Dienstag, 7. Dezember 2010

Gebratene Süßkartoffeln

Ich bin ja nicht so der Bratkartoffel-Fan... Und muss zugeben, dass mein Mitkoch beim Herstellen von Bratgerichten deutlich besser ist als ich - mir fehlt schlicht die Geduld, etwas zu fabrizieren, das ich nicht so sehr gerne esse. Bei kaltem Wetter habe aber auch ich mehr Appetit auf angebratenes.

Seit einiger Zeit befindet sich ja Der große Lafer in unserem Haushalt. Beim Durchblättern blieb mein Mitkoch natürlich sofort bei den Bratkartoffeln hängen. Und da ich nichts mit Kartoffeln wollte, haben wir das Variations-Rezept mit den Süßkartoffeln nachgekocht.

Die Zubereitung ist etwas zeitaufwändig, weil man die Süßkartoffel erst dämpft, abkühlen lässt, scheibelt und dann anbrät. Aber an kalten Herbst- oder Wintertagen ist das ein schöner Zeitvertreib - und das Ergebnis schmeckt (etwas nachgewürzt) richtig gut!




















==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Gebratene Süßkartoffeln mit Walnüssen
Kategorien:Gemüse, Süßkartoffel, Gebraten, Walnuss
Menge:2 Personen

Zutaten

1groß.Süßkartoffeln (ca. 300 Gramm)
1Rote Zwiebel*
1Frühlingszwiebel
15GrammButterschmalz
Salz, weißer Pfeffer
10GrammButter
1Essl.Walnussöl
25-50GrammWalnüsse, grob gehackt
1Essl.Zitronensaft, frisch gepresst**
1HauchMuskat, frisch gerieben**

Quelle

Buch: Der große Lafer - Die Kunst der einfachen Küche,
Gräfe und Unzer, 480 Seiten, Hardcover
Erfasst *RK* 24.10.2010 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Süßkartoffel mit einer Bürste in kaltem Wasser gründlich säubern und in einen Dämpfeinsatz geben. Einen Topf ca. 3 cam hoch mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Dämpfeinsatz darüber stellen und die Süßkartoffel bei geschlossenem Deckel in ca. 20 Minuten weich dämpfen. Gut auskühlen lassen, dann schälen, evtl. halbieren oder vierteln und in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden.

Die rote Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel putzen, waschen und in feine Ringe schneiden.

Butterschmalz in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Süßkartoffelscheiben darin goldbraun anbraten. Die Zwiebelwürfel zugeben und mit anbraten; dabei die Pfanne regelmäßig schwenken, so dass alles mit dem Fett in Berührung kommt und nichts fest brät. Butter und Walnussöl zugeben und die Süßkartoffelscheiben damit glasieren. Walnüsse und Frühlingszwiebelringe dazu geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles zusammen schwenken. Servieren.

* Wir hatten keine rote Zwiebel. Es geht auch mit einer weißen. :-)

** Mir fehlte bei dem Rezepte etwas Säure; ich habe daher einen Spritzer Zitronensaft dazu gegeben. Alternativ passt sicher auch Balsamico-Essig oder ähnliches. Auch Muskat passte gut. Ich denke, dass auch Zimt gut schmeckt.

=====


Ich habe dadurch gelernt, dass man wohl Beziehungen, bei denen dem einen die größte Lust bereitet, was der andere kocht, Bratkartoffelverhältnis nennt. Das steht nämlich auf der einladenden Doppelseite zum Thema Bratkartoffeln. Onkel Wiki sieht das etwas anders, aber egal.

Mir gefällt das Buch sehr gut und ich finde die Grundidee klasse: Das Buch enthält 60 Klassiker - z.B. Frikadellen, Schnitzel, Gemüsesuppe, Bratkartoffeln, Quiche, Vinaigrette, Maultaschen - und jeweils ein paar Ideen, wie man diese variiert.

Die Grundrezepte werden mit Schritt-für-Schritt-Fotos vorgekocht und ausführlich beschrieben. Die Variationen sind spannend und kurz aber gut beschrieben. So gibt es z.B. neben Roter Grütze auch gelbe und grüne oder zum Klassiker Apfelrotkohl ein paar Würzvarianten sowie Gratinierte Rotkohlschnecken und gebackene Rotkohlknödel als Variationen; zu Spätzle Rezepte mit Rote-Bete, Kräutern, Curry und Walnuss-Zimt, jeweils mit einem Verwendungstipp - Rehrücken auf den letztgenannten oder Zanderfilet auf Rote-Bete-Spätzle, was schon auf dem Foto farblich interessant aussieht.

Vorneweg gibt's noch ein paar allgemeine, gut verständliche Informationen zu Lebensmitteln, Küchengeräten, usw., die sicherlich nicht nur für Kochanfänger interessant sind. Alles ist klasse fotografiert, man bekommt beim Anschauen richtig Appetit und möchte am liebsten sofort essen oder mit Kochen loslegen!

Lustig finde ich, dass die Stillleben nicht perfekt sind, so sind z.B. Eier eingedrückt, von einer Sauciere tropft es, irgendetwas ist angebissen, usw. Ob die Food-Fotografen sich wohl von meiner Spielwiese haben beeinflussen lassen? ;-)

Das Buch liegt gut in der Hand und ist ein richtiger Schmöker, gebunden, schwer. Fast zu schade, um es in die Küche Fettspritzern auszusetzen; mehr geeignet, um auf dem Sofa sitzend Essenspläne für die nächsten Tage zu machen.

Das Rezept mit den Süßkartoffeln findet sich hier auch online - das habe ich leider gemerkt, als ich es schon aus dem Buch abgetippt hatte. War aber sicher eine gute Fingerübung. ;-)

Da es das erste Rezept war, das ich aus dem Buch gekocht habe, reiche ich es bei Foodfreaks monatlichen Blog-Event DKduW ein.

Dein Kochbuch das unbekannte Wesen ist das Thema - bis zum 25. eines jeden Monats kann man Rezepte einreichen, die man aus einem Kochbuch kocht, das man schon länger besitzt, aber bisher selten verwendet hat.

Man sollte noch etwas über das Buch schreiben, woher man es hat, warum man es gekauft hat, wie es einem gefällt (damals und heute), usw.

Kommentare:

sammelhamster hat gesagt…

Dann sag' mal deinem Bratkartoffelverhältnis, dass er seine Sache sehr gut gemacht hat ;-)
Sehen echt lecker aus, die Süßbratkartoffeln!

Gabi hat gesagt…

Prima Idee - ich kenne Süßkartoffeln sonst immer so "möhrenmäßig" zubereitet, das hier klingt viel interessanter!

Sabine hat gesagt…

oh, auch Süsskartoffeln, die habe ich eben schon bei Chili und Ciabatta gesehen, wobei mir diese Version auch sehr gut gefällt

nata hat gesagt…

Es gibt tatsächlich Menschen, die sich nichts aus Bratkartoffeln machen? Ich staune, aber ich finde diese gebratenen Süßkartoffeln auch recht appetitlich.

Petra aka Cascabel hat gesagt…

Bratkartoffeln sind für mich echtes Comfort-Food :-) Süßkartoffeln haben mich früher vom Namen her abgeschreckt. Nach dem ersten Austesten hat sich das aber sofort in ein sehr freundschaftliches Verhältnis gewandelt. Sie machen sich auch prima anstelle von Kartoffeln in Brot und Brötchen, wo sie die Krume hübsch goldgelb färben.

kitchen roach/galley roach hat gesagt…

Bratkartoffeln aus Suesskartoffeln, klingt gut. Ich schnippel meine Suesskartoffeln in Scheiben/Stifte und backe sie auf dem Backblech - herrlich schmecken sie da.

designbygutschi hat gesagt…

Danke für die tolle Beschreibung.
Jutta

multikulinaria hat gesagt…

Lecker hört sich das an!
Werde ich bestimmt auch mal ausprobieren. Kann man ja gut von übriggebliebenen zuvor für andere Zwecke gegarten Süßkartoffeln machen...

Barbara hat gesagt…

@ sammelhamster: Das mach' ich - er kann wirklich super Bratgerichte herstellen. :-)

@ Gabi: So 0815 mag ich Süßkartoffeln auch weniger, am liebsten habe ich sie bisher gegrillt oder aus dem Backofen gegessen. Das Rezept war echt gut.

@ Sabine: Da muss ich gleich mal bei Petra nachschauen, was sie damit gemacht hat. :-)

@ nata: Ja, ich bin echt kein so Fan von Bratkartoffeln... Wobei ich echt schon gute gegessen habe.

@ Petra: Als Comfort-Food mag ich lieber Schokolade. Süßkartoffeln bieten glaube ich noch einiges an Potential, da möchte ich auch mehr ausprobieren. Inzwischen kriegt man sie ja recht gut.

@ kitchen roach: So mag ich sie auch total gerne - auf dem Backblech, leicht gewürzt. Lecker. :-)

@ Jutta: Gerne. :-)

@ multikulinaria: Stimmt, wenn man Süßkartoffeln kocht, gleich etwas mehr machen. Wie bei Kartoffeln eigentlich auch.

Anonym hat gesagt…

Klingt sehr lecker - sieht sehr lecker aus und erinnert mich mal wieder daran dass ich bisher noch nie Süßkartoffeln gegessen habe. Das muss jetzt wirklich bald mal sein!

Liebe Grüße,

Lilly aus der Mini-Küche

Barbara hat gesagt…

@ Lilly: Probier' die echt mal, lohnt sich. Zurzeit findet man sie auch immer häufiger in ganz normalen Supermärkten oder frisch auf dem Markt.

zorra hat gesagt…

Da haben wir wieder mal etwas gemeinsam, auch bei uns muss Y. sich um Bratkartoffeln kümmern. ;-) Das Buch gefällt mir auch sehr gut. Hab ja auch schon 3 Sachen draus nachgekocht.

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