Mittwoch, 31. Oktober 2007

Forelle mit Cranberries, Couscous-Salat und Spinat

Diesmal habe ich es fast bereut, dass ich mir vorgenommen habe, in diesem Blog keine Fotos von Personen (außer mir) zu veröffentlichen: Die Gesichter der diversen Verkäuferinnen, die ich nach Cranberries gefragt habe, wären eine Diashow wert gewesen! ;-)

Kurz gesagt, hier in der fränkischen Provinz bekommt man immer die gleiche Reaktion: ein klassisches "hää?" in Kombination mit einem mitleidigen Blick und internen Gedanken, die ich mir gar nicht ausmalen möchte... Ich habe verschiedene Aussprache-Versionen versucht: "Cranberries", "Krrrenberrries", "Grrränberrris", Grrränbeeren", "Kranbeeren", "Moosbeeren", dann Erklärungen "so was ähnliches wie Preiselbeeren, aber keine Preiselbeeren, sondern größer, rot, meist aus Kanada oder USA" - NEIN. Kennt man nicht, will man nicht kennen lernen, gibt's nicht. Die letzten Tage habe ich den Umkreis und die Größe der Orte und Läden langsam erhöht: 10 auf 70 km Entfernung, 5.000 auf 75.000 Einwohner, Discounter, Supermärkte, Bioläden, Feinkostläden - immer die gleiche Reaktion der Verkäuferinnen...

Ich kenne ja diesen Blick, jedesmal fühle ich mich gebrandmarkt und möchte ob meiner obszönen Wünsche in einem Mauseloch verschwinden... Warum frage ich auch immer wieder nach so seltsamen Produkten, die eh keiner braucht: Crème double oder Ingwer oder frischer Koriander oder... - Ja, ich lebe sehr gerne hier und für manche Zutat oder für Sushi nehme ich gerne 230 km Fahrt in Kauf. Aber ich hätte nicht gedacht, dass Cranberries so schwer zu kriegen sind!

Anfang Oktober bekam ich immerhin die Aussage, dass es zu früh sei und ich Ende Oktober oder besser im November nochmal nachfragen solle. Also habe ich etwas gewartet, ich war ja auch krank und hatte sowieso wenig Zeit. Aber so eine Woche vor Ablauf des Garten-Koch-Events wurde es langsam ernst - und nirgends gab es Cranberries!

Okay, ich geb's ja zu: Ich war geschäftlich in München, aber da hatte ich keine Zeit zum Suchen, in Bayreuth hätte ich am Samstag eine Handvoll etwas zerdrückt aussehender Früchte für 4,80 € bekommen, dafür war ich zu geizig und ich hatte ja noch die Hoffnung, vor Ablauf des Events woanders schönere zu bekommen... Gestern Abend kurz vor 20 Uhr habe ich aufgegeben, habe diese mitleidigen Blicke nicht mehr ertragen - und eine Packung getrocknete Cranberries in der Tüte gekauft.

Damit habe ich nun heute Mittag eine richtig gute Forelle in der Alufolie fabriziert. Dazu gab's einen Cranberry-lastigen Couscous-Salat und eines meiner Lieblings-Gemüse: Spinat.


















==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Forelle mit Ingwer und Cranberries
Kategorien:Fisch, Süßwasser, Orange, Cranberry
Menge:4 Personen

Zutaten

1Unbehandelte Zitrone
1Unbehandelte Orange
100GrammIngwer; ca.
200GrammCranberries (frisch oder TK)
1/2BundPetersilie
8ZweigeRosmarin
2Teel.Honig
2Teel.Olivenöl
Salz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
4Küchenfertige ganze Forellen à 400 g

H AUSSERDEM

Alufolie

Quelle

Living at Home Ausgabe 10/2005
Erfasst *RK* 12.10.2007 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

1. Zitrone und Orange heiß abspülen und trockenreiben. Orange und Zitrone in Achtel schneiden. Ingwer schälen, in Scheiben schneiden. Mit den Zitrusfrüchten in eine Schüssel geben.

2. Cranberries, Petersilie, Rosmarin, Honig und Olivenöl dazugeben. Salzen und pfeffern. Alles gut mischen, abdecken und beiseite stellen.

3. Forellen innen und außen waschen, trockentupfen, salzen. Jede Forelle auf ein großes Stück Alufolie (ca. 3-mal so groß wie die Forelle) legen und die Cranberrymischung darüber verteilen. Alufolie um den Fisch herum zu einem Päckchen falten.

4. Alupäckchen auf ein Blech legen. Im vorgeheizten Ofen auf der 2. Schiene von unten bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) 15 Minuten garen. Forellen herausnehmen und in den Päckchen servieren.

Kategorie Fisch/Meeresfrüchte Obst

Eigenschaften einfach raffiniert schnell

Nährwerte kcal: 284

Zubereitungszeit 40 min

Anmerkungen Barbara: Statt frischer Cranberries getrocknete aus der Tüte verwendet, da diese gesüßt sind, weniger Honig. Statt Petersilie diverse Gartenkräuter. Sehr lecker!

=====

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Fruchtiger Cranberry-Couscous-Salat
Kategorien:Salat, Warm, Couscous, Orient
Menge:4 Portionen

Zutaten

1BundLauchzwiebeln
1Essl.Öl
75GrammGetrocknete Cranberries
1/2Teel.Getrocknete Minze
250GrammInstant Couscous
Salz
1/2BundFrische Minze
50GrammPinienkerne
2-3Orangen
250Gramm
Sahnejoghurt
1-2Essl.Zitronensaft
EtwasFlüssiger Honig
Pfeffer

Quelle


www.cranberries-usa.de
Erfasst *RK* 12.10.2007 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

1. Lauchzwiebeln putzen, waschen. Grüne Teile in Ringe schneiden, weiße Zwiebeln fein würfeln und in heißem Öl glasig dünsten. Cranberries zugeben mit gut 400 ml Wasser angießen und zum Kochen bringen. Topf vom Herd ziehen, Salz und getrocknete Minze im Teefilter zugeben und Couscous einstreuen. 5-6 Minuten ziehen lassen.

2. Frische Minze waschen, Blätter hacken. Pinienkerne trocken rösten. Orangen filetieren, dabei den Saft auffangen.

3. Joghurt, aufgefangenen Orangen- und Zitronensaft glatt rühren. Mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken. Teefilter aus dem Couscous nehmen, Joghurt-Dressing, grüne Zwiebelringe, Orangenfilets, Pinienkerne und frische Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nährwertangaben pro Portion: Energie: 480 kcal/ 2015 kJ Eiweiß: 12,6 g Fett: 17,9 g Kohlenhydrate: 71,5 g

Anmerkungen Barbara: Statt Lauchzwiebeln eine Zwiebel und viel Schnittlauch verwendet. Etwas Chili dazugegeben und frische Kräuter aus dem Garten. Sehr lecker!

=====

Die Forelle war wunderschön saftig, die Süße der Cranberries harmoniert perfekt mit der leichten Schärfe des Ingwers und den Zitrusfrüchten. Der Couscous-Salat wurde mit frischen Kräutern/Wildkräutern aus dem Garten und (etwas zu viel...) Chili aufgepeppt.

Für den Spinat habe ich einfach gehackten Knoblauch mit Olivenöl angeschwitzt, den Spinat dazu gegeben und zusammenfallen lassen, Salz, fertig und immer wieder gut.

Professionellere Fotos der zwei Rezepte findet man übrigens in den Original-Quellen der Cranberry-Rezepte: Bei living at home und Cranberries-USA.

Danke, Astrid, für dieses "exotische" Thema und die Ausrichtung der Events! Ich hatte viel Spaß damit und heute ein richtig leckeres, leichtes, fruchtiges Mittagessen. :-)

Ein Gruß auch an die Gärtnerin: Leider habe ich auch keine Erfahrungen mit Cranberries im Garten, Heidelbeeren sind sang- und klanglos eingegangen und für Cranberries braucht man wohl auch einen feuchten und leicht sauren Boden, da ist meiner sicherlich zu lehmig. Obwohl: Der Gartenkatalog, der gestern im Briefkasten war, pries welche an: Das überlege ich mir jetzt doch!

Heimlich freue ich mich nämlich schon auf die Reaktionen von zufällig vorbeikommenden Verkäuferinnen, wenn sie sehen, dass bei mir im Garten Grrränberrris wachsen... ;-)

Kommentare:

Bolli hat gesagt…

Du hättest besser nach Preiselbeeren fragen sollen, ich glaube, das ist identisch......

Aber, ganz davon abgesehen, gab's auch in so einer Weltstadt wie Paris Engpässe und keiner hatte airelles oder cranberries frisch.....

Hedonistin hat gesagt…

Da stimmt die Energiebilanz aber gar nicht - das fertige Essen hatte ja nur einen Bruchteil der Kalorien, die du bei Suche nach den Beeren verbraucht hast! :-) Sieht aber superlecker aus.

Hierort gab es frische Cranberries im Supermarkt, um aberwitzige 5 Euro für 100 Gramm. Ohne mich. Ich hab welche gepflanzt, in Moorbeeterde und ein bisschen erhöht, damit nicht "normale" Erde reingeschwemmt wird und es schön sauer bleibt ... Scheinen sich wohlzufühlen, mal sehen, obs nächstes Jahr eine kleine Ernte gibt. Wenn ja, wird sichs gelohnt haben, das Gartencenter nahm 1,70 (Aktionspreis) je Pflanze. :-)

Ilka hat gesagt…

Hmmm..., das hätte mir auch geschmeckt! Cranberries im CousCous ist eine gute Idee, das werde ich mal probieren.

Liebe Grüße

Petra hat gesagt…

Wenn ich die Beeren nicht noch aus der letzten Saison eingefroren gehabt hätte, wäre ich genau so hilflos da gestanden. du hast aber dann doch noch was tolles gezaubert!

@Bolli:
Cranberries (Vaccinium macrocarpon) und Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea) sind übrigens nicht dasselbe.

Sivie hat gesagt…

Schade das meine Lieben sich so wenig für Fisch begeistern können.

Zum Glüch habe ich nicht solche "Logistikprobleme" wie Du. In den umliegenden Kleinstädten (12000-25000 Einwohner) gibt es in den größeren Edeka-Märkten und auch auf dem Wochenmarkt die Cranberries.

lamiacucina hat gesagt…

Soeben erlebt: Hilflose Kassiererin im Supermarkt angesichts meiner eingekauften Schwarzwurzeln: was ist denn das ??
Den mitleidigen Blick kenne ich auch.

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Mitleidige Blicke zu ernten war uns zwar nicht vergönnt -- aber gefunden haben wir auch keine. Äusserst mekrwürdig. Wahrscheinlich sind gerade lauter noramerikanische TouristInnen unterwegs und mopsen alle ;-)
Interessantes Rezept, leider haben wir frustiert schon alle getrockneten Beeren verspeist). Zu Spinat übrigens auch immer vorzüglich gedünstete Zwiebeln und Zitrone. Ein wunderbares Gemüse, schon immer.

Astrid, Kashim & Othello hat gesagt…

Danke fürs mitmachen bei dieser Runde!
Das RoundUp ist endlich online (leider etwas verspätet - sorry) (http://gaertnerblog.de/blog/2007/garten-koch-event-cranberries-round-up-abstimmung/) Abstimmen kann man wie immer hier : http://foodblog.paulchens.org/?p=1062 !

--Astrid

Barbara hat gesagt…

@ Bolli: Nein, Preiselbeeren sind wohl was anderes. Aber a propos Preiselbeeren: Da hast Du mich auf eine Idee gebracht - mal sehen, vielleicht am Wochenende...

@ Hedonistin: Ich war auch echt zu geizig!
Vielleicht baue ich auch mal selber welche an. Vielleicht bloggst Du mal Deine Ergebnisse oder einen Zwischenstand, wie die Pflanzen jetzt aussehen?!

@ Ilka: Im Iran gibt's glaube ich viel mit Berberitzen in solchen Gerichten. Unsere Berberitzen hier haben ja nur klitzekleine Beerchen. Als Ersatz sind die Cranberries sehr gut geeignet, war wirklich lecker!

@ Petra: So richtig ernsthaft gesucht habe ich nicht wirklich, die Metro in Nürnberg hatte bestimmt welche...
Aber einfrieren ist ein guter Tipp!

@ Sivie: Das lernen die Lieben sicher noch! ;-)

@ Lamiacucina: Ich liebe ja diese mitleidigen Blicke... ;-)
Schwarzwurzeln muss ich zugeben habe ich bisher auch noch nie frisch gekauft, nur mal im Glas..., aber es gibt sie hier zu kaufen!

@ kulinaria katastophalia: Danke für die Idee mit Zwiebeln und Zitrone zu Spinat, das muss ich auch mal ausprobieren. Spinat ist wirklich wunderbar!

@ Astrid und Stubentiger: Danke für den umfangreichen Roundup. Mach' Dir bitte keinen Stress, das hat doch alles Zeit und soll doch Spaß machen!
Ich streichle oft auch lieber meine Katzen als dass ich am PC sitze. Man muss Prioritäten setzen im Leben... :-)

Jutta hat gesagt…

Ja, das stimmt, Berberitzen werden in Iran sehr häufig verwendet.

Der Fisch sieht göttlich aus und hat bestimmt auch so geschmeckt. Es wäre bestimmt leichter gewesen, die Forelle zu fangen, als die "Grennberries" zu kaufen - hier, nahe Frankfurt, habe ich sie übrigens problemlos bekommen. Nur gekocht habe ich nix damit...

Gregor hat gesagt…

Hihi, das kenne ich auch!

Gabi hat gesagt…

Schön geschriebene Geschichte ;-)

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