Freitag, 13. Juli 2012

Vanillezucker selber machen

In meiner Kindheit gab's zuhause Vanillinzucker aus dem Päckchen und echte Vanille war eine Kostbarkeit. Ich erinnere mich noch gut daran, wie seltsam die ersten schwarzen Pünktchen in Vanillesahne wirkten, die irgendwann aufkamen. Das dürfte Anfang der 1980er gewesen sein. Ja, ich werde alt. ;-)

Trotzdem taucht Vanillin Zucker auch heute noch in vielen Rezepten auf und es gibt ihn überall zu kaufen. Die Lebensmittelkonzerne und Supermärkte würden das nicht anbieten, wenn es sich nicht lohnen würde. Viel Geld für ein bisschen Zucker mit einem Aromastoff, der meist aus einem Nebenprodukt der Papierindustrie billig und in großen Mengen gewonnen wird, finde ich.

Vanillezucker

Mir ist klar, dass der Weltbedarf an diesem Geschmack nicht durch die Weltproduktion an Vanille gedeckt werden kann, aber für die kleinen Mengen an Vanillezucker, die wir im Haushalt verwenden, mag ich lieber Zucker mit echter Vanille bzw. den übrig gebliebenen Vanillestangen, nachdem man das Mark ausgekratzt hat.

Vanillezucker für den Vorrat lässt sich so einfach und preisgünstig selber herstellen! Die Zubereitung ist denkbar einfach: Man füllt Zucker in ein Schraubglas, gibt ausgekratzte Vanillestangen dazu und wartet. Wer es noch vanilliger mag, gibt zusätzlich gemahlene Vanille dazu, die man kaufen oder selbst herstellen kann. Oder man fügt frisch ausgeschabtes Vanillemark hinzu, wie man mag.

Der Vanillezucker, den man so gewinnt, schmeckt wunderbar nach Vanille und eignet sich perfekt als Basis für alle Rezepte, die Vanille- oder Vanillinzucker verlangen. 

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Vanillezucker
Kategorien:Süßspeise, Grundrezept, Vanille
Menge:1 Rezept

Zutaten

1Schraubglas
Zucker
2-3Vanilleschoten; ausgekratzt (mit oder ohne Mark)
1/2Teel.Gemahlene Vanille*; wer mag und hat

Quelle

Standardrezept
Erfasst *RK* 08.04.2012 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Zucker mit den ausgekratzten Vanilleschoten und evtl. der gemahlenen Vanille in das Glas geben. Deckel drauf und einige Wochen warten, das vanillige Aroma geht auf den Zucker über und man hat leckeren Vanillezucker.

Tipps:

Ich gebe immer wieder frische ausgekratzte Vanillestangen und Zucker hinzu, so dass der Vanillezucker eigentlich nie ausgeht.

Wenn der Zucker je etwas hart werden sollte, kriegt man ihn durch etwas Schütteln oder indem man mit einem Löffel oder einer Gabel durchrührt, wieder krümelig.

* Gemahlene Vanille kann man selbst herstellen, indem man hart gewordene Vanilleschoten in einem Blitzhacker (Moulinette o.ä.) fein hackt oder mahlt und evtl. noch durch ein grobes Sieb gibt.
=====

Tipp zum Weiterlesen: Steph hat in ihrem kleinen Kuriositätenladen sehr ausführlich darüber geschrieben, wie sie Vanillezucker herstellt.

Ich kaufe Vanille ebenfalls bei Madavanilla online, wie ich hier in meinem Beitrag zur Herstellung von Vanille-Essenz beschrieben habe. Auch die Essenz könnt ihr leicht selber machen.

Kommentare:

  1. Da kann ich nur zustimmen. Die Packerl gibt's bei mir auch nur noch in Notfällen. Allerdings suche ich seit Wochen Vanillepaste, die man wohl gut zum Backen oder für Saucen verwenden kann. Weißt Du, ob man die auch selber herstellen kann? Schönes Wochenende!!

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  2. Schön, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast. Es sind so einfache Dinge, die in Vergessenheit geraten.
    Vanillezucker wird bei uns schon immer selbst gemacht.
    Liebe Grüße und einen perfekten Freitag, den 13.

    Renate

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  3. Im Hause LBC gehts danach noch weiter: Ausgediente Schoten aus dem Vanillezuckerglas reichen noch gut zum Mitkochen in Milch für Alltagsgrießpudding und dergleichen. Ich zerkleinere sie für diesen Zweck, damit an den Schnittstellen schön Aroma abgegeben werden kann.

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  4. Ich schreddere meistens die Schoten samt Zucker im Blender puderzuckerfein, damit lässt sich später wunderbar karamellisieren.

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  5. Mach ich auch so wie Du, Barbara....aber ich wollte mal meine vertrockneten Stangen einlegen in Alkohol....da war doch was in den letzten Wochen bei Dir, stimmts? Muss mal stöbern.

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  6. @ Julia: Von Vanillepaste habe ich noch nie gehört.

    Kurz mal gegoogelt, enthält Wasser, Zucker, 2% Vanilleschote und ein Verdickungsmittel. Das bessere davon. Das andere neben Aromastoffen noch Zutaten, die ich ohne Lebensmittelchemiestudium nicht verstehe. Hm... Vielleicht stattdessen einfach Vanillemark nehmen? Wofür brauchst Du es denn?

    @ Dinkelhexe: Ja, ab und zu braucht's diese Posts zwischen drin, denke ich mir immer, weil wir doch mit unseren Blogs auch Multiplikatoren sind. Und manche sind sich gar nicht bewusst, wie einfach so etwas geht und wie viel Geld sie damit noch sparen und Geschmack gewinnen können.

    @ Hedonistin: Ja, das klingt auch sehr lecker!

    @ Arthurs Tochter: Ja, das mache ich auch, da gibt's dann ein extra Glas mit grauem Zucker. :-)

    @ pimpimella: Das war der Extrakt, auf den ich am Ende des Textes verlinkt habe. Hoffe, Du hast ihn gefunden! :-)

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  7. Huhu...oh ja..es geht doch nichts über selbstgemachten Vanillezucker :)))

    Lg Sandra

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  8. Zusammen schreddern...so mach ich das auch. Da weiß man wenigstens was drin ist. LG

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  9. Bei uns gibt es auch schon lange keine Tütchen mehr :) der selbst gemachte Vanillezucker schmeckt einfach am besten...die Tütchen sind überhaupt nicht nötig.

    Schön aussehen im Glas tut er auch noch :)

    Dir ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße,
    Svenja

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  10. @ Sandra: Genau! :-)

    @ Sybille: Das finde ich auch echt das wichtigste! Wenn man sich die Zutaten, die die Lebensmittelindustrie uns bietet, mal so durch den Kopf gehen lässt... Nein, das will ich lieber nicht. Zumindest nicht mehr als nötig.

    @ Svenja: Finde ich auch, dass es die Tütchen nicht braucht - vielen ist gar nicht bewusst, wie einfach man Vanillezucker selber machen kann.

    Danke, Dir auch!

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  11. Ich habe das auch mal mit Salz ausprobiert, nachdem ich das irgendwo gelesen hatte. Da merkt man nur leider kaum was vom Vanille-Aroma.

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  12. @ Jan: Interessant, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.

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