Freitag, 5. Dezember 2014

Blanc-manger mit heißen Himbeeren

So langsam wird es weihnachtlich... überall gibt es Plätzchen und Lebkuchen. Bei mir riecht es ja auch abseits von Advent nach Zimt und orientalischen Gewürzen... :-)

Vor einiger Zeit habe ich mal Lebkuchengewürz gekauft, weil ich Elisenlebkuchen backen wollte. Dazu kam ich irgendwie noch nicht, aber kürzlich habe ich mit selbstgemachter dicker Mandelmilch ein Dessert zubereitet, das mit Vanille und Lebkuchengewürz aromatisiert wurde.

Blanc-manger mit heißen Himbeeren
Die Idee hatte ich aus dem Kochbuch So geht vegan! von Patrick Bolk, über das ich hier bei twoodledrum gestoßen war und das ich mir über Carolas Affiliate-Link bestellt hatte.

Im Buch gibt es ein Lebkuchenpannacotta mit heißen Himbeeren. Für die Sülze werden 300 g Sojasahne und 200 ml Hafer- oder Mandeldrink verwendet. Ich hatte ja cremige selbstgemachte Mandelmilch im Haus und bisher habe ich noch nirgends vegane Sahne gesehen, die mich von der Zutatenliste überzeugt hätte, also musste es ohne gehen.

Da fiel mir ein, dass es dann ja eigentlich zum klassischen Blanc-manger wird. Blanc-Manger wird mindestens seit dem Mittelalter auf diese Art und Weise gemacht. So lange gibt es diese Art Pudding aus Mandelmilch schon, das ist überhaupt nichts neues!

Zubereitung Blanc-manger mit heißen Himbeeren

Ich habe also nur mit Mandelmilch experimentiert und dafür wohl etwas zu viel Geliermittel erwischt, jedenfalls war die Sülze ein wenig zu massig und fest.

Mit frischen Himbeeren aus dem Garten, zum Teil heiß gemacht, schmeckte das Dessert trotzdem interessant und mit dem Lebkuchengewürz auch so, dass es gut in die Vorweihnachtszeit passt. Wer mag, kann anderes Obst dazu servieren, z.B. Orangen oder Zwetschgen stelle ich mir gut vor.


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Blanc-manger mit heißen Himbeeren
Kategorien: Süßspeise, Kalt, Mandel, Advent, Vegan
Menge: 2 Portionen

Zutaten
H BLANC-MANGER
250-300mlMandelmilch; selbstgemacht
2-3GrammGeliermittel oder Agar-Agar*
1-2Essl.Agavendicksaft
1/4-1/2Teel.Lebkuchengewürz**
1Vanilleschote
H HEISSE HIMBEEREN
Himbeeren; frisch oder tiefgekühlt
1-2Teel.Agavendicksaft
1SchussHimbeergeist

Quelle

ziemlich abgewandelt nach einem Rezept von Patrick Bolks
im Buch So geht vegan!
Erfasst *RK* 12.11.2014 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen, zusammen mit Mandelmilch, Agavendicksaft und Lebkuchengewürz in einen Topf geben und erhitzen. Abkühlen lassen, bis die Masse ungefähr Zimmertemperatur hat.

Vanilleschote entfernen. Geliermittel mit einem Teil der gewürzten Mandelmilch glatt rühren, dann unter den Rest der Flüssigkeit rühren. Die Masse erhitzen und eine Minute köcheln lassen. Je nach Geliermittel oder Agar-Agar anders verfahren, immer nach Packungsanweisung!

Die Masse in zwei Förmchen geben und im Kühlschrank ca. 3-4 Stunden abkühlen und stocken lassen.

Den Großteil der Himbeeren in einem Topf mit Agavendicksaft und Himbeergeist erhitzen und pürieren. Abschmecken.

Das Dessert mit Hilfe eines scharfen Messers vom Rand des Förmchens lösen und auf einen Teller stürzen.

Mit der Himbeersauce und den zurück behaltenen Himbeeren dekorieren.

* Ich hatte pflanzliches Geliermittel, das aus Agar Agar, Pfeilwurzelmehl und Weinstein besteht. Bitte die passende Menge und Zubereitung nach Packungsanweisung beachten, damit die Masse stockt, aber nicht betonhart wird.

** Wenn man das Lebkuchengewürz weg lässt, wird es weniger vorweihnachtlich. Das Blanc-manger schmeckt das ganze Jahr über.
=====

Hier die Lebkuchen-Mandelsülze noch im Detail.

Blanc-manger mit heißen Himbeeren

Carola hat das Buch gelobt und ich finde auch, dass es für Neu-Veganer oder interessierte Menschen, die sich mit dem Thema Veganismus auseinander setzen oder sich einfach informieren wollen, ein sehr guter Einstieg ist. Auch wenn sich online viel findet und es auch eine Menge veganer Blogs gibt, finde ich ein Buch idealer, um umfassend, fundiert und auf einen Blick ins Thema zu kommen.

Kochbuch von Patrick Bolk: So geht vegan!
Es nennt sich 10 Punkte Programm und entsprechend ist das Buch auch aufgebaut. Nach einer Einführung mit vielen theoretischen Hintergründen, Informationen über Nährstoffe usw. geht es in 10 Punkten in 10 Kapiteln tiefer in Schwerpunkte hinein, z.B. am Anfang darum, ohne Fleisch und Fisch zu leben, warum überhaupt, welche Gründe gibt es dafür, was sind pflanzliche Alternativen, wo kann man diese kaufen. Weiter geht es mit Genuss ohne tierische Produkte wie Milch, Milchprodukte, Eier, kreative vegane Küche, tierfreie Getränke, vegan mit Kindern, Rohkost, Superfoods, besondere Gelegenheiten oder auch ein Kapitel mit Tipps, wie man vegan unterwegs sein kann, vorbereitetes mitnehmen, Restaurantbesuche, Geschäftsessen, usw. Abgerundet wird das Buch mit Informationen über veganes Leben (Kleidung, Kosmetik, usw.) und einem Anhang, z.B. einer Austauschtabelle von tierischen zu veganen Lebensmitteln.

Gut geschrieben und auch für Nichtveganer interessant fand ich vor allem die Fragen wie warum auf Milch und Milchprodukte verzichten, warum auf Eier verzichten, wo überall finden sich versteckte tierische Stoffe - um sich selbst bewusster zu machen, was in der Welt passiert, wie weit sich die Industrie in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, wie Tiere gehalten werden, usw..

Mir persönlich wird zu viel mit veganen Industrieprodukten (wie z.B. die oben angeführte Sojasahne) gekocht und zu viele klassische Gerichte auf vegan umgemodelt. Nein, ich will nicht wirklich wissen, wie Caprese mit festem Naturtofu statt Büffelmozzarella schmeckt, auch veganer Eiersalat interessiert mich nicht. Das eine oder andere probiere ich aus, wir haben auch mal vegane "Würstchen" oder "Käse" gekauft, zum Testen, aber mir schmeckt das alles nicht wirklich.

Trotzdem kann ich genau wie Carola das Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der sich umfassend zum Thema vegane Ernährung informieren möchte. Ich habe darin viel neues erfahren und wurde auch an manches erinnert, was ich schon mal gehört hatte. Preis-Leistung passen, ein wirklich gutes Buch. Wer dann Lust bekommt, kreativer zu kochen, kann ja bei meinen veganen Rezepten oder bei Kathas tierfrei-Aktion nachschauen. ;-)

Das mittelalterliche Blanc-manger im Original, ohne die in späteren Jahrhunderten hinzugefügte Sahne, ist wieder ein Beweis dafür, dass man nichts vom Tier und auch keine Ersatzprodukte braucht, um ein leckeres Dessert herzustellen.

Daher darf mein Blanc-manger auch zur Aktion Tierfreitag.
tierfreitag

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