Sonntag, 28. August 2011

Kochen in Köln

So, eine Woche ist es jetzt her: Den letzten Sonntag habe ich in Köln verbracht, bei schönstem Sommerwetter, umgeben von kleinen und großen Kameras, sympathischen Menschen und super Zutaten bei einem sowohl lustigen als auch interessanten Koch-Event - und natürlich mit super Essen! :-)

Eingeladen hatte Staatl. Fachingen bzw. Sabine von der PR Agentur Ketchum PLEON. Die eingehende Post zu Werbeanfragen, Produkttests, Linktauschs usw. hat die letzten Monate deutlich zugenommen, meist überfliege ich solche Mails oder Briefe nur und lösche sie sofort. Sabine schrieb gleich im ersten Satz, sie hoffe, dass ich diese Mail nicht als "nervige Werbebotschaft" empfinde und sie wolle mich nach Köln einladen, wo Frank Buchholz gemeinsam mit 5-6 Bloggern ein leichtes, leckeres und hauptsächlich basisches Menü zubereiten würde. Also habe ich die Mail weiter gelesen und bei bekannten Bloggern herum gefragt, wer denn sonst noch kommt. Köln ist immer eine Reise wert, das Thema Säure-Basen bzw. gesunde, frische Küche interessiert mich sowieso und ich finde es immer schön, in einer Gruppe angenehmer Menschen zu kochen.

Also habe ich zugesagt - auch wenn andere meinten, dieser Koch sei unsympathisch, das Heilwasser hätte nichts mit Kochen zu tun und dergleichen mehr... Ich bilde mir gerne selbst meine Meinung, das Event mit HP und Lafer vor einem knappen Jahr war ja auch super - und ich habe es auch diesmal nicht bereut. :-)

Aber der Reihe nach: Die Anfahrt auf der Autobahn bei der Hitze dauerte etwas und eine ideale Pause für zwischendurch, weil's auch auf dem Weg lag, war natürlich Fachingen.

Ein kleines Dorf nahe Limburg/Lahn, das am Samstag Abend etwas verschlafen wirkte. Die Lahn fliest malerisch am Gelände vorbei, Angler versuchten am Flussufer ihr Glück. Der Hof stand voll mit Getränkekisten; nicht nur Heil- und Mineralwasser, sondern z.B. auch Afri Cola wird dort abgefüllt.

Bereits 1740 wurde die Quelle erwähnt, 1742 bescheinigte dann ein ärztliches Gutachten die positive Wirkung des Wassers, das seitdem ununterbrochen kommerziell genutzt wird.

Unweit vom Tor ist ein kleiner Ausschank, an dem man sich montags Wasser abfüllen kann - wenn man gerade in der Gegend ist.

Die Historie von Staatl. Fachinger finde ich interessant: Früher wurde das Wasser in Tonkrüge gefüllt. Ein Krug kostete den Tagelohn eines Arbeiters, war also ein richtiges Luxusgetränk. Die Krüge wurden in die ganze Welt verschickt. Aber auch Goethe schätzte Fachinger "zur Befreyung des Geistes" und trank Weißwein dazu.

Wir bekamen auch nicht nur Heilwasser... Ich hatte mich schon am Vorabend mit Nata, Juliane und Zorra getroffen und wir sind am Sonntag zusammen in die Malzfabrik gefahren, in der das Event stattfand. Das Wetter, es war schon Mittag, war ziemlich schwül-heiß und ich hatte Durst... Statt kühlem durststillenden Heilwasser gab's aber erst mal Champagner!

Peter vom Blog genussbereit war ebenfalls da sowie Marie, die eine Produkttester-Seite betreibt, und natürlich die Veranstalter. Alles sympathische Menschen, wir duzten uns gleich, sehr entspannt alles. Nach den ersten Schlucken Champagner und der Begrüßung gab's dann zum Glück auch Wasser. :-)

Die Küche des Malzhauses ist geräumig, allerdings waren fast alle Arbeitsflächen mit frischesten Zutaten zugestellt, so dass wir uns erst mal Platz zum Schnibbeln schaffen mussten. Aber erst checkte Frank Buchholz unsere Kenntnisse ab: Warum kommt mehr Eigelb als Eiweiß in den Nudelteig? Wie alt ist ein gutes Lamm, wenn man es schlachtet? Sind junge oder ältere Steinpilze aromatischer? Wie heißt dieses Kraut? - Tja, da kam schnell raus, dass wir alle keine Profis sind und auch mal passen mussten oder falsche Antworten gaben... ;-)

Nicht neu war uns jedoch, dass hochwertige, frische Zutaten wichtig für das Ergebnis sind. Frank gab uns ein paar Tipps, wo er einkauft und worauf er achtet. Regionale frisch geerntete Gemüse und Kräuter, hochwertiges Fleisch sowie Spezialitäten, die man über das Internet bestellen kann, erleichtern uns die Beschaffung und sorgen für leckere, gesunde Küche. Frank und sein Küchenchef Sebastian Kreicarek hatten alle Zutaten sowie weiteres Equipment aus Mainz-Gonsenheim mitgebracht und einiges vorbereitet. So machen sie z.B. Salatsaucen auf Vorrat (hält sich im Kühlschrank wochenlang) und hatten Gefäße dabei, auch mit Fonds.

Unser Menü:
  • Frischkäseravioli mit Oliven-Tomaten-Vinaigrette
  • Lammrücken unter der Artischockenkruste mit Risotto venere und Gemüse
  • Lasagne von Buttermilchmousse mit Orangen-Mandelblättern und Beeren

Wir haben Vorspeise und Hauptgericht gemeinsam gekocht, das Dessert war vorbereitet und wurde nur noch angerichtet. An der rechten Kücheninsel wurde die Vorspeise zubereitet, an der linken das Hauptgericht. Ich war beim Hauptgericht eingeteilt, allerdings war genug Zeit, sich auch mal die anderen Arbeitsplätze anzuschauen. Hier ein paar Bilder von der rechten Kücheninsel (wie fast immer: draufklicken vergrößert das Foto, oder rechte Maustaste):

Die Ravioli waren sehr gut, die Oliven-Tomaten-Vinaigrette fand ich jetzt nicht sooo toll, während der Salat aus frischen Wildkräutern und Blüten drauf schön Frische und Knackigkeit an das Ganze brachte und zudem wunderbar abgeschmeckt war.

Hier mein Teller:

Man sieht auf diesem Foto auch, dass nicht nur Wein sondern auch Wasser getrunken wurde.

Die Vorspeise war schön leicht und frisch - und gesund. Allgemein geht es ja darum, dass man sich halbwegs gut mit viel frischem Gemüse ernährt. Zum Thema Säure-Basen-Haushalt stehen viele Informationen in Büchern, Zeitrschriften und im Internet zur Verfügung. Ein Großteil der Menschen in unserer zivilisierten Welt ist übersäuert; Gründe hierfür sind neben Dauerstress und Bewegungsmangel auch eine unausgewogene Ernährung. Das ganze Thema ist jedoch umstritten, wie so vieles.

Gelernt habe ich, dass Hydrogencarbonat überschüssige Säuren bindet und so Übersäuerungen im Körper entgegenwirkt. Illustriert wurde das durch eine Versuchsreihe von Christiane, die sich als Apothekerin besser mit dem Thema auskennt als ich. Sie verdünnte Salzsäure mit französischem mineralienarmen Mineralwasser und mit Fachinger und wir konnten dann sehen, was passiert.

Das Heilwasser schaffte es, die Säure zu neutralisieren und der mutige Marketingchef von Fachinger wagte es tatsächlich, diese Salzsäure-Heilwasser-Mischung zu trinken. Das hätte ich mich jetzt nicht getraut, aber ich nehme als Information mit, dass ein HCO3-lastiges Wasser gegen Sodbrennen hilft und Säure neutralisieren kann.

Das ist auch klasse, wenn man bedenkt, dass Alkohol ja eher den säurebildenden Lebensmitteln zuzuordnen ist und man es viel leichter verträgt, wenn man fleißig Fachinger dazu trinkt. :*)

Aber Spaß beiseite, es war recht dunkel und die meisten meiner Fotos sind deshalb verwackelt. Ich konnte noch klar sehen. ;-)

Ich habe weiter gefragt, ob es nicht schädlich ist, wenn man Heilwasser länger als die kurmäßigen 3-6 Wochen trinkt. Christiane meinte, das schade überhaupt nicht und man könne es trinken, so lange man wolle. Also - entscheidet selbst! Ich persönlich mache es wie mit vielem im Leben: Ich mag die Abwechslung und trinke mal ein mineralienreiches Heilwasser, dann wieder ein mineralienarmes, je nachdem, wie mir gerade ist. Hauptsache viel Wasser - das mag ich nämlich. :-)

Hier noch eine Collage aus Fotos von der linken Kücheninsel:

Der Risotto aus schwarzem Reis aus dem Piemont wurde im Schnellkochtopf fertig gegart, also nicht 20 Minuten fleißig gerührt. Ich hab's ja nicht so mit diesen Geräten, in die man nicht ständig reinschauen kann - aber es hat einigermaßen funktioniert.

Oben rechts sieht man das Lamm mit Rosmarin im Vakuumgerät. Danach wurde es angebraten, mit der gut gekühlten Kruste versehen und im Backofen überbacken.

Mit knackigem Gemüse, leckeren Steinpilzen und einer aromatischen Sauce sah das auf meinem Teller dann so aus:

Während des Essens war wieder Zeit, sich auf den Genuss zu konzentrieren, Rotwein und Wasser zu trinken und mit den anderen zu reden und sich auszutauschen.

Während wir noch verzückt das zarte Lamm mit den begleitenden Aromen genossen, waren Frank und Sebastian schon mit dem Anrichten des Desserts beschäftigt.

Beim Anrichten durften wir helfen, wobei auch das nicht so einfach war: Ich bewundere die Profis für ihre ruhige Hand und ihr Augenmaß, da sitzt jeder Handgriff, jedes Blättchen liegt da, wo es geplant ist. Ich versuchte, mit einem eleganten Schwung die Vanillesauce um die Türmchen herum anzubringen, was gar nicht so einfach war und irgendwie auf jedem Teller anders aussah...

Lasagne von Buttermilchmousse mit Orangen-Mandelblättern und Beeren:

Durch das begleitende Wasser sicher perfekt für unseren Säure-Basen-Haushalt ;-)

Vom Geschmack her einfach nur genial! Die Teigblätter wunderbar knackig-aromatisch, die Mousse zerging auf der Zunge, die marinierten Beeren hatten Sonne gesehen und brachten sommerlichen Beerengeschmack mit.

Abgerundet mit hausgemachter Vanillesauce, Coulis und einem Blättchen Minze als Farbtupfer war es ein gelungener Abschluss unseres Menüs und der Veranstaltung.

Ach ja, Frank Buchholz mochte ich schon, als er noch beim Kochduell kochte - das hatte ich damals gerne geschaut (inzwischen gucke ich fast keine Kochsendungen mehr). Er ist absolut sympathisch und war mit Spaß bei der Sache. Und das Wasser von Staatl. Fachinger hatte ich vor dem Event auch schon gerne getrunken. Das Kochen und Essen, der Besuch in Köln, das Treffen mit den anderen Bloggern - alles war klasse und hat mir großen Spaß gemacht. Sogar das Wetter spielte mit.

Danke an Staatl. Fachingen, die PR-Agentur und Frank Buchholz, die uns dieses Event ermöglicht haben, sowie an alle, die dabei waren. Hier noch ein Gruppenfoto, von Sabine geschossen für uns als Erinnerung.

Weitere Berichte findet Ihr hier:

Kommentare:

  1. toll Barbara,

    vielen Dank für Deine Impressionen
    Liebe Grüße
    Gaby

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  2. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen.

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  3. Hört sich nach einem echten GenussWE an!
    Kochst du davon jetzt was nach zuhause ;-) ?

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  4. Tolles Event....
    Hätte mir auch Spass gemacht.
    Bitte lass mich nicht dumm sterben.
    Warum kommt mehr Eigelb als Eiweiß in den Nudelteig?
    In meiner kommt nämlich ,wenn überhaupt ,nur Eigelb......und der ist eigentlich immer in Ordnung......was bewirkt das Eiweiß?
    LG
    Martina

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  5. So sieht mal eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema aus. - Sogar bis an die Quelle seid Ihr gereist! Eigentlich hätten wir das alle tun sollen, und ich erwäge sogar, demnächst mal dort hin zu reisen.

    Liebe Barbara, ich bin sehr froh, dass ich Euch kennen lernen durfte. Es hat mir unwahrscheinlich viel Spaß gemacht!

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  6. Genau so war es! Lustig ist ja wie die Geschmäcker und auch die Eindrücke verschieden sind. Mir hat zum Beispiel die Tomaten-Vinaigrette sehr geschmeckt.

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  7. Was schreib ich da eigentlich vom Reisen? Ich meinte doch Pilgern...

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  8. Auf meinem anderen Rechner sieht das alles etwas sehr dunkel aus - hier an dem PC, an dem ich blogge, ist der Monitor wohl heller eingestellt. Es war etwas dunkel - um die Fotos richtig zu sehen, dreht halt kurz an Eurer Einstellung auf heller. ;-)

    @ Gabi: Gerne. Ich hoffe, Du hattest ein bisschen das Gefühl dabei zu sein. :-)

    @ Gisi: Ja, es war echt schön.

    @ sammelhamster: Das Dessert will ich auf jeden Fall machen - zum einen, weil wir da nicht mitgeholfen hatten und ich sehen will, wie das funktioniert. Zum anderen weil das echt genial geschmeckt hat.

    @ Martina: Gerne! Ich hatte erst gedacht, das Eigelb sei für die Farbe oder Geschmeidigkeit da - Quatsch... Eigelb enthält mehr Fett als Eiweiß und Fett ist Geschmacksträger - mit mehr Eigelb schmeckt es einfach besser. Peter hat das übrigens gewusst.

    @ nata: Du kennst mich ja jetzt, ich bin unheimlich ernsthaft - und entsprechend gut recherchiert und verfasst ist natürlich auch der Bericht. Hihi, jetzt pruste ich mich weg... :-))

    Fachingen war super auf dem Weg, das war eine super Pause - ein paar Schritte zu Fuß, es war grün, Natur, gute Luft - statt Autobahn. Hat sich echt gelohnt.

    @ zorra: Zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich! Mir war das irgendwie zu viel auf einmal, zu viele Geschmackshämmer auf einem Teller. Da ging dann das Feine der Raviolifüllung unter - fand ich.

    @ nata: Aber natürlich! ;-))

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  9. Toll, ein mal im Jahr so ein Event, da kann man ja fast neidisch sein. Aber ich gönne es dir von Herzen.

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