Mittwoch, 9. Januar 2019

Schweizer Dreikönigskuchen

Seit einigen Jahren gibt's ja das Synchronbacken. Initiiert von Zorra und Sandra treffen sich backbegeisterte Blogger und Instagramer, um einigermaßen zeitgleich virtuell gemeinsam zu backen.

Die Idee finde ich schön, bisher scheiterte es bei mir immer am Termin - und am Thema... Gebacken wird nämlich meist am Sonntag, da habe ich oft keine Zeit. Und oft gibt's Brot, mit Sauerteig, oder ähnliche relativ aufwändige Backwaren. Also habe ich es bisher noch nie geschafft, wirklich an der Aktion teilzunehmen.

Schweizer Dreikönigskuchen

Dieses Jahr wollte ich ja erstens wieder mehr bei Blog-Events mitmachen und zweitens wieder mehr meinem eigentlichen Hobby Backen frönen. Die Hände im Teig und zwischendrin naschen, das ist meins. :-)

Also habe ich die Gelegenheit ergriffen, den typischen Dreikönigskuchen zu backen. Den wollte ich eh schon seit Jahren ausprobieren (der Beweis dafür ist 10 Jahre alt!) und die beiden Initiatorinnen lieferten gleich den Link auf ein Rezept mit.

Das habe ich mir am Samstag ausgedruckt und bin damit in die Küche marschiert.



Kurz vor knapp habe ich nämlich gelesen, dass man den Vorteig am Vortag ansetzen muss, um am Sonntag backen zu können.

Der Vorteig erhält nur ein einziges Gramm Hefe, und zwar frische. Ich habe die letzten Jahre mit frischer Hefe einige nicht ganz gute Erfahrungen gemacht und nutze inzwischen meist Trockenhefe. Aber da ich noch einen halben Würfel frische Hefe aus Tschechien (dort gibt es ja super Hefegebäck!) eingefroren hatte, habe ich den aufegetaut und am Samstagabend den Vorteig angesetzt. Wie ich das gemacht habe, steht unten im Rezept.



Am nächsten Tag hatte ich dann mit anderen Themen zu tun, so dass ich erst am späten Nachmittag dazu kam, nach dem Vorteig zu schauen und den Kuchen fertig zu machen. Zu der Zeit waren die anderen Synchornbäckerinnen schon fertig. Das war's dann mit synchron... ;-)

Hefeteig mag Wärme, und das ist zurzeit natürlich ein Problem. In meiner Küche war es zu kalt, d.h. es dauerte ziemlich lange, bis der Teig aufgegangen war. Irgendwann war meine Geduld am Ende und ich habe die Kugeln geformt, die das Rezept verlangt. Diese typische Schweizer Spezialität besteht aus 8 kleinen Kugeln, die um eine größere herum angeordnet werden. In eine dieser kleinen Teigbällchen kommt eine kleine Königsfigur oder eine Mandel. Die Tradition besagt, dass derjenige, der den König oder die Mandel findet, das kommende Jahr über Glück hat.



Die Teigkugeln werden mit einer Mischung aus Ei und Sahne bestrichen, dürfen nochmal gehen und werden dann gebacken. Beim Backen geht der Teig noch etwas auf, so dass sie sich verbinden.

Ich hatte zuvor noch etwas im Backofen und habe vergessen, die Temperatur herunterzustellen. Mein Königskuchen ist daher der schwarze unter den drei heiligen Königen. ;-)



In der Zutatenliste vom Originalrezept hat alles gefehlt, was im Rezepttext dann als Dekoration drauf kommt, z.B. gehobelte Mandeln oder Hagelzucker. Letzterer hätte mir gut gefallen, aber ich habe keinen besorgt, da er nicht aufgeführt war. Bei mir unten im Rezept steht das jetzt alles mit drin.

Ansonsten kam mir der Kuchen beim Aufschneiden erst etwas kompakt vor, das sieht auf dem obersten Foto auch so aus. Wahrscheinlich gehört der Dreikönigskuchen aber so, er ist nicht so fluffig wie z.B. Hefezopf, schmeckt aber wunderbar aromatisch und hat eine gute Konsistenz. Er eignet sich dadurch, dass er keine großen Löcher hat, auch super zum Bestreichen mit Butter. Uns schmeckt er gut. Hier das überarbeitete Rezept.  


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Schweizer Dreikönigskuchen
Kategorien: Backen, Brot, Kuchen, Hefeteig, Winter
Menge: 1 Dreikönigskuchen

Zutaten

H VORTEIG
100GrammMilch
1GrammFrische Hefe (tiefgekühlt geht auch)
100GrammDinkelmehl (Type 605)
H HAUPTTEIG
Vorteig
200GrammMilch; zimmerwarm
8GrammFrische Hefe
40GrammZucker
5GrammVanille-Zucker
200GrammDinkelmehl (Type 605)
200GrammWeizenmehl (Type 405)
10GrammSalz
1Zitrone; die Schale
60GrammButter; zimmerweich und in Stücke geschnitten
H FÜR DEN KÖNIG
1Königsfigur oder
1Mandel
H EI-STREICHE
1Ei
10GrammMilch oder Sahne
1PriseSalz
1PriseZucker
H NACH DEM BACKEN
Ahornsirup; wer mag
Hagelzucker oder Mandelblättchen
Puderzucker; wer mag

Quelle

nach https://www.besondersgut.ch/dreikoenigskuchen/;
etwas abgeändert
Erfasst *RK* 06.01.2019 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Am Vortag den Vorteig zubereiten: Milch lauwarm erwärmen, die Hefe mit einem Schneebesen gut einrühren. Das Mehl zufügen und mit einem Holzlöffel gut vermischen. Abdecken. Ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen und dann über Nacht kühl stellen, entweder in einem kühlen Raum oder im Kühlschrank.

Am Backtag den Vorteig für ca. eine Stunde in einen warmen Raum stellen, ebenso die Butter.
Milch lauwarm erwärmen und alle anderen Zutaten bis auf Zitronenschale und Butter in die Küchenmaschine geben und ca. 5-10 Minuten mit den Knethaken durcharbeiten lassen. Der Teig ist nicht sehr flüssig, die Maschine hat zu tun. (Alternativ kann man natürlich auch mit der Hand kneten.) Am Schluss die abgeriebene Zitronenschale und die Butterstücke dazugeben und den Teig nochmals 5-10 Minuten schonend kneten. Der Teig ist am Schluss relativ weich und elastisch. Abdecken und bei Zimmertemperatur 60-90 Minuten gehen lassen.

Den Teig auf die unbemehlte Arbeitsfläche geben, nochmal mit den Händen ganz kurz durchkneten. Die Waage bereit stellen und 8 Stücke à 75-80 Gramm abwiegen. Den Rest des Teiges zu einer grossen Kugel formen und diese mit der Naht nach unten auf ein Backpapier legen. Die kleinen Teigstücke ebenfalls zu Kugeln formen und mit der Naht nach unten gleichmässig nicht zu dicht - um die grosse Kugel herum platzieren. In eine der kleinen Kugeln die Königsfigur oder Mandel einpacken.

Ei mit Sahne, Salz und Zucker mit Hilfe einer Gabel gut verschlagen. Eistreiche mit einem Backpinsel auf die Kugeln geben. Eine große Schüssel über die Teigkugeln geben und den Teig weitere 30-45 Minuten gehen lassen.Währenddessen den Backofen auf Ober-/Unterhitze: etwa 190 °C, Heißluft: etwa 170 °C vorheizen. Wer hat, einen Pizzastein oder Backstein mit aufheizen.

Kurz vor dem Backen ein zweites Mal mit der Eistreiche bepinseln. Das Backpapier auf den Backstein in den Backofen geben und ca. 25-30 Minuten backen.

Noch heiss mit Ahornsirup bestreichen und mit Hagelzucker oder Mandelblättchen "bekleben". Wer mag oder wem der Königskuchen zu dunkel geworden ist, kann stattdessen auch etwas Puderzucker darüber geben. Ahornsirup hat den Nachteil, dass der ganze Kuchen klebt. Das nächste Mal würde ich vor dem Backen Hagelzucker auf den Kuchen geben.
=====

Kommentare:

  1. Dreikönigskuchen sollte eigentlich genau so fluffig (oder sogar noch fluffiger) wie ein Hefezopf sein. Er wird normalerweise auch nur aus Weizenmehl gebacken, Dinkelmehl könnte für die etwas kompakte Konsistenz verantwortlich sein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ah, okay, danke! Dann probiere ich ihn das nächste Mal mit Weizenmehl. Aber er hat uns auch so sehr gut geschmeckt.

      Löschen
  2. Ach Barbara, ich musste so lachen, du hast tatsächlich den dunklen König gebacken. ;-) Schön, dass du dabei warst und ich hoffe es passt wieder mal!

    AntwortenLöschen
  3. Herrlich, der Dunkle unter den Königen...:-) . Meistens findet man bei mir die dunklen Varianten der Synchronback-Exemplare ;-). Weil die Meute auf den Königskuchen zum Frühstück warteten, habe ich dieses Mal vor dem Ofen gelauert und mal eine normale Backfarbe hinbekommen.
    Liebe Grüße
    Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Tina,
      das freut mich ja, dass ich Dich ablösen konnte, was das gut-Durchbacken betrifft. ;-)
      Es sieht schlimmer aus als es war, aber ich hätte echt dran denken sollen, die Backtemperatur runterzuschalten. ;-)
      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen
  4. Endlich mal eine ganz andere Variante ;-), mit Butter immer lecker.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. die IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu finden sich in der Datenschutzerklärung auf dem Blog und in der Datenschutzerklärung von Google.