Sonntag, 27. Juni 2021

Karpouzopita (Wassermelonen-Kuchen)

Für die Griechenland-Ausgabe der Kulinarischen Weltreise, die von Volker organisiert und von Britta unterstützt wird, habe ich ein neues Dessert ausprobiert. Es ist eine Art Kuchen mit Wassermelone als Basis. 

Diese Spezialität, die auf Griechisch Καρπουζόπιτα geschrieben wird, ist angeblich auf der Kykladen-Insel Milos sehr beliebt. Neben Wassermelone kommen noch Mehl, Zucker und Honig in die Masse, die dann mit großzügig Olivenöl in eine Form wandert und mit Zimt und Sesam bestreut gebacken wird.

Griechischer Wassermelonenkuchen (Karpouzopita)


Der Name setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern für Wassermelone Karpoúzi und Pita für Kuchen. 

Es gibt dafür eine Menge unterschiedliche Rezepte. Oft wird die Melone abgetropft, um das Ganze trockener zu bekommen. Ich habe mich schließlich an einem englisch geschriebenen Rezept orientiert, das angeblich direkt von einer Konditorei aus Milos stammt. Dort isst man den Wassermelonenkuchen gerne schon zum Frühstück. 

Zubereitung Griechischer Wassermelonenkuchen (Karpouzopita)


Mir hat an diesem Rezept für Karpouzopita gefallen, dass die Melonenwürfel nicht abgetropft werden, sondern schön köchelnd garen und karamellisieren dürfen. Meine Version bekam noch etwas griechischen Honig dazu; Veganer nehmen stattdessen Sirup oder etwas mehr Zucker. Die Sesamsamen rösten auch an, so dass man einen super karamelligen Crunch bekommt.  

Milos kenne ich seit kurzem vom Wasser aus: Auf unserer Schiffsreise durch die griechisch Inselwelt fuhr der Kapitän netterweise in die große Bucht der Insel hinein, so dass wir einen ersten Einblick bekamen. Mit Fernglas bewaffnet, haben wir beschlossen, dass Milos eine Reise lohnt.

Blick auf Milos vom Schiff aus - 29.05.2021

Samstag, 26. Juni 2021

Urlaubsküche beim Segeln

Da ich aufgrund des aktuellen Griechenland-Events in Erinnerungen an dieses schöne Land schwelge, denke ich viel an eine meiner erholsamsten Reisen der letzten Jahre: Ich war mit lieben Reiseblogger-Freunden zusammen auf einem gemieteten Katamaran im Ionischen Meer unterwegs. 
 
Start und Ziel war Korfu, und von dort ging es mit sehr wenig Wind gemütlich für eine Woche übers Meer. Wir konnten segeln, aber ab und zu nahmen wir auch den Motor zu Hilfe, um etwas Strecke zu machen. Wir sind von Korfu nach Paxos und von dort ans Festland, um uns Vonitsa und die bekannte Festung dort anzuschauen. Von dort ging es nach Antipaxos und wieder zurück nach Korfu.
 
Katamaran vor Vonitsa

Teilweise übernachteten wir in Häfen (z.B. Gaios auf Paxos), teils ankerten wir und blieben auf dem Meer. Das Foto stammt von der Festung Vonitsa und zeigt mitten im Bild unseren Katamaran, den uns Sunsail für die Woche zur Verfügung gestellt hatte. Sunsail ist einer der großen Anbieter für Segelurlaub und bekannt für seine erstklassige Flotte. Man kann entweder selber segeln oder einen Skipper dazu chartern.
 
Sunsail 454 Katamaran vor Paxos


Wir waren ab und zu essen, wenn wir in der Nähe einer Stadt oder eines Restaurants geankert haben. Sonst haben wir selber gekocht oder auch einfach nur einen Salat geschnibbelt und zu etwas Brot und Oliven gegessen. 

Griechischer Salat
Mit frischem Gemüse ist der klassische Griechische Salat unschlagbar und auch leicht auf einem Segelschiff zuzubereiten! 

Freitag, 25. Juni 2021

Rhabarber-Zitronenmelisse-Sirup

Seit vielen Jahren ist das Rezept für Rhabarber-Vanille-Sirup auf dem Blog, den ich immer wieder gerne koche. Dieses Jahr habe ich eine Variation davon ausprobiert und die Vanille weg gelassen. 

Beim Ernten vom Rhabarber fiel mir nämlich auf, dass die Zitronenmelisse im Garten schön wuchert und auch direkt durch die Rhabarberpflanze wächst. Was sich so gut im Beet verträgt, schmeckt auch gut zusammen, wie einige Rezepte auf dem Blog beweisen.

Rhabarber-Zitronenmelisse-Sirup; Rhabarber-Sirup selber machen

Ich habe daher den Rhabarber mit ein paar Handvoll grob gehackter Zitronenmelisse angesetzt und daraus Sirup gekocht.

Donnerstag, 24. Juni 2021

Lamm mit Kartoffeln, griechisch inspiriert

Was mir in Griechenland auch gut gefällt, sind die gebratenen Kartoffeln, die man dort häufig zu Fleisch oder auch einfach so bekommt. Sie ähneln ein wenig meinen chinesischen Pommes, werden aber mit Olivenöl zubereitet und schmecken daher wieder anders.

Kürzlich bekam ich frisches Lamm in einer Metzgerei (das ist bei uns nicht so einfach, obwohl man in der Region Lämmer sieht) und habe dazu etwas frisches Gemüse, mein bewährtes Rezept für Tsatsiki sowie Kartoffelschnitze zubereitet.

Lamm mit Kartoffeln, griechisch inspiriert

Bis das Essen fertig war, war es schon ziemlich dunkel, aber man konnte trotzdem noch draußen essen. Sommer ist schon was tolles!

Montag, 21. Juni 2021

Rhabarber-Ingwer-Eistee

Bevor die Rhabarbersaison zu Ende geht, gibt's bei mir noch schnell ein Rezept, das ich letztes Jahr öfter gemacht habe: Rhabarber-Ingwer-Eistee. 

Ich mag die Idee, saisonales Obst (oder Gemüse) und etwas Geschmack (in diesem Fall Ingwer und Zitronenmelisse) einzuweichen und mit etwas Wach-Machendem zu mischen.

Rhabarber-Ingwer-Eistee

In diesem Fall hatte ich einfach einen Teebeutel in Wasser gehängt, die anderen Zutaten dazu gegeben und ziehen lassen. Eiswürfel braucht es dann, um die Flüssigkeit schnell abkühlen zu lassen.

Zubereitung Rhabarber-Ingwer-Eistee

Samstag, 19. Juni 2021

Auberginenhappen mit Tomaten und Feta

Die Kulinarische Weltreise, die von Volker organisiert und von Britta unterstützt wird, verweilt diesen Monat in Griechenland. Vor allem in diesem Jahr ist das schöne und historisch interessante südosteuropäische Land als Reiseziel beliebt, da man zwar wieder reisen darf, aber noch nicht überall hin.

Ich mag Griechenland, seit ich 1987 das erste Mal dort war. Damals fuhren wir mit einem umgebauten VW-Bus durch Griechenland und weiter in die Türkei. Solche langen Touren mag ich gerne, da man auf der Fahrt eine Menge erlebt; Roadtrip nennt sich das heute. Eine lange Zeit war ich nicht mehr in Griechenland, aber die letzten Jahre habe ich es dreimal geschafft. Auch diesen Monat war ich schon dort, so dass meine Erinnerungen ganz frisch sind.

Auberginenhappen mit Tomaten und Feta

Corona-bedingt war es diesmal eine unübliche Reise: Als es hieß, dass man in den Pfingstferien plötzlich wieder reisen durfte, ich urlaubsreif war, im Mai zuhause Regen und max. 7°C herrschten, habe ich spontan eine Woche auf der Mein Schiff 5 gebucht. Mit einem Charterflug nach Kreta, mit wenig Landausflügen und einem überzeugenden Corona-Konzept war das für die derzeitige Situation eine erholsame Auszeit in der Wärme und mit Blick aufs Mittelmeer und die griechische Inselwelt.

Santorin vom Schiff aus

Der griechische Kapitän wollte uns neben den drei Landgängen (Rhodos, Athen, Kreta) noch mehr von seinem schönen Land zeigen, so dass wir an einem Tag morgens an Milos entlang und nachmittags zum Sonnenuntergang durch Santorin gekreuzt sind. Davon stammt dieses Foto. Als wir 1987 das erste Mal auf dieser Insel waren, gab es schon mehrere Kreuzfahrtschiffe, die in der Caldera ankerten. Diesmal waren wir das einzige Schiff. 

Zu essen gab's vor allem deutsche und internationale Küche, weniger original griechisches. Bei einem organisierten Landausflug (anders durfte man wg. Corona nicht vom Schiff) saßen wir dann unter Sonnenschirmen mit tollem Fernblick und genossen wenigstens ein Mal landestypische Küche. Es gab verschiedene Vorspeisen und als Hauptgang Hühnchen mit Kartoffeln. Atmosphäre, Katzen, Essen - es war perfekt und ein absolutes Highlight des Urlaubs.

Griechische Vorspeisen auf Kreta
Sehr lecker waren auch die eingelegten gefüllten Weinblätter. Wer die mal von Hand zubereitet gegessen hat, lässt die Ware aus der Dose (die hierzulande gerne in Restaurants serviert wird) links liegen. Weinblätter habe ich keine, aber für unsere Weltreise habe ich ein paar Gerichte herausgefischt und koche nun, so lange mir der Geschmack noch auf der Zunge liegt, wieder mehr griechisch angehauchtes Essen.

Freitag, 4. Juni 2021

Aviation

Dieses Corona-Jahr Nr. 2 könnte wenigstens besseres Wetter liefern... ;-) Seit spätestens März haben wir Aprilwetter; bis weit in den Mai hinein gab's Frost und die Natur freut sich, weil sie endlich genug Regen bekommt. 

Interessant finde ich, wie der Himmel dieses Jahr aussieht, oft sehr dramatisch mit all diesen Wolken. So auch vor zwei Wochen, als mir an einem Freitagabend nach einem Cocktail war. Der Aviation hat ja auch mit Luft und Fliegen zu tun, da passt dieser Blick mit dem Drink in der Hand in Richtung Himmel sehr gut.

Aviation Cocktail


Im April hatte ich ja Veilchenlikör (Crème de Violette) angesetzt, und es wurde höchste Zeit, den berühmtesten Drink damit zuzubereiten. 

Aviation Cocktail 

Der Aviation stammt aus der goldenen frühen Zeit der Cocktails vor der Prohibition; mindestens seit 1916 ist er verbürgt. Ein New Yorker Bartender mit Namen Hugo Ensslin hat damals das Rezept aufgeschrieben.

Ensslin war ein deutscher Einwanderer, der Cocktailrezepte gesammelt und veröffentlicht hat. Interessant ist, dass seine Bücher in Vergessenheit gerieten und erst vor einigen Jahren wieder gefunden wurden. Bis dahin dachte man, dass der Aviation aus Gin, Zitronensaft und Maraschino bestünde - ohne den Veilchenlikör! 

Harry Craddock, über den ich hier schon einmal geschrieben hatte, hat in seiner Sammlung (von der ich mir zwischenzeitlich einen Nachdruck besorgt habe) das Rezept nämlich so aufgeschrieben, ohne den Crème de Violette. Wahrscheinlich, weil es den damals in England nicht zu kaufen gab. Und daher mixte man Jahrzehnte den Drink, der der Luftfahrt huldigte, den Aviation, ohne das zarte Blau der Veilchen und des Himmels! Manchmal gab man eine Kirsche hinzu, um den Maraschino noch zu verstärken.

Zubereitung Aviation Cocktail