Montag, 25. Oktober 2010

Quittenmus

Dieses Jahr gibt es wunderschöne Quitten. Unser Bäumchen, das wir vor einigen Jahren selbst gepflanzt haben, trägt fleißig. Es sind Birnenquitten.

Ich mag aus Quitten am liebsten ein ganz einfaches Dessert, das ich hier schon verbloggt habe.

Kürzlich las ich bei Irene vom Blog Widmatt das Rezept ihrer Großmutter für Quittengelee. Das las sich wunderbar einfach und für Entsafter-Verweigerer wie mich optimal: Ich habe also angefangen, Quitten mit etwas roter Apfelschale (auch aus dem Garten) zu köcheln und hab es dabei wohl zu gut gemeint: Meine Quittenwürfel waren recht schnell verkocht und lieferten später kaum Saft. Das hätte höchstens für 2 Esslöffel Gelee gereicht.

Also musste ich umdisponieren und habe die komplette Masse nochmal aufgeköchelt, bin mit dem Pürierstab durch und habe die Quitten dann durch ein Sieb gegeben. Das hat ganz gut funktioniert. Mit einem Rest Gelierzucker, der sich noch in der Speisekammer fand, ergab das dann eine wunderbare Quittenkonfitüre.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Barbaras Quittenmus bzw. Quittenkonfitüre
Kategorien:Einmachen, Quitte
Menge:1 Rezept für 3 Gläser ca.

Zutaten

4Quitten; ca.
EtwasRote Apfelschale (von einem Apfel); evtl.
EtwasWasser
200GrammGelierzucker 1:3; ca. oder Zucker

Quelle

eigene Vorgehensweise nach verschiedenen Quellen
Erfasst *RK* 24.10.2010 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Quitten waschen, den Flaum entfernen und die Blüten sowie den Stiel rausschneiden. Den Rest der Quitten (also mit dem Gehäuse) grob würfeln. Den Apfel schälen: Die Schale zu den Quittenwürfeln geben, den Rest des Apfels aufessen. Quittenwürfel und Apfelschale mit so viel Wasser in einen Topf geben, dass die Quittenwürfel fast bedeckt sind. Mit einem Deckel abdecken und köcheln lassen. Ein paar Minuten kochen, bis die Quitten weich sind und 24 Stunden ziehen lassen.

Die Quittenwürel kurz mit dem Pürierstab zerkleinern und die Masse dann durch ein Sieb oder eine flotte Lotte passieren.

Die Quittenmasse abwiegen - bei mir waren es 600 Gramm. Mit Gelierzucker (Menge der Packungsbeilage entnehmen) mischen und über Nacht ziehen lassen.

Gläser und Deckel säubern, auf eine geeignete Oberfläche (z.B. in ein Edelstahl-Spülbecken) stellen und mit kochendem Wasser füllen, so dass diese desinfiziert werden. Wasser wieder abgießen.

Die Quitten-Zucker-Masse zusammen aufkochen, 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei rühren, damit nichts anbrennt. Das Quittenmus in die Gläser verteilen, mit dem Deckel verschließen, umdrehen, nach ein paar Sekunden wieder zurück drehen und abkühlen lassen.

Das Quittenmus riecht wunderbar aromatisch nach Quitte. Es schmeckt gut auf einem gebutterten Brot (Vollkorn, Toast oder auch auf einem Brötchen) und eignet sich wie die spanische Variante Membrillo auch super als Beilage zu Käse.

Variante: Man kann noch etwas frisch gepressten Zitronensaft dazugeben, bevor man die Quittenpaste mit dem Zucker zusammen aufkocht.

Achtung: Das Quittenmus brennt leicht an, wenn es mit dem Zucker zusammen aufgekocht ist; also ständig rühren und evtl. etwas mehr Wasser dazu geben. Falls der Topf je doch schwarz geworden sein sollte: Abkühlen, ein Päckchen Backpulver und Wasser hineingeben, etwas einwirken lassen, dann aufkochen (Vorsicht, schäumt!) - so kann man das Verkohlte wieder lösen.

=====


Mein so durch Zufall entstandenes Rezept ist ziemlich ähnlich wie das von Rike; sie kocht allerdings das Gehäuse separat vom Fruchtfleisch, was zuerst beim Rüsten mehr Arbeit bedeutet, beim Passieren aber sicherlich schneller geht.

Wer mehr Rezepte mit Quitten sucht, findet hier eine Sammlung. Schon lange will ich Ilkas Quittenbrot nachmachen - das hier geht zumindest vom Geschmack her schon mal in die Richtung. Auch Robert hat bereits Quittenpaste hergestellt - super beschrieben hier. Und ich sehe gerade, auch Katia hat schon Quittenkonfitüre gezaubert, spicy abgeschmeckt - klingt auch sehr gut.

Super, dass es dieses Jahr so viele und so schöne Quitten gibt!

Kommentare:

  1. wenn es zu "trocken" ist, gebe ich meistens noch einen Quitten-Apfelsaft dazu.

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  2. Bei mir auf der Terasse steht ein Sack Quitten, die werd ich heute verarbeiten. Danke fürs Rezept

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  3. Sieht lecker aus, laßt es Euch schmecken. :)

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  4. ist mir heuer auch aufgefallen, anders als in früheren Jahren sieht man an allen Ecken und Enden Quitten, und das ist gut so.

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  5. Ich habe festgestellt, dass ich bei Quitten gar keinen Gelierzucker brauche. Mit normalem Zucker wird es schon fester als Apfelmus, das reicht mir.

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  6. Heuer habe ich noch keine einzige Quitte gesehen...komisch, letztes Jahr gab es so viele, auch im Supermarkt....

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  7. Unser zwei Bäumchen geben dieses Jahr so viele Quitten her, dass ich viele wohl wieder wegschmeissen muss. :-( Quittengelee habe ich auch gemacht. Mein Rezept http://kochtopf.twoday.net/stories/2679692/ geht wie das von Irene. Komisch dass bei dir so wenig Saft rausgekommen ist?

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  8. Ich liebe Quitten. Man braucht aber keinen Gelierzucker wenn man die Kerne mitkocht.Ich habe einen Gelee nur aus Schale , Rote Äpfel , Zucker und Gehäuse gemacht.L.G.Cami

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  9. @ Bolli's Kitchen: Super Idee, Quitten-Apfelsaft ist viel besser als Wasser!

    @ Heidi: Ein ganzer Sack, au wei... ;-)

    @ Hesting: Dieses weiße Schüsselchen ist schon leer, ich fürchte die zwei Gläser auch bald...

    @ lamiacucina: Schön, dass dieses Obst wieder beliebter wird. So langsam bekommt man wieder mehr traditionelle Produkte, die gerade in die Jahreszeit passen. Das finde ich schön. Früher bekam ich Quitten nur im türkischen Laden. Quitten finde ich total lecker! Deshalb habe ich ja den Baum gepflanzt. :-)

    @ Sivie: Du hast recht, wenn man es nicht stichfest mag, dann reicht normaler Zucker - oder man kocht diesen länger. Ich ändere das Rezept ab, es geht auch mit Zucker.

    @ sammelhamster: Komm' vorbei, wir haben noch 4 Stück da liegen!

    @ zorra: Das ging mir letztes Jahr auch so, da habe ich sie wegen des Dufts aber liegen lassen, bis sie so nach und nach kaputt gingen... (gibt guten Kompost, hoffe ich!)

    @ wittcami: Danke für den Tipp, ich hab' das Rezept gleich geändert. Die Kerngehäuse enthalten wohl so viel Pektin, dass das reicht. Man nimmt ja manchmal Quitten auch zu anderen Obstsorten dazu, weil es so schön geliert. Ich sehe schon, ich muss das noch optimieren... und möglichst oft ausprobieren. :-)

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  10. Ich machte immer nur Quittengelee. Letztes Jahr habe ich dann einen Quitten-Chutney gemacht, war auch sehr gut. Man gewöhnt sich an vieles.

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  11. Quitten sind in diesem Jahr viel präsenter als sonst. Als wenn sie sich zum Trendobst mausern. Dazu gibt es heuer total viele. Ich habe sie auch nicht entsaftet, sondern halbe/halbe mit Äpfeln zu Konfitüre verkocht.

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  12. @Barbara: mir ging das mit dem Zwetschgenröster ganz genauso ...

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  13. Hab noch nichts mit Quitten zu tun gehabt. Meine Nachbarn in meiner Kindheit haben Quittensträucher gehabt, aber ich glaube das waren Zierquitten. Hmmm, vielleicht muss ich mal meine Geschmackslücke bei Zeiten füllen. - danke

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  14. Bei Quitten muss ich auch immer an meine Uma aus dem Rheinland denken, die einen grossen Baum im Garten stehen hatte - und super Gelee herstellte. Ich sehe sie hier auf dem Markt nur sehr selten..eigentlich ueberhaupt nicht. Auch ist die "mela cotogna" nicht besonders beliebt ausser in einer Art Gelee, dass man in Stueckchen isst als waere es Lokum!

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  15. @ Täglich Freude am Kochen: Früher kannte ich auch nur Quittengelee - bis ich herausfand, dass z.B. die Türken viele Rezepte mit Quitten kennen, da sind der Phantasie fast keine Grenzen gesetzt. Quitten schmecken so wunderbar aromatisch, lassen sich gut lagern, nur Gelee wäre schade.

    @ nesrin: Freut mich, dass es Dir gefällt.

    @ anie's delight: Dieses Jahr ist irgendwie auch ein gutes Quittenjahr, die Bäume und Büsche hängen voll mit den Früchten. Deine Apfel-Quitten-Konfitüre klingt auch gut - muss ich mal probieren.

    @ Hesting: :-)

    @ barcalex: Dann wird's echt Zeit, das nachzuholen - Quitten sind etwas ganz besonderes!

    @ Jutta Lorbeerkrone: Das klassische Quittengelee... :-) Inzwischen sieht man sie hier auf Märkten ab und zu - aber mehr Glück hat man in türkischen Lebensmittelgeschäften.

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