Dienstag, 6. Mai 2008

Brotsuppe

Für den aktuellen Blog-Event DKduW bei Foodfreak habe ich mal wieder etwas geschmökert und ein sehr in die Jahre gekommenes Buch gefunden:

Das große Vollkorn Kochbuch von Ingrid Früchtel. Erschienen bei Gräfe und Unzer. Es ist die 3. Auflage, Erscheinungsjahr steht nirgends, 1980er Jahre denke ich. Das Buch habe ich vor vielen Jahren einmal gebraucht gekauft, vom Vorbesitzer sind Anmerkungen drin.

Wie die meisten Vollwertbücher jener Zeit enthält es eine Einleitung mit grundsätzlichen Informationen über z.B. die Grundelemente der Ernährung, Vollwertkost, Blick in die Geschichte, Einkaufstipps oder spezielle Küchengeräte, bevor es mit Grundrezepten weitergeht (Das Kochen von ganzen Getreidekörnern u.ä.) . Danach folgen knapp 100 Seiten Rezepte, vom Frühstücksmüsli über Suppen, Salate, Hauptgerichte, Desserts bis hin zu einem Backteil mit Kuchen, Torten und Brot.

Das Buch habe ich früher gerne als Anregung genommen, allerdings nicht wirklich viel daraus gekocht. Beim Durchblättern fiel mir diesmal das Rezept einer Brotsuppe auf, weil ich noch qualitativ sehr gutes, aber altbackenes Sauerteigbrot übrig hatte.

Okay, Rezept aufgeschlagen und dann natürlich wieder improvisiert, weil ich nur einen Teil der Zutaten im Haus hatte. Dafür habe ich frisches Gemüse und Wildkräuter aus dem Garten verwendet.

Den Geschmack fand ich interessant: Das Brot war noch ziemlich durchzuschmecken, das hätte ich so nicht erwartet. Die Suppe ist optisch kein Genuss und bestimmt auch nicht jedermanns Geschmack. Mir hat sie ganz gut geschmeckt.
















==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Bäuerliche Brotsuppe
Kategorien:Suppe, Eintopf, Brot, Kräuter, Frühling
Menge:4 Personen

Zutaten

200GrammAltbackenes Vollkornbrot
60GrammButter
2Eigelb
1Teel.Pastetengewürz
1 1/2Teel.Getrockneter Majoran
1Teel.Kräutersalz
1/2Teel.Hefeextrakt
1 1/2Teel.Gemüsebrühwürfel
3/4Ltr.Heißes Wasser
3Essl.Sahne
3Essl.Feingehackte Kräuter (Petersilie, Kerbel,
-- Schnittlauch, Liebstöckel/Maggikraut, im
-- Frühjahr auch Wildkräuter

Quelle

Ingrid Früchtel: Das große Vollkorn Kochbuch
Erfasst *RK* 06.05.2008 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Das Brot in Stücke schneiden und kurz in kaltem Wasser einweichen. Ausdrücken und im Mixer pürieren.

Die Butter zerlassen. Butter, Eigelb, Pastetengewürz, Majoran, Kräutersalz und Hefextrakt gründlich mit der Brotmasse verrühren.

Die Brühwürfel im heißen Wasser auflösen. Die Brotmischung gut darin verquirlen. Mit der Sahne verfeinern.

Die frischen Kräuter in die heiße Suppe geben und kurze Zeit darin ziehen lassen, aber nicht mehr kochen.

Zubereitungszeit: 25 Minuten

Pro Person ca. 1345 Joule / 320 Kalorien

=====


Ich habe abweichend vom Rezept etwas Gemüse (Frühlingszwiebel, Knoblauch, Ingwer, Karotte, Kohlrabi) in Olivenöl angebraten, mit Wasser abgelöscht und quasi als Gemüsebrühe köcheln lassen. Gewürzt habe ich mit Salz, schwarzem Pfeffer, Chili und Muskat. An Kräutern habe ich viel Giersch, Brennnessel, Schnittlauch, Oregano und wenig Bärlauch, Sauerampfer, Salbei, Lavendel, Zitronenmelisse, Schafgarbe und Löwenzahn verwendet.

Wie üblich hatte ich im Garten keine Handschuhe dabei: Brennnesseln brennen fast nicht, wenn man beim Ernten beherzt zugreift. :-)

Kommentare:

  1. Das ist vermutlich die Art von Kochbuch, die man einst fürs Gewissen gekauft hat ... um dann allein schon wegen der oft genannten Reformhausgewürzmischungen mit gesund-biederen Namen doch lieber kulinarisch sündhaft zu bleiben. :-)

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  2. Der Brennessel-Kräutertopf gefällt mir aber gut. Du bist wohl schon immun gegen das brennen!? Das kommt sicherlich von deinen täglichen Aufenthalten auf deiner Spielwiese. :-)

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  3. Jaja, das vollwertig Kochen der 80er :-) Bei mir haben sich aber doch ein paar Rezepte aus der Zeit gehalten. Deine Brotsuppe gefällt mir, auch wenn ich Helmut damit nicht kommen darf - irgendein Kindheitstrauma ;-)

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  4. Bei dieser Wiesenerntenkreation kann die LeserInnenschaft ja nur neidisch werden :-)

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  5. Das Pastetengewürz lässt die Vollkornler an Fleischsuppe denken. Dass Brotsuppe farblich nicht soviel hergibt, merkt man auf dem schönen Untergrund überhaupt nicht.

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  6. @ hedonistin: Du bringst es auf den Punkt! :-)

    @ dandu: Immun bin ich leider nicht, gerade brennt der linke Knöchel, das ging wohl durch die Socken. Beim Pflücken geht es: Pflanze fixieren, fest zupacken und abreißen. Wenn man zaudert, brennt es.

    @ petra: ;-)
    Ja, bei mir gibt es auch noch einiges davon. Die Suppe war mal ganz nett, kommt aber nicht ins Repertoire, ich bin ja kein so Brotfan - und danach schmeckt sie.

    @ kulinaria katastrophalia: Das ist ausgleichende Gerechtigkeit, ich muss für viele andere Zutaten ewig weit fahren.

    @ lamiacucina: Hihi, das wird's sein. ;-)
    Stimmt, durch die Kräuter im Teller wurde sie auch halbwegs farbig.

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  7. die blühende wiese entschädigt doch für die doch gar nicht so unansehnliche brotsuppe :-)

    mir wäre eine scheibe brot als beilage zur kräutersuppe vielleicht lieber...

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  8. die Suppe kann sich in der schönen Umgebung doch durchaus sehen lassen ;-)

    ich bin neulich über ein Rezept für eine Brotsuppe "gestolpert", bei dem anstatt Brot Brezeln verwendet wurden sowie zusätzlich zu der Brühe noch ein ordentlicher Schluck Bier... Das klingt irgendwie interessant; diese deftige Variante ist aber dann doch eher etwas für den Herbst ...

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  9. @ sammelhamster: Die blühende Wiese ist zurzeit wirklich schön.
    Unser Geschmack ist ähnlich: Ich koche normalerweise auch Kräutersuppe und esse eine Scheibe Butterbrot dazu. Die Brotsuppe war mal ein Test, aber warum kompliziert, wenn's auch einfach geht?!

    @ sandra: Mit Brezeln und Bier klingt das ja interessant! Aber Du hast recht, eher im Herbst. :-)

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  10. Bislang habe ich Brotsuppe immer nur mit Tomaten und Ciabatta gemacht, dieses hier ist was ganz andres!

    Aber, jetzt eine Suppe Barbara? Hier sind's 25°, aber Rezept ist notiert für den Winter....hihi!!

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  11. Klingt ja interessant. Allerdings kenne ich Brotsuppe als Suppe mit Brotcroutons bzw. Brezeln als Einlage. Sieht mit den Kräutern doch ganz lecker aus, auch wenn es wahrscheinlich nicht so unbedingt meins ist.

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  12. Ich habe ein Brotback-Taschenbuch von 1987, da sind 13 verschiedene Brotsuppen aufgeführt. Ich habe schon mal daran gedacht eine Brotsuppen-Serie zu verbloggen.
    Besonders schön finde ich die umfangreiche Wildkräutermischung in der Suppe.

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  13. @ Katia: Mit Tomaten und Ciabatta klingt aber gut. :-)
    Naja, bei uns war es eben etwas kühl, da schmeckt eine Suppe noch ganz gut. ;-)

    @ Rike: Ich mache normalerweise auch einfach eine Kräutersuppe mit Brotcroutons.
    Das ist auch eher meins. ;-)

    @ lavaterra: 13 Brotsuppen! Eine ganze Menge! :-)
    Die Wildkräutermischung musste sein - mir macht es Spass, im Garten herumzustromern und zu schauen, was gerade wächst. Aber vieles, was da wächst, kenne ich gar nicht...

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