Sonntag, 8. Dezember 2019

Grundrezept Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen)

Wie viele andere auch, bin ich als Kind in der Adventszeit mit Tellern voller Plätzchen aufgewachsen.

Meine Mutter verbrachte viel Zeit damit, die im Schwäbischen "Gutsle" genannten Weihnachtsplätzchen auch optisch zu Kunstwerken zu gestalten. Selten habe ich so schöne Plätzchen gesehen. - Irgendwo muss es davon auch Fotos geben, aber ich finde gerade keine.

Grundrezept Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen)

Geschmacklich wiederum hat sich die letzten Jahrzehnte etwas getan, auch von den Zutaten nutzt man heute mehr Gewürze oder verzichtet (außer bei veganen Rezepten) auf Margarine, die bei ihr in manchen Rezepten gefordert war.

Ich erinnere mich noch an Plätzchen und Rezepte von Großtanten, die aus der Nachkriegszeit stammten und außer Mehl, Wasser und Margarine nicht viel enthielten. Entsprechend schmeckten sie auch...

Zubereitung Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen) - Mürbeteig

Heute können wir zum Glück aus dem Vollen schöpfen und überarbeiten gerne die alten Rezepte.

Eines dieser überlieferten Rezepte habe ich im Laufe der Jahre modifiziert, indem ich Zitronenschale und Puderzucker (statt feinstem Zucker) nehme. Mir schmeckt das so am besten.

Zubereitung Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen) - Mürbeteig

Mein Rezept habe ich unten ausführlich aufgeschrieben. Ich nehme auch kein Mehl zum Ausrollen sondern Frischhaltefolie.

Damit funktioniert das Ausrollen einwandfrei; man sollte aber darauf achten, dass der Teig einigermaßen gleichmäßig dick bzw. dünn ausgerollt ist. Die ausgestochenen Plätzchen verfrachtet man aufs Blech und backt sie bei relativ niedriger Hitze.

Zubereitung Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen)

Wer hier öfter mitliest, erkennt sofort, dass hier nicht mein Backofen zu sehen ist. Ich habe den Teig zuhause vorbereitet und zusammen mit meiner Mutter in ihrer Wohnung gebacken.

Das Licht in ihrer Küche ist deutlich besser als in meiner; das tut den Fotos auch gut. ;-)

Grundrezept Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen)

Wir haben zwei Bleche gebacken und sie spontan verziert. Mir persönlich schmecken sie pur fast am liebsten, aber eine Variante ist auch, sie ähnlich wie die klassischen Terrassenkekse mit beeriger Konfitüre zusammen zu kleben.

Zubereitung Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen) - Verzieren

Hübsch ist auch, einen ganz normalen Zuckerguß aus Zitronensaft und Puderzucker anzurühren, den man auch einfärben kann. Man kann sich dabei austoben und wunderschöne Dekorationen zaubern.

Schöne Erinnerungen habe ich an meine Kindheit, als wir Kinder dann dekorieren durften. Bunte Streusel waren sehr beliebt! :-)

Letzten Sonntag war's dann aber schon spät; also habe ich den Guss nur schnell mit einem kleinen Löffel aufgetupft. Auch lecker.


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Ausstecherle (Schwäbische Butterplätzchen)
Kategorien: Backen, Plätzchen, Mürbeteig, Weihnachten
Menge: 3 Bleche voll Ausstecherle, ca.

Zutaten

250GrammButter
125GrammPuderzucker
1PriseSalz
1Eigelb (Größe M oder L)
375GrammMehl*
1Zitrone; abgeriebene Schale
H GUSS VARIANTE 1: EIGELB
1Eigelb
1Essl.Sahne (ersatzweise Milch)
Hagelzucker, Zuckerdekor, o.ä.; wer mag
H GUSS VARIANTE 2: ZUCKERGUSS
1Essl.Zitronensaft
Puderzucker
EtwasSpeisefarbe; wer mag
Zuckerperlen o.ä.; wer mag
H AUSSERDEM
3BlätterBackpapier
Plätzchenausstecher

Quelle

überliefertes Rezept, etwas modernisiert
Erfasst *RK* 08.12.2019 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Butter zusammen mit Puderzucker und Salz mit den Knethaken der Küchenmaschine verrühren. Eigelb unterrühren, dann Mehl und Zitronenschale kurz unterheben. Die Masse mit den Händen schnell zu einem Mürbeteig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und ca. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze, 150°C Umluft oder Gas Stufe 1-2 vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen und bereit stellen.

Gut ein Drittel des Teigs abschneiden und mit dem Wellholz gleichmäßig ca. 4-5 mm dick ausrollen. Das geht mit etwas Mehl oder noch besser zwischen Frischhaltefolie. Mit Hilfe von Ausstechförmchen beliebige Formen ausstechen und auf das Blech setzen. Kleinere Ausstecherle nach vorne, größere nach hinten. Wenn der Teig aufgebraucht ist, kurz zusammenkneten und nochmal ausrollen. Ist er zu warm, mit etwas kühlem Teig aus dem Kühlschrank vermischen und ausrollen.

Sobald ein Blech gefüllt ist, muss man sich für eine der Gussvarianten entscheiden:

Variante 1: Eigelb mit Sahne verrühren und mit einem Pinsel auf die Ausstecherle auftragen.
Bei Variante 2 entfällt dieser Schritt. Als Variante 3 lässt man den Guss komplett weg; das mag ich ehrlich gesagt am liebsten. ;-)

Das Blech in die Mitte des Backofens schieben und ca. 15-20 Minuten backen. Die Plätzchen sollten goldgelb sein. )

Die Ausstecherle nach dem Backen auf einen Kuchenrost geben. Bei Variante 1 und 3 sind sie jetzt fertig.

Nacheinander für die beiden anderen Bleche ausstechen, aufs Blech geben, backen. Man kann den Teig auch einen Tag kühl lagern und am nächsten Tag weitere Plätzchen backen. 

Wer Variante 2 wählt, kann sie noch warm mit Zuckerguss verzieren. Dafür Zitronensaft mit Puderzucker verrühren, bis eine streichfähige Masse entsteht. Wer mag, färbt einen Teil des Gusses ein. Die Ausstecherle mit dem Zuckerguss nach Geschmack bestreichen und mit Zuckerperlen o.ä. verzieren.

* Als Mehl eignen sich klassisch Weizenmehl Type 405 oder evtl. 550, ich habe es aber auch schon mit Dinkelmehl Type 630 gemacht und mag diese etwas kernigere Variante gerne.
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Kommentare:

  1. Liebe Barbara,
    zusammen Plätzchenbacken macht riesig Spaß und ich freue mich auch jeden Jahr darauf, in der Adventszeit Zimtwaffeln mit meiner Mutter zu backen. Diese hübschen Ausstecher kommen bei uns leider viel zu kurz, dabei gefallen sie mir sooooo gut. Hab vielen Dank für das Rezept.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Hallo Siegrid,
      dieses gemeinsame Erlebnis ist glaube ich das, was es so besonders macht. Danke für Deinen lieben Kommentar!
      Liebe Grüße
      Barbara

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