Freitag, 1. Februar 2008

Kässpätzle

Beim Ausmisten auf dem Dachboden fand sich ein noch nie benutzter Spätzlehobel, im Laden ergatterte ich Spätzlemehl und ich erinnerte mich, dass in letzter Zeit auch in diversen Blogs Spätzle gemacht wurden. Als Schwäbin esse ich Spätzle natürlich auch gerne, allerdings selten und ich habe noch nie selber welche gemacht...

Als mein Mitesser Hunger bekam, war die Zeit dann doch zu knapp, in Blogs zu recherchieren, wie man jetzt am besten Spätzle macht... So habe ich zu einem Kochbuch gegriffen, das schon seit Jahren im Regal steht, aus dem ich aber - wenn ich mich richtig erinnere - noch nie etwas gekocht habe.

Also wird dies gleich ein Beitrag für den aktuellen Event von DKduW: Das Buch Kulinarische Streifzüge durch Schwaben war glaube ich in den 1980er Jahren ein Standard-Geschenk in unserer Verwandschaft. Mein Exemplar ist von 1979. Ich weiß nicht mehr, wie es in meinen Besitz gelangt ist, entweder ich bekam es auch geschenkt, vererbt oder habe es mir selbst gekauft. Aus der Reihe habe ich noch die kulinarischen Streifzüge durch Bayern und Franken.

Die Bücher wirken inzwischen vom Design her etwas antiquiert, sind aber schön gemacht, gebunden, griffiges Hochglanzpapier, appetitanregende Fotos, sie bieten Hintergrundinformationen und authentische Rezepte. Bei den Rezepten gibt es jeweils einen einleitenden Text mit Informationen, woher das Rezept stammt, was es damit auf sich hat oder ein nettes Geschichtchen dazu. So etwas gefällt mir.




















==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Spätzle, Geschmälzte Spätzle und Kässpätzle
Kategorien:Teigware, Nudel, Käse, Schwaben
Menge:2 Personen

Zutaten

250GrammMehl (am besten Spätzlemehl)
2Eier
1Teel.Salz
1/8Ltr.Wasser
HAUSSERDEM
Salzwasser
HZUM SCHMÄLZEN
1Essl.Butter
1Essl.Weckmehl
HSPÄTZLE BARBARAS VERSION ZUSÄTZLICH
Wasser
1Ei
HKÄSSPÄTZLE
3-5HandvollKäse, frisch gerieben, z.B. Emmentaler
1Zwiebel
EtwasÖl oder Butterschmalz

Quelle

Kulinarische Streifzüge durch Schwaben
sigloch edition
Erweiterungen von mir, s.u.
Erfasst *RK* 31.01.2008 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Aus den Zutaten einen zähen Teig schlagen, den man so lange mit dem Rührlöffel oder Knethaken bearbeitet, bis er Blasen wirft.

Nun gibt man einen Teil des Teiges auf das nasse Spätzlesbrett und schabt mit einem Spatzenschaber oder einem langen, breiten Messer dünne Streifen in das kochende Salzwasser. Das Wasser muss immer sprudelnd kochen, solange man die Spätzle einlegt.

Vorgehensweise für die geschmälzten Spätze: Sobald sie wieder hochsteigen, nimmt man sie mit einem Schaumlöffel heraus, zieht sie durch frisches, heißes Salzwasser und richtet sie dann auf einer erwärmten Platte an, nachdem man sie hat gut abtropfen lassen. Wenn der gesamte Teig in dieser Weise angerichtet ist, wird das Ganze zuletzt mit in Butter geröstetem Weckmehl geschmälzt.

Wer besondere Ehre mit seinen Spätzle einlegen möchte, nehme für den Teig kein Wasser, sondern so viel Eier, wie das Mehl schluckt. Ein Tipp ist auch Beigabe eines Teelöffels Öl, was den Teig geschmeidiger macht.

Anmerkungen Barbara:

Der Teig lässt sich gut mit der Küchenmaschine zubereiten.

Ich habe den Teig durch eine Spätzlesreibe gedrückt, dafür war die Version des Rezepts bei weitem nicht flüssig genug, ich musste also weitere Flüssigkeit zugeben und habe einiges an Wasser und ein weiteres Ei zugefügt.

Statt geschmälzter Spätzle wollte ich Kässpätzle: Dafür haben wir die Zwiebel klein geschnitten und in einer beschichteten Pfanne mit etwas Öl anbrutzeln lassen. Der Käse wurde gerieben.

Die Spätzle haben wir portionsweise wie oben beschrieben in Salzwasser gekocht, als sie hochkamen, herausgefischt, etwas abtropfen lassen und in eine Schüssel gegeben, darauf Zwiebeln und Käse, dann wieder eine Schicht Spätzle, wieder Zwiebeln und Käse, usw. Mit Käse abschließen, wer mag, nochmal kurz in den Ofen, aber eigentlich reicht die Wärme der Spätzle, um den Käse zum Schmelzen zu bringen, darauf haben wir also verzichtet.

Die Kässpätzle schmecken super zu einem grünen Salat mit einer einfachen Essig-Senf-Öl-Vinaigrette und etwas Schnittlauch.

=====


Im Rezept habe ich ziemlich genau aufgeführt, wie unsere Erfahrungen mit dem Rezept und dem Spätzlehobel waren: Der Teig war zu fest, wir haben ihn verdünnt, die sehr kurzen Spätzle, fast schon Knöpfle, kurz sprudelnd gekocht und mit Käse und Zwiebeln in eine Auflaufform geschichtet. Mit einem Salat war das ein richtig leckeres Abendessen.

Ein Rezept für "Käsespatzen" steht auch in dem Buch, das hatte ich aber auf die Schnelle nicht gefunden... ;-)

Wer sich näher mit Spätzle beschäftigen möchte: Ilka erzählt ihre Erfahrungen mit den Schwaben und ihren Spätzle sehr anschaulich und fabriziert gekonnt Käsespätzle aus handgeschabten Spätzle. Auch Rike zeigt uns, wie man Spätzle schabt. Sabine schabt ihre Spätzle auch selbst und macht auch Schwäbische Käsespätzle, die so richtig lecker aussehen. Und für alle, die lieber zu Hilfsgeräten greifen, vergleicht Claudia vergleicht zwei davon.

Kommentare:

bolli hat gesagt…

Lecker lecker!!!

Was man nicht so alles auf dem Dachboden findet!!!!

sammelhamster hat gesagt…

käsespätzle liebe ich :-)
bisher immer nur mit fertiggekauften spätzle, aber deine anleitung liest sich so, als könnte man das selber machen ;-)

Scholli2000 hat gesagt…

... und nicht zu vergessen, auch Scholli hat vor langer Zeit einmal Kässpätzle gemacht. :-)

Danke, Barbara, jetzt kann ich mich noch weniger auf meine Arbeit konzentrieren, weil ich nur noch an Kässpätzle denken kann! ;-)

schneegespenst hat gesagt…

Ich liebe Kässpätzle! Jetzt weiß ich auch was heut abend auf den Tisch kommt.

Sivie hat gesagt…

Deine Spätzle sehen lecker aus. Ich habe gestern ein Spätzle-Sieb ersteigert. Mal sehen was ich damit zustande kiege. ;-)

Nysa hat gesagt…

zufall??? habe letztes wochenende ein spätzelhobel gekauft und schon 2x spätzle gemacht, wobei das rezept etwas von deinem abweicht. ich habs auch mit dem schaben probiert, aber die spätzle sind nicht so gut geworden :-( hast du deine nun gehobelt oder geschabt??? ich glaub ein schwabe, der was von sich hält, schabt sie, ODER??? käsespätzle mit röstzwiebeln ist eins meiner lieblingsessen... da könnte ich mich reinlegen :-)

Barbara hat gesagt…

@ Bolli: Das Kochbuch war auch auf dem Dachboden... ;-)
@ sammelhamster: Probiere es mal aus, die waren echt lecker.
Das Schaben müsstest Du auch klasse können - ich stelle mir das ähnlich wie Tapeten-Abkratzen vor! ;-)
@ Scholli: Danke für den Tipp, Deine Kässpätzle sehen ja total lecker aus!
Schön auch das Video, das ist anschaulicher als nur Fotos.
@ Schneegespenst: Du hast mich daran erinnert, noch die Kategorie Vegetarisch zu setzen.
Guten Appetit! :-)
@ Sivie: Die Spätzle-Manie greift um sich... ;-)
Da bin ich auch gespannt, wie das Teil aussieht und wie Deine Spätzle werden!
@ Marlise: Zufälle gibt es nicht. Ich schätze, ich werde auch noch einige Rezepte ausprobieren und am Schluß so improvisieren, wie es mir gerade gefällt.
Ich habe sie gehobelt. Schaben kann ich nicht, das Gen hat sich irgendwie nicht mit vererbt...
Spätzle-Schaben sollte man als anständiger Schwabe schon können - zum Glück bin ich nicht so anständig. ;-)
Aber mit diesen Videoanleitungen und etwas Übung - vielleicht probiere ich es mal! :-)

Scholli2000 hat gesagt…

Das Video habe ich allerdings geklaut. Ich würde etwa dreimal so langsam schaben wie der Mann. Bisher bin ich Hobler, habe aber zu Weihnachten einen Schaber bekommen.

Ulli hat gesagt…

Für das Bestehen der Schwabenprüfung ist das Schaben von Spätzle Grundvoraussetzung ;-)

Das Schaben erfordert schon einige Übung. Sobald man es beherrscht, macht man sie nicht mehr anders, weil es eigentlich einfacher und unblutiger gar nicht geht. Das Spülen des Spätzleschwob ist nämlich ziemlich aufwendig, weil der zähe Teig ziemlich klebt.

LG

Schnuppschnuess hat gesagt…

Oh wie lecker - Kässpätzle, darauf hätte ich auch Lust. Ein wirklich schönes Winteressen. Falls hier irgendwann mal der Winter einbrechen sollte, werde ich mir auch mal solche Spätzle machen.

Das Spülen des Spätzleschwobs ist übrigens nicht so grauslich, wenn man das Ding sofort nach der Benutzung in kaltes Wasser legt und dann mit dem "Pümpel" ein paar Mal Wasser durch die Löcher presst. Danach ist das Spülen kein Problem.

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Die ersten Sätze der Zubereitungsanleitung ließen schon geheimnisumwitterte Schabetechniken vermuten ;-) Mit so einem Pressteil ist die Spätzlesaison natürlich nicht richtig eröffnet ;-)

Barbara hat gesagt…

@ Scholli: Dann warten wir alle auf das richtige Indie-Spätzleschab-Video! ;-)
@ Ulli: Die Schwabenprüfung ist ja nur für Zugereiste, ich muss die nicht machen! ;-)
Irgendwann fange ich auch mit Üben an. Wir haben nur diesen Spätzlehobel, der ist leicht zu reinigen.
@ schnuppschnuess: Wir hatten heute Schnee, beim Verbloggen bekam ich dann wieder richtig Appetit darauf, das hat also gut gepasst.
Nimmst Du da echt den Pümpel???
@ kulinaria katastrophalia: :-)
Macht Ihr mit?

Petra hat gesagt…

Hui ein richtiges Rezept für Käsespätzle... ich improvisiere da immer und Zwiebel kommen nur obendrauf bei uns. Aber egal wie - Hauptsache es schmeckt!
Schönes Wochenende

crazy cook hat gesagt…

Ja käsespätzle sind schon was feines, aber was ist spätzlemehl?
Den ausdruck kenne ich noch nicht. Bei uns ist das doppelgriffige mehl das idealste.

lavaterra hat gesagt…

So ein bodenständiges Gericht ist einfach immer gut. Super lecker schaut's aus!

lamiacucina hat gesagt…

am WE muss ich auch wieder mal welche machen, das hier verbloggte Spätzle-Literaturverzeichnis ist mir dafür nützlich. Mit Wasser ergänzen hab ichs auch schon versucht, dann tropft der Teig schneller ab und die Spätzli werden kleiner, Knöpfli-artig. Genau das Gegenteil, was ich mir von der Zugabe erhoffte.

Barbara hat gesagt…

@ Petra: Bei uns war's auch improvisiert und pi*Daumen - aber damit ich in Zukunft weiß, wie wir's gemacht haben, schreibe ich das am liebsten gleich mit auf. Das nächste Mal mache ich's dann bestimmt wieder anders...;-)
@ crazy cook: Das doppelgriffige Mehl ist bei uns genauso schwierig zu bekommen wie Spätzlemehl. Wo der Unterschied liegt, weiß ich nicht, ich denke, es ist ziemlich ähnlich.
Deine Spinatspätzle sehen ja auch lecker aus! :-)
@ lavaterra: Ja, so im Winter mag ich die bodenständigen Gerichte auch mal gerne, nur Erfahrung mit Selberkochen dieser klassischen deutschen Gerichte habe ich wenig, weil ich das bisher immer irgendwo gegessen habe.
Die exotischeren Sachen, die ich hier nicht kriege, koche ich selber. Aber die Blogs machen Appetit, das eine oder andere deutsche Essen auch mal auszuprobieren.
@ lamiacucina: Auf Deine Schweizer "Spätzli" bin ich dann gespannt! :-)
Vielleicht werden sie mit mehr Ei statt Wasser elastischer und es gibt längere Spätzle? Interessantes Thema jedenfalls, und irgendwie mag fast jeder Spätzle, oder?! :-)

Hedonistin hat gesagt…

Mir läuft das Wasser im Mund zusammen ... Wenn so Käsespätzle nur nicht gar so üppig wären! Andererseits, das Wetter macht heut eh wieder auf Winter, da passt das schon. Ich werd mich also von der Spätzlemania anstecken lassen. :-)

Barbara hat gesagt…

@ hedonistin: Bei uns flockt es heute, da hat man echt Appetit auf diese üppige, deftige Küche... Muss auch mal sein! ;-)

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Mitmachen beim Spätzleschaben? Das gibt bestimmt eine Riesensauerei in unserer Küche :D und Frustration. Da schauen wir lieber zu.

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