Donnerstag, 12. November 2009

Candida Killer

Renate hat in ihrem Blog Dies und das von der Dinkelhexe kürzlich über den Darmpilz Candida Albicans berichtet. Da fiel mir ein, dass ich dazu auch noch etwas schreiben wollte.

Im Bekanntenkreis hatten wir das Thema in letzter Zeit öfter und ich denke, es macht Sinn, die Pilze wieder bekannter zu machen. Mitte der 1990er waren sie schon mal "in", gerieten dann aber etwas in Vergessenheit.

Nach dem Frühsommer mit vielen leckeren Früchten fühlte ich mich ständig aufgebläht, müde, schnell erschöpft, verbunden mit ständigem Heißhunger auf Süßes.

Nichts half dagegen - Frühstück mit frischem Obst oder gar ein Obst- oder Fastentag, mit der Hoffnung, danach die Knöpfe an Hosen oder Röcken wieder zuzukriegen, waren kontraproduktiv. Es dauerte Monate, bis ich mehr zufällig dahinter kam, was das Problem war: Zu viel Obst...

Candida albicans ist eine Hefefamilie, die normalerweise in jedem Körper vorkommt. Hefen sind einzellige Pilze. Erst wenn der Pilz sich über die Maßen ausbreitet, beginnt er Schwierigkeiten zu bereiten. Er liebt Zucker und einfache Kohlenhydrate, die er gerne zu Alkohol vergärt. Jede 20 Minuten kann er sich auf das Doppelte vermehren.

Ursachen für eine Ausbreitung von Candida können viele sein, z.B. Antibiotika, Cortison, Hormone, Pestizide, Farbstoffe, Geschmacksverstärker in unserer Nahrung, allgemein ein gesteigerter Zuckerkonsum, der für die letzten Jahrzehnte typisch ist, emotionaler Stress oder eine Kombination von einigen dieser Punkte.

Inzwischen nimmt man an, dass der Körper die Ausbreitung von Pilzen fördert, weil er damit giftige Substanzen binden kann, um diese unschädlich zu machen. Konkret scheint das bei Schwermetallen der Fall zu sein, z.B. - was häufig vorkommt - bei einer Quecksiberbelastung von (früheren) Amalgamfüllungen. Wenn man Pilze bekämpft, sollte man sich also darum kümmern, auch einen Teil der Schwermetalle loszuwerden. Da kann ein guter Arzt oder Heilpraktiker helfen.

Man kann die Pilze in den Griff bekommen, indem man ein paar Tage auf einfache Kohlehydrate (Zucker, helles Brot, helle Nudeln, Obst, Süßigkeiten, Alkohol) sowie hefehaltige Nahrungsmittel verzichtet. Tee, Kaffee, Essig, Käse, Milchprodukte und Schweinefleisch sollten auch gemieden werden. Fasten schadet angeblich, da der Pilz sonst den Blutzucker anzapft und evtl. Organe befallen kann.

Wenn man Kohlehydrate einschränkt, kann es einem am 2. bis 4. Tag (ungefähr) schlechter gehen; Grund dafür sind Zerfallsgifte durch das Abtöten der Hefezellen. Viel Wasser und Balaststoffe sowie eine beschleunigte Darmpassage und Bewegung helfen.

Es gibt eine Menge Nahrungsmittel, die man essen kann:
  • alle Gemüsesorten (Salate lieber kurz erhitzt als roh, z.B. im Wok)
  • in Maßen Hülsenfrüchte
  • als Obst Papaya, harte/saure Ananas und Zitronen
  • Naturreis, Gerste, Grünkern, Hafer, Mais, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Vollkornnudeln
  • Ziegenmilch, Schafkäse
  • ganz frische Eier
  • Vollkornknäckebrot, Reiswaffeln
  • wenig Nüsse
  • frisches Fleisch oder Geflügel (außer Schweinefleisch)
  • frischer Fisch und Meerestiere
  • Butter, Butterschmalz, kaltgepresste Öle
  • Mineralwasser, ungezuckerte Gemüsesäfte, Zitronenwasser, klare Brühen
  • Knoblauch, frische Kräuter
Hier ein Rezept für einen Gemüsesaft, der wirklich lecker schmeckt und einen tagelang nach Knoblauch duften lässt. Knoblauch hält Vampire und Candida-Pilze fern. ;-)




















==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Candida-Killer
Kategorien:Getränke, Gemüsesaft, Tomate
Menge:1 Rezept

Zutaten

1/2Ltr.Tomatensaft
1/2-2Knoblauchzehen, zerdrückt oder gehackt
1PriseCayennepfeffer oder Chili oder Sambal Oelek
1Teel.Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Quelle

Uwe Karstädt: Das Candida Kochbuch,
etwas abgewandelt
Erfasst *RK* 12.10.2009 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Zutaten mischen und - wer mag - auf Eis servieren.

Der Drink schmeckt gut und unterstützt laut Autor massiv den Kampf gegen den Pilz.

=====


Nach einer Woche Verzicht auf einfache Kohlehydrate ging es mir super - mal davon abgesehen, dass 2,5 kg weg waren und die Hosenknöpfe sich wieder schließen ließen. Seitdem ist mein Heißhunger auf Süßes weg, ich bin nicht mehr zittrig oder unterzuckert, wenn ich nicht alle drei Stunden etwas zu essen kriege, dafür energiegeladen und ausdauernder.

Heftig, was so kleine Lebewesen mit einem anrichten können...

Weitere Details findet man in Büchern oder im Internet. Eine gute Info wie oben erwähnt mit einer Auflistung der Nahrungsmittel, die man essen kann, hat Renate zusammengestellt.

Kommentare:

  1. Interessante Aufklärung was da so in uns vorgeht! Solche Pilze sind nicht zu unterschätzen.

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  2. toller Beitrag und ich kann das geschriebene "leider" alles Bestätigen und rate Euch diesen Pilz nicht zu unterschätzen.
    Die Angaben über die Lebensmittel die du hier schreibst haben mir auch sehr gut geholfen !! Danke für den tollen Bericht. Gruß Karin

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  3. Das ist ja interessant! Danke für die Informationen.

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  4. Danke für den interessanten Beitrag - ich übertreibe es mit dem Obst essen ja auch sehr gerne.

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  5. Du hast ja so recht - aber es ist nicht so einfach, auf all die leckeren Süßigkeiten und Pizzen zu verzichten ;-)
    Mal im Ernst: meinst du, dass eine Woche dieser "Diät" schon ausreicht, um eine Besserung des Allgemeinbefindens hervorzurufen?

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  6. es ist schon erstaunlich, was man mit einer Disbalance der Ernährung alles anrichten kann. Bin jedoch derzeit mit der von Frau L. angeordneten Abend-Fruchtdiät ganz zufrieden (mittags schlemmen, abends ein grosser Fruchtteller und ein, zwei Glas Wein)

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  7. Dumm das ausgerechnet jetzt die Plätzchen-Zeit beginnt :(

    Aber ein tröstliches Wort für Obstliebhaber (von einer ex-Ernährungswissenschaftlerin):

    Candida albicans vermehrt sich doppelt so schnell mit den Zuckern Glucose und Galactose gegenüber Fructose. Bei Verdacht auf einer Candida Infektion sind also in aller erster Linie Milchzucker (Lactose besteht aus Galactose und Glucose!) und raffinierter Zucker (Saccharose besteht aus Glucose und Fructose) zu vermeiden. In Maßen schadet Obst nicht.

    Wers gerne mal nachlese will, ein neuerer Artikel von J. Sabina und V. Brown ist in der EUKARYOTIC CELL, Sept. 2009, p. 1314–1320 erschienen.

    natürlich sieht dein Gemüsedrink so verlockend aus dass man auf den Obstsaft schon gerne verzichten kann :)

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  8. @ all: Ich habe gerade Probleme mit dem Internetzugang, daher nur kurz:

    Freut mich, dass das Thema bei Euch gut ankam und den einen oder anderen auch aufgeweckt hat.

    Ich denke, wie immer im Leben, macht es das Maß.

    @ sammelhamster: Ja, mir hat die eine Woche (es waren nur 6 Tage) gereicht, um wieder auf ein akzeptables Niveau zu kommen - ausgerottet sind die Pilze nicht, sollen sie auch nicht, aber die Anzahl wurde vermindert, damit ging es mir wieder deutlich besser. Gerade muss ich wieder aufpassen, zu viel unterwegs, Messe-Kekse, Stress-Junkfood, usw. ;-)

    @ torwen: Super, dass Du Dich da so gut auskennst. Danke für die Tipps.

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  9. Danke für die Erinnerung.
    und den Vampirdrink werde ich natürlich probieren! :-)

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  10. Ein Freund hatte auch mal das "kleine" Problem, die Diätversuche waren allerdings keinesfalls von sofortigem Erfolg gezeichnet, also hübsch weiter Obst essen, wirkt ganz unterschiedlich ;p

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  11. Gute Info, die ich hoffentlich nie brauchen werde, aber jetzt weiß, wo ich sie finde. Meine Ernährung habe ich seit Februar umgestellt und die von dir genannten Zucker, esse ich selten bis nicht mehr, ich ersetze sie.
    Viele Grüße und hoffentlich hat sich dein Problem damit erledigt.

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  12. Deinen Bericht über diese kleinen Biester finde ich toll und ich glaube, dass dieses Thema auch immer aktuell sein wird.
    Eigentlich ist es doch gar nicht schwer, mit einer Ernährungsumstellung alles wieder in den Griff zu bekommen. Wie immer ist es nur der "innere Schweinehund", der uns daran hindert.
    Und dann das Tomatensaft/Knobi-Rezept ... da gelüstet es mich doch glatt nach Nudeln *grins*
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Renate

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  13. Danke für den Bericht. Leider habe ich damit auch immer mal wieder Malör und werde wohl Deine Tipps sicher noch mal brauchen... Hoffe Du hast jetzt erstmal Ruhe.

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  14. @ Petra: Ich verfolge Deine Ernährungsumstellung und bin ganz begeistert darüber, tolle Gerichte.

    Ich denke bei Candida und Übersäuerung (auch so ein Thema), dass Ernährung nur ein Baustein ist - Bewegung und innere Einstellung (Stress) sind die weiteren. Die akuten Probleme durch Candida war ich durch die Woche ohne einfache Kohlehydrate zumindest weg.

    @ all: Immer mal darauf achten und wie Renate schreibt, es ist der innere Schweinehund - und Gewohnheit, die einem zu schaffen machen. Dabei kann man sich selber ändern. Täglich.

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  15. Hi, ich wollte nur kurz was zu deinem Bericht ergänzen. (Ich habe auch Candidose)

    Bei einem Zuckerentzug, auch ohne direktes Fasten, greift der Pilz so oder so zum Blutzucker.

    Wer ein echtes Problem mit Candida hat, schafft es nicht allein mittels einer Diät diesen einzudämmen, sondern muss zwingend Medikamentös dagegen vorgehen.

    Ob man ein echtes Problem hat erkennt (im idealfall) der Arzt - oder der Spucketest. Dazu spuckt man früh (nüchtern und mit ungeputzten Zähnen)in ein Glas Wasser und beobachtet die Spucke. Löst sie sich auf, ist alles tutti. Zieht sie Fäden oder sinkt klumpig zu Boden, kann man davon ausgehen zumindest deutlich mehr Hefepilze zu haben als ein gesunder Mensch.

    Bei der Behandlung ist Nystatin in jeglicher Form ganz vorn mit zu nennen und ein Darmaufbaupräparat ist auch sehr wichtig.
    Auch sollte man seinen Basenhaushalt im Auge behalten und die Vitaminzufuhr - da Obst in jeglicher Form erstmal verboten ist. (Wegen dem Fruchtzucker)

    Die sicherlich dazugehörige Diät sollte auch nicht nur kurzfristig andauern ... sondern mindestens über 3 Monate durchgezogen werden.
    Manche brauchen auch deutlich länger. Letztendlich ist das auch nicht so schwer, wenn man sich Richtung Vollwertkost orientiert ohne Schwein, weil Schwein eine Entzündungsverstärkenden Wirkung im Körper hervor ruft - der darm ist durch candida eh schon im Arsch ;) da braucht er nicht noch sowas

    Viele Grüße
    phabi

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  16. @phabi: Herzlichen Dank für Deine Informationen. Das ist für viele Leser bestimmt interessant. Das klingt alles gut nachvollziehbar und ich hoffe, dass Du selbst bald wieder gesund wirst bzw. die Hefepilze auf ein normales Maß sinken.

    Bisher hatte ich wohl Glück und habe es immer noch gerade so abgefangen, dass ich ohne Nystatin klar kam. Der Basenhaushalt hängt starkt vom Pilz ab, das ist mir auch aufgefallen, wenn der Pilz sich ausgebreitet hatte, war ich total übersäuert. Wichtig ist wohl, einen guten Arzt oder Heilpraktiker zu finden, der einen versteht und mit begleitet.

    Ich habe übrigens, seitdem ich kein Amalgam und kein Palladium (Gold-Inlays) mehr im Mund habe, keine Probleme mehr. Toitoitoi.

    Und, die "Diät" scheint mir fast gesünder als das, was viele Menschen zu sich nehmen.

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