Sonntag, 11. Januar 2009

Ente im Kirschbad mit Brezenknödeln

Seit ich die Entenbrust mit Kirschsauce bei Ilka gesehen hatte, wusste ich, dass ich das Rezept nachkochen wollte. Das Rezept passt auch gut zum aktuellen Fremdkochen-Event der Hüttenhilfe mit dem Thema Ente.

Als Beilage war mir allerdings nicht nach Spätzle, auch nicht nach Schupfnudeln oder Kroketten, die bei ähnlichen Rezepten empfohlen werden, sondern ich hatte die Idee, dass Brezenknödel gut dazu passen könnten.

Keine Ahnung, wie ich darauf kam, ich habe noch nie welche gegessen. Ein Rezept dafür hatte ich auch nicht - aber Rike: Sie hat vor einiger Zeit genial-leckere Brezenknödel zubereitet. Also doppelt fremdkochen. ;-)

Heute wollte ich dieses Gericht zubereiten - lustigerweise war es gestern total schwierig, die Zutaten zu bekommen! Für die Entenbrust musste ich 4 Läden anfahren, Brezen bekam ich auch erst beim dritten Anlauf, Petersilie gar nicht. Egal.

Ich habe das Enten-Rezept auf 2-4 Personen runtergerechnet und mit meinen Anmerkungen versehen.

Die Zubereitung der Ente war relativ einfach. Die Gewürze habe ich gemörsert und mich darüber gefreut, dass ich über 4 Monate nach meiner OP den schweren Mörser wieder aus dem Regal hieven kann. Das Schälen und Würfeln der Schalotten ist etwas zeitaufwändig. Thymian zu finden, war dagegen einfacher als ich dachte: Meine Orientierung im Garten war gut, ich buddelte gleich an der richtigen Stelle. :-)

Der Mitkoch widmete sich parallel der Zubereitung der Brezenknödel.

Dafür werden altbackene Brezen (hier in Franken heißen sie Brezen, nicht Brezeln) in Stücke geschnitten, in Eiermilch eingeweicht und mit Zwiebeln (wie vieles heute auf dem mit Holz befeuerten Beistellherd gebrutzelt, praktisch!) und Petersilie (Schnittlauch als Ersatz schmeckte auch) vermischt in Folie gewickelt und gegart. Wir haben den Stößel des Mörsers als Gewicht benutzt, damit die eingepackten Knödel nicht auftauchen.

Die Entenbrust war ziemlich dick und brauchte etwas länger als im Originalrezept. Währenddessen hatte ich beim Testen der Sauce beschlossen, die komplette Portion Kirschen hinein zu kippen, die Originalmenge war mir zu wenig.

Eigentlich hat es so sehr gut geschmeckt, fruchtig-portweinig eben. Der Katze war es offensichtlich zu viel Obst.

Als Beilage habe ich noch Romanesco in etwas Wasser mit Salz, Pfeffer und Chili gedünstet.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Entenbrust mit Kirsch-Portwein-Sauce
Kategorien:Geflügel, Ente, Kirsche, Portwein
Menge:4 Personen

Zutaten

2Entenbrustfilets (à 300 g)*
Salz und Pfeffer aus der Mühle
1PriseGemahlener Koriander
1Essl.Olivenöl
150GrammSchalotten
100GrammSauerkirschen*
3Essl.Thymianblättchen
150mlRoter Portwein (ersatzweise Rotwein)
250mlGeflügelfond*

Quelle

nach Tim Mälzer - VOX - Schmeckt nicht gibt's nicht
Erfasst *RK* 30.07.2004 von
Ilka Spiess

Zubereitung

Die Hautseite der Entenbrust kreuzweise einritzen, dabei nicht ins Fleisch schneiden. Die Brüste mit Salz, Pfeffer und Koriander einreiben. Im heißem Öl zuerst auf der Hautseite ca. 3 Minuten scharf anbraten. Wenden und auf der Fleischseite weitere 2 Minuten anbraten.

Die Brüste in eine feuerfeste Form setzen und im vorgeheizten Ofen bei 200°C 10 Minuten garen (Umluft 180°C). Schalotten fein würfeln. Ein wenig Öl in der Pfanne behalten, Rest abgießen. Schalotten andünsten. Die entsteinten Kirschen hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und frischem Thymian würzen. Mit dem Portwein ablöschen und bis auf 1/3 einkochen lassen.

Den Geflügelfond hinzugeben und offen weitere 5 Minuten einkochen lassen. Falls die Sauce zu flüssig ist, eventuell mit etwas Saucenbinder andicken und nochmals abschmecken. Entenbrüste kurz ruhen lassen und anschließend mit der Sauce servieren.

Tipps:

* Man brät die Entenbrüste zuerst scharf auf der Hautseite an, so dass das Fett ausbraten kann und die Haut knusprig wird.
* Wer mag, kann die Ente auch mit etwas gemahlener Nelke würzen.

Anmerkungen Barbara:

* Für 2 Personen 1 Entenbrust mit 430 Gramm verwendet, Sauce für 4 Personen.
* Entenhaut mit Salz, Pfeffer, Koriander und Nelke (zusammen gemörsert) gewürzt, lecker.
* Sauerkirschen aus dem Glas verwendet. Ich habe erst 100 Gramm abgewogen, am Schluss dann aber doch alle Kirschen genommen. Das war vielleicht etwas viel, mir hat's geschmeckt.
* Statt Geflügelfond Sauerkirschsaft (aus dem Glas) und Portwein, ein Hauch Gemüsebrühpulver.
* Statt Saucenbinder ca. 1 Esslöffel Speisestärke mit etwas Portwein gemischt, in die Sauce gerührt, kurz aufkochen lassen, fertig.

=====


Die Brezenknödel schmeckten uns sehr gut. Sie passen wunderbar zu der Ente.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Brezenknödel nach Schuhbeck
Kategorien:Teigware, Knödel, Bayern
Menge:4 Personen

Zutaten

125GrammBrezel oder Laugenstange, mind. vom Vortag
125mlMilch
1Ei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss; frisch gerieben
1/2klein.Zwiebel
1/2Essl.Öl
1/2BundPetersilie*
HAUSSERDEM
Frischhalte- und Alufolie

Quelle

nach Alfons Schuhbeck - Meine bayerische Küche

gefunden bei Rike: www.genial-lecker.de
Erfasst *RK* 11.01.2009 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Brezeln vom Salz befreien und in etwa 1 cm große Würfel schneiden.

Milch aufkochen, vom Herd nehmen, das Ei verquirlen und unterrühren. Die Eiermilch mit Salz, Pfeffer und wenig Muskat würzen, Laugenwürfel untermischen, ohne sie zu sehr zu zerdrücken.

Die Zwiebel schälen und fein hacken, im Öl glasig anbraten. Petersilie waschen und trockenschütteln, fein hacken. Petersilie und Zwiebel zu der Knödelmasse geben und untermischen.

Zwei große reißfeste Bögen Alufolie auf der Arbeitsplatte auslegen und mit Frischhaltefolie bedecken. Die Knödelmasse darauf verteilen und mit feuchten Händen zu Würsten von 5 cm Durchmesser formen. Die Frischhaltefolie fest darum wickeln, dann mit der Alufolie fest verschließen, die Enden eindrehen, damit gleichmäßig dicke Rollen entstehen.

In einem großen Topf Wasser zum Sieden bringen und die Knödel darin bei leicht siedendem Wasser in 30 Minuten garen.

Mit dem Schaumlöffel herausheben, von Folie befreien und in Scheiben geschnitten servieren.

Zubereitungszeit: etwa 20 Minuten Arbeits- + 30 Minuten Kochzeit

Schwierigkeit: einfacher mit Übung.

Anmerkungen Barbara:

* Statt Petersilie (hatten wir leider keine) Schnittlauch verwendet.
* Die Masse laut Rezept war etwas sehr flüssig, wir haben daher noch eine weitere Brezel klein geschnitten und ein weiteres Ei in die Masse gegeben. Das Ergebnis war sehr lecker.

=====


Hier noch eine Detailaufnahme der Entenbrust im Kirschbad mit aufgeschnittenen Brezenknödeln und Romanesco.

Die Komposition hat uns sehr gut geschmeckt.

Kommentare:

  1. Schön, dass Ihr die Brezn-Knödel mochtet. Wir waren damals auch sehr angetan. Die Kirschsauce zur Ente stelle ich mir auch sehr lecker vor!

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  2. Sieht himmlich lecker und saftig aus. Eine gelungene Kombination, die ich mir jetzt auch gerne schmecken lassen würde. Vielen Dank fürs Mitmachen.

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  3. Ich muss mich unbedingt an die Brezenknödel wagen.

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  4. Der sehnsüchtige Blick der Mietze ist köstlich!!! Was hat sie davon abgehalten sich ein Stück zu schnappen? Die Temperatur ? Oder hat Herrchen ihren Schweif gehalten?
    Köstlich sieht das Ganze aus!

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  5. Ich musste so lachen bei der Vorstellung, wie Du im Garten buddelst und ein Loch nach dem anderen gräbst, weil Du die Kräuter nicht findest - gerade noch mal gut gegangen. Übrigens, wenn Du noch mal sowas Tolles kochst, bitte 5 Stunden vorher kurz Bescheid geben, damit ich mich auf den Weg machen kann. Das sieht derart lecker aus!

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  6. @ Rike: Danke fürs Rezept - die waren wirklich sehr lecker!

    @ Sebastian: Gerne doch, das war echt ein Anlass, dieses tolle Gericht endlich einmal zu kochen. :-)

    @ Alin: Ja, ran! ;-)

    @ Heidi: Ich hatte den Teller nur kurz neben Fenster und Mieze abgestellt, weil ich ohne Blitz fotografieren wollte. Ich habe sie verscheucht... ;-)

    @ Jutta: Länger als 3 Stunden fährst Du auch bei dem Winterwetter nicht! :-)

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  7. Sieht lecker aus, aber mir müßtest du schon einen Tag vorher bescheid sagen ;-)

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  8. schade, dass ich ente nicht mag. aber die breznknödel hätte ich alle gegessen ;-))) lg

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  9. Da kann die Ente von Glück reden, dass die Katze nicht zugelangt hat. Seine Brezenknödel dümpeln auch schon lange auf meiner Nachkochliste. Aber so richtig gut sind die Brezen hier nirgendwo.

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  10. @ Sivie: Hihi, stimmt, bei Dir ist die Anfahrt etwas länger. ;-)

    @ Nysa: Die paar Brezenknödel, die übrig waren (wir hatten die komplette Portion gekocht) wurden gestern abend vernichtet.

    @ lamiacucina: Stimmt. ;-)
    Die Brezen, die ich hier bekam, waren auch nichts besonderes, das Ergebnis hat aber trotzdem gut geschmeckt.

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  11. Sieht richtig lecker aus, aber auch toll dokumentiert und bebildert!

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  12. Die Entenbrust mit Kirschen hat mich auch sehr angemacht, nach deinem Beitrag erst recht! Ich habe mich gestern erst mal an Petras Honig-Pfeffer-Ente versucht, wird noch verbloggt.

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  13. Sieht unglaublich toll aus!
    An Ente hab ich mich bis jetzt selbst noch nicht rangewagt, wurde bis jetzt immer fremdgegessen.
    Aber die Knödel werden sicher ganz bald probiert!

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  14. @ Eva: Ich hatte ziemlich viel dabei fotografiert. Da ich solche Gerichte selten selber machen, helfen mir Fotos zur Erinnerung. ;-)

    @ Petra: Ja, die war wirklich lecker. Wobei die Honig-Pfeffer-Ente auch sehr gut klingt.

    @ Sandra: An ganze Enten habe ich mich auch noch nie rangetraut, aber Entenbrust ist einfach zu machen.
    Wir hatten mal Entenbrust mit Rhabarber, das war phantastisch.

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  15. Sehr schönes Rezept und super gelungene Fotos! Da hat man richtig Lust das Gericht nachzukochen.

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  16. Ich hätte ja schwören könne, dass ich das schon mal gemacht habe, aber meine Suite hat es nicht erkannt. Sicher habe ich es mir bei Ilkas damals auch vorgemerkt. Klingt auf alle Fälle super.
    Du hast einen Holzherd? Mein vollster Neid ist dir gewiss, so einen möchte ich auch!
    Viele Grüße

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  17. ich hatte eigentlich einen Kommentar hinterlassen, na nu, verschwunden im Orbit.....

    Sehr lecker, habe jetzt keine Lust, alles nochmals zu tippen....

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  18. @ Ursula: Danke. :-)
    Lust zum Nachkochen lohnt - ist wirklich lecker!

    @ Petra: Das Foto bei Ilka war so gut und authentisch, dass man fast das Gefühl hat, es schon mal gegessen zu haben.
    Ja, einen Beistellherd mit Ceranoberfläche, für Holz und Kohlen - die angenehmste Wärme, finde ich. :-)

    @ Katia: Dieser Orbit immer... ;-)
    Lecker wars, stimmt! :-)

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