch mal mit Ziegenmilch probieren... Schöne Idee.

@ Bolli's Kitchen: Mamia sagt mir nichts, ich kannte nur das mit dem ri-cotta, also nochmal aufgekocht, und das ist hier ja nicht so. Das Ergebnis war wie gesagt optimal vom Geschmack und der Konsistenz her, ich kriege hier ja nur Industrie-Ricotta zu kaufen.

Barbara hat gesagt…

@ Foodfreak: Paneer wird aber noch mit einem Gewicht beschwert, außerdem kommt mehr Säure hinzu, der ist deutlich fester. Der hier war quarkmäßig-cremig. Aber gute Idee, Paneer könnte ich auch mal machen! :-)

Nysa hat gesagt…

:-) Dieses Rezept will ich auch bald machen. Paneer hab ich schon gemacht. Muss ich mich wohl beeilen, sonst kommst du mir mit dem Posten zuvor :p

Bonjour Alsace hat gesagt…

Hach, das MUSS ich unbedingt ausprobieren. Vielen Dank!

Barbara hat gesagt…

@ Nysa: Beeil' Dich! :-)

@ Bonjour Alsace: Wirklich einfach und total schmackhaft. Das gibt's bei uns jetzt öfter.

Ach ja, die Molke habe ich dann nach 2 Tagen im Kühlschrank doch weggekippt, irgendwie war mir nicht mehr danach...

Sybille hat gesagt…

Ich bin vergangenes Jahr durch einen engl. Blog auf dieses Rezept gestoßen und mach Ricotta jetzt immer selbst. Ist nicht "echt" schmeckt aber toll und ich weiß was drin ist.LG

Irenes Leckereien hat gesagt…

Das muss ich auch probieren ;o)), schade dass ich gerade keine Vollmilch habe ;o((.
Liebe Grüße,
Irène

prairiesummers hat gesagt…

Nach dem gleichen Prinzip kann man uebrigens auch Mascarpone herstellen. Ich kauf den hier in Canada nicht mehr, weil er mehr als bescheiden schmeckt und mit 9 Dollar unverschaemt teuer ist. Super einfach, ich habs auf meinem Blog ausprobiert und einfacher geht es schon nicht mehr.

Paule hat gesagt…

Ich habe "Ricotta" auch schon öfters nach dieser Methode selbst gemacht und finde auch, dass er genauso schmeckt, ausschaut und sich anfühlt wie der, den man zu kaufen bekommt. Es war mir aber auch nicht bewusst, dass es mit Molke genauso einfach ist Ricotta selbst herzustellen. Bei mir verwandelt sich gerade Milch in Buttermilch. Auch sehr lecker. LG

Barbara hat gesagt…

@ prairiesummers: Mascarpone, echt? Spannend! Da schaue ich gleich mal nach, wie Du den machst.

@ Paule: Das beruhigt mich, dass Du das gleiche Geschmacksempfinden hast wie ich. Ich habe mal Butter gemacht, da gab's auch Buttermilch. Lecker.

Coconut and Vanilla hat gesagt…

Ja ich hab Lebensmittel studiert ;).

Ricotta wird eigentlich aus dem Abfallprodukt Molke hergestellt. Ich würde aber nie im Leben dieses eklige Zeugs kaufen (ich kann verstehen, dass du es weggekippt hast). Außerdem braucht man sehr viel davon um Ricotta zu bekommen. Ich würde sagen für den Hausgebrauch ist das nicht machbar. Oder mir wäre das zu aufwendig.
Ich verstehe nur nicht warum Ricotta so teuer ist, da die Molke eigentlich kaum Wert hat.

Im übrigen finde ich, dass man nicht alles original zu Hause nachmachen kann/muss. Und warum auch? Das ist ja das schöne am Kochen. Und wenn dabei das gleiche Ergebnis herauskommt, ist es doch egal, dass man mit einer anderen Methode dahingekommen ist.

Ich finde den Ricotta jedenfalls genial!

Ich freue mich, dass du mit dem Rezept auch Erfolg hast und nun nie mehr Ricottaengpässe auftreten :).

Viele Grüße, Lena

susanne hat gesagt…

Ich mache mit schöner Regelmäßigkeit Paneer. Aber dieses Ricotta-Rezept werde ich mit Sicherheit bei nächster Gelegenheit testen.

Pepe Nero hat gesagt…

Liebe Manuela,
Als erstes möchte ich Dir für Deinen super lieben Kommentar bei mir bedanken! Ich habe mich sehr gefreut!
Ricotta selber machen, auf die Idee kam ich bis jetzt noch gar nicht. Find ich jedoch sehr gut. Ich komme zwar problemlos an Ricotta heran, doch wer schon mal nicht industriell hergestellte Ricotta gegessen hat, kennt den Unterschied. Das sind Welten!
Habe mich auch bei Dir ein wenig umgesehen und entdeckt, dass Du unter anderem einen Reiseblog betreibst. Sehr schön! Ich war letzten Herbst ebenfalls mit Costa unterwegs. Allerdings nicht ganz so weit weg, wie Du. Die Bilder sind toll!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Susann

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Ich bekomme gute Ricotta überall, von der Kuh von der Ziege usw. Aber coole Sache auf jeden Fall.

Gerda hat gesagt…

Schöner Tipp. Wir mögen Ricotta, das probiere ich aus.

Nysa hat gesagt…

hab mir grad nochmal das rezept gelesen. paneer mach ich genau so nur ohne die sahne. nur vollmilch... hmm... wat nu?

Barbara hat gesagt…

@ Sybille: Dich hatte ich oben vergessen, sorry. Genau, geht mir genauso. :-)

@ Irène: Probier' mal, das schmeckt Dir bestimmt!

@ Lena: Danke für die Aufklärung. Stimmt, man muss wirklich nicht alles perfekt selber machen. Hauptsache, das Ergebnis passt. Ricotta-Engpässe gehören der Vergangenheit an. :-)

@ Susanne: Paneer, das wollte ich auch schon ewig machen. Auf was indisches habe ich eh mal wieder Lust.

@ Susann: Barbara, nicht Manuela. ;-) Gerne doch, ich finde, unter Bloggern kann man ruhig auch kommentieren. Dann sieht man erst, dass man gelesen wird und wie es ankommt. Ja, Reisen ist meine eigentliche Leidenschaft! :-)

@ Magdi: In Südtirol seid Ihr eh etwas bevorzugt, was das angeht! Dafür hapert's bestimmt an frischem oberfränkischen Bier oder so was. ;-)

@ Gerda: Ich hoffe, es klappt! :-)

@ Nysa: Ah, ohne Sahne, das ist ja schon mal ein Unterschied. Nicht ganz so fett. Und gepresst, dachte ich. Aber solche Quarks dingense sind ja überall auf der Welt ähnlich.

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