Mittwoch, 29. Mai 2013

Römische Spielwiesen

Bevor hier wieder gekocht wird, möchte ich mit Euch noch ein paar Eindrücke und Fotos teilen. Wir waren über den 1. Mai für 5 Nächte in Rom und hatten richtig Glück mit dem Wetter. Das schöne warme Frühlingswetter hatte ich dann auch gleich mit nach Deutschland genommen, leider hat es nicht gehalten. ;-)

Wir haben diesmal in Trastevere übernachtet, der Bahnhof hat direkte Verbindungen nach Civitavecchia (das ist der Hafen von Rom, wir kamen mit dem Schiff an) und zum Flughafen, was natürlich praktisch ist.

Santa Maria in Trastevere

Nach ein bisschen Fußweg kommt man von dort auf den Gianicolo, der zwar nicht zu den klassischen sieben Hügeln Roms zählt, aber ein wunderschönes Panorama bietet.

Blick auf Rom vom Gianicolo

Der Stadtteil liegt zudem recht zentral, so dass man sehr viel zu Fuß erreichen kann. Ich erlaufe mir Städte nämlich ganz gerne.

Imposant ist auch ein Spaziergang am Tiber. Da waren wir fast alleine, obwohl sonst natürlich viele Touristen in Rom waren.

Spaziergang am Tiber

Spaziergang am Tiber

Außerdem sind wir mit Bahn, Metro, Bus und Straßenbahn gefahren. Es gibt z.B. ein 3-Tages-Ticket für 16,50 EUR. Ich steige dann gerne einfach dort aus, wo es interessant aussieht und erkunde die Gegend. So sind wir z.B. zufällig im jüdischen Viertel gelandet.

Jüdisches Viertel in Rom

Artischocken alla giudia im jüdischen Viertel in Rom
Im ehemaligen Ghetto kann man koscher essen. Natürlich gibt es auch die Artischocken "alla giudia". Irgendwie hat es doch nicht geklappt, dass wir welche gegessen haben, aber fotografiert habe ich welche...

Mit dem normalen Ticket darf man sogar bis nach Ostia Antica oder ans Meer, was sich als Tagesausflug lohnt. Ostia Antica ist das Ausgrabungsgelände der antiken Stadt Ostia, der ursprünglichen Hafenstadt des antiken Rom. Hier ein paar Impressionen:

Ostia Antica

So sieht es vor allem aus, grüne Bäume und alte Steine. Ich finde das beeindruckend.

Ostia Antica

Das Theater wird heute wieder für Aufführungen genutzt. So, wie es da steht, stammt es wohl aus dem 2. Jahrhundert. Früher war es prächtig mit Marmor verkleidet.

Ostia Antica

Ich klettere ja immer ganz gerne abseits der Wege herum. Durch Zufall habe ich in eine Art Höhle geschaut und war sehr erstaunt, dort diese Statue zu finden. Angeschildert war sie nicht, es war also Glück. Fand ich sehr interessant. In der Nähe war auch noch ein unterirdischer Tümpel mit Wasser.

Mosaik in Ostia Antica

Eidechsen, wildwachsende Feigen, Mosaike, usw. Sehenswert. Zur Erinnerung: Alle Fotos werden größer, wenn man auf sie klickt!

Barbara in Ostia Antica
Man kann locker einen ganzen Tag hier verbringen.

Teils sind die Ruinen ausgegraben und etwas restauriert, wie das Theater oben, es gibt aber auch Stellen, an denen alles sehr ursprünglich ist und man auch fast keine andere Besucher mehr antrifft.

Als Stärkung gönnten wir uns im Café des Ausgrabungsgeländes einen gedeckten Mandelkuchen, der wieder Power gab für weitere Besichtigungen.

Kaffeepause mit gedecktem italienischen Mandelkuchen in Ostia Antica

Wir sind danach weiter nach Ostia und Lido di Ostia gefahren. Der Strand (wäre eh zu spät und zu kalt zum Baden gewesen) und der Ort haben uns aber nicht wirklich überzeugt.

Lauter Strandbäder mit Liegen und Sonnenschirmen in Reihen, dazu Umkleidekabinen, wohl organisiert und für mich nicht sonderlich einladend. Trotzdem ist es angeblich durch die Nähe zu Rom im Sommer und am Wochenende gut belebt.

Lido di Ostia

Es war noch so warm, dass wir zum Abendessen draußen sitzen konnten.

Pasta in Ostia

In Ostia und in Rom selbst blühte bereits der Holunder, auch Brennnesseln fand ich einige. Allgemein ist es schön grün und im Frühjahr blüht vieles; man findet erstaunlich viel Natur für eine Großstadt. Immer wieder beeindruckt mich, dass man an Straßenrändern und zwischen alten Steinen so viel Getreide findet, das einfach so zusammen mit vielem, was man als Unkraut bezeichnen könnte, wächst.

Getreide und Unkraut

Vor unserer Reise hatte ich virtuell mal bei Ariane angeklopft, die das Blog Tra dolce ed amaro betreibt, das ich sehr gerne lese.

Ariane lebt mit ihrem Mann seit vielen Jahren in Rom und die beiden kennen sich dort natürlich super aus, nicht nur, was die Stadt und die Sehenswürdigkeiten angeht, sondern auch die Hintergründe, die ich sehr spannend finde.

Wir haben uns getroffen und es war unheimlich toll und nett und interessant. Die beiden sind total sympathisch und (eigentlich wie jedes Mal, wenn ich Foodblogger treffe, ein nettes Völkchen...) wir hatten uns unheimlich viel zu sagen, haben viel geredet und gelacht, wenig über Essen, viel über alles mögliche.

Aperitivo
Die beiden hochprozentigen Negronis auf dem Foto gehören allerdings den Spielwiese-Genießern. ;-)

Durch Ariane habe ich den alkoholfreien Crodino kennen gelernt, der auch sehr lecker und erfrischend war. Toll finde ich die italienische Art, wie Aperitivo an sich serviert wird. Man bekommt nämlich einiges an Snacks und Knabbereien dazu, wenn man ein Getränk bestellt.

Wir haben uns mit Ariane an der sehenswerten Piazza Farnese getroffen und sind dann etwas um die Häuser gezogen. Und wir haben uns so gut verstanden, dass wir uns am nächsten Tag wieder getroffen haben! An dieser Stelle nochmal ein Dank an Ariane für die vielen Tipps und die schöne Zeit!

Abends führten Ariane und ihr Mann uns u.a. noch in eine super Eisdiele. Die verschiedenen Eissorten werden bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert. Frische Früchte der Saison oder auch eine Menge Besonderheiten wie Eis aus Aceto Balsamico. Durch die Deckel sieht man nicht, was einen erwartet: So ist das Pistazieneis z.B. nicht grün gefärbt, sondern hat seine natürliche Farbe.

Il Gelato di San Crispino
Das Eis schmeckte hervorragend!

Gut gefallen hat mir auch die Basilika Santa Sabina, die auf dem Aventin-Hügel liegt, auch ein Tipp von Ariane. Die Basilika stammt aus dem 5. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten und wichtigsten christlichen Gotteshäusern in Rom.

Santa Sabina

Eingangsportal Santa Sabina
Das hölzerne Eingangsportal, entstanden um 432, zeigt biblische Motive und ist die älteste holzgeschnitzte Tür der christlichen Kunst.

Die Reliefs aus afrikanischem Zedernholz sind ausdrucksvoll gearbeitet und wirklich auch sehenswert.

Von daneben liegenden kleinen Park hat man einen schönen Ausblick auf Rom.

Ausblick nahe Santa Sabina

Nach so viel Geschichte und alten Steinen wollten wir mal etwas modernes. Das Museo nazionale delle arti del XXI secolo, kurz MAXXI genannt, von Architektin Zaha Hadid erbaut, 2009 eröffnet, beherbergt zeitgenössische Kunst und verschiedene Ausstellungen.

MAXXI Nationales Museum der Künste des XXI. Jahrhunderts

Kulinarisch: Frisch zu kaufen gab's gerade Zucchiniblüten und Artischocken, damit lockten die diversen Restaurants.

Frittierte Zucchiniblüten mit Käse
Hier eine frittierte Version, die ich in Ostia als Vorspeise bestellt hatte. Auch beim Abendessen mit Ariane hatte ich etwas mit Zucchiniblüten, da habe ich aber nicht fotografiert.

Kolosseum und Vatikan haben wir diesmal nur gestreift, es gibt in Rom ja noch so viel anderes zu sehen. Ich laufe immer mit staunenden Augen durch die Gegend.

Rom nahe Kolosseum

Wir waren schon öfter in Rom, allerdings habe ich bisher wenig davon verbloggt. Schaut mal hierhier und hier.

Kommentare:

  1. Sieht nach wunderbarem Kurztrip aus! Meine Rom-Erfahrungen stammen von der Abireise, das waren irgendwie noch ganz andere Zeiten ;-)

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  2. Ein schöner Bericht, der auch bei mir Erinnerungen weckt! Und man sieht die "eigene" Stadt auch wieder mit anderen, entspannteren Augen.
    Ich sage jetzt nur: Kommt bald wieder!
    Saluti
    Ariane

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  3. @Petra: Ich war auch in der 12. Klasse mal mit der Schule dort, auch in Ostia. Aber das ist schon so ewig her! Wir waren jetzt 2008, 2009, 2011 und jetzt im Mai und haben noch lange nicht alles gesehen. Rom lohnt sich wirklich! (Aber andere Städte auch...)

    @Ariane: Danke, ich habe aus den über 1000 Fotos mehr zufallsgesteuert herausgepickt, was nicht so ganz die üblichen Rom-Fotos sind. Ja, am liebsten würde ich gleich wieder hin! ;-)

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  4. Ich gestehe, ich war (außer auf der Interraildurchfahrt) noch nie in Italien. Wenn ich so deine Bilder betrachte, steht das aber ganz weit oben auf meiner Wunschliste.
    Aber erstmal wird in Dänemark geradelt, vielleicht ist das von dir mitgebrachte Wetter dorthin gezogen ;-)

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  5. Rom ist wirklich eine ganz besondere Stadt. Wer nicht selbst dort war kann sich nicht vorstellen, was für eine positive Ausstrahlung diese Stadt hat. Schöner Bericht!

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  6. Ich war zwar erst einmal in Rom, 1999 als Studienfahrt in der 11. Klasse, aber war sofort begeistert von der Stadt. Das Moderne und Antike einträchtig nebeneinander, viel Kunst, viel Historie, geiles Essen, interessante Menschen ... *hachhachhach* Würde gerne mal wieder hin! Und danke für's Mitnehmen!

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  7. Das ist ja ein toller Trip gewesen. Danke für den schönen Reisebericht. Und Foodblogger hast Du unterwegs auch noch getroffen. Ariane hat auch wirklich einen inspirierenden Foodblog. Der gedeckte Mandelkuchen sieht ja nach einem ganz schön ordentlichen Stück aus. Da wäre ich für den Rest des Tages schon satt. :-) Gegeizt wird da in Rom mit dem Essen jedenfalls nicht.

    Liebe Grüße
    Annaaaaa

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  8. Hach, Rom. Wirklich eine Sehnsuchtsstadt. Danke für die vielen tollen Tips. Freunde von uns waren übrigens begeistert von "RomeHome", über die man Appartements direkt in der Stadt buchen kann. Sie hatten für ca. 120€ ein Appartement mit Dachterrasse direkt über dem Campo di Fiori. Wirklich besser als jedes Hotel, da man sich auch mal einen Kaffee oder eine Kleinigkeit zu Essen machen kann. Beim nächsten Mal werden wir das auch ausprobieren.

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  9. @kochpoetin: Italien ist wirklich faszinierend, da gibt es so viel zu sehen und zu genießen. Das ist natürlich was ganz anderes, als in DK zu radeln. ;-)

    @Magdi: Ja, die positive Ausstrahlung, die gute Energie, das kraftvolle Quellwasser dort, das hat alles was. Uns gefällt es wirklich sehr gut dort.

    @Anikó: Studienfahrten scheinen wohl immer noch nach Rom zu gehen! ;-) Fahr' mal wieder hin! :-)

    @Anna: Arianes Blog gefällt mir schon lange, da war irgendwie klar, dass die Person dahinter auch sympathisch sein wird. Ja, der Mandelkuchen war heftig, aber wir hatten an dem Tag kein Mittagessen, da war das okay.

    @Julia: Guter Tipp, danke! Bei uns war die Zeit schwierig mit dem Feiertag und dass wir gleich 5 Nächte bleiben wollten, da war's gar nicht so einfach, etwas freies bezahlbares zu finden. Appartments hatte ich auch geschaut, da gibt's ja einige Anbieter, aber nichts passendes gefunden. Unser Hotel war auch ein Appartment mit Küche, allerdings war diese nicht eingerichtet, nur die Möbel, aber keine Pfanne, kein Topf, kein Messer, usw.

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  10. Vielen herzlichen Dank für diesen wunderbaren Bericht. Wenn ich mal nach Rom komme, will ich das alles ganz genau so haben. Mit Spaziergang am Tiber, mit Strand und Negronis. Herrlich!

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