Sonntag, 27. Juni 2010

Jasmin-Halbgefrorenes

Wer uns zurzeit besucht oder die Straße entlang geht, wird von Jasminduft eingenebelt. Wir haben zwei große Sträucher, die wunderschön blühen und intensiv riechen.

Eigentlich handelt es sich dabei gar nicht um Jasmin, sondern um den europäischen Pfeifenstrauch, der auch falscher Jasmin, Sommerjasmin oder Bauernjasmin genannt wird.

Entscheidend ist mir aber, dass man die Blüten essen kann. Ich wollte nämlich ein Parfait damit parfümieren und war gespannt, wie das Ergebnis schmecken würde.

Die Blätter pur sind übrigens knackig und würzig. Für das Eis habe ich einige Handvoll Blüten über Nacht in Sahne gebadet und am nächsten Tag mit einer Eigelbcreme sowie Eischnee zu Parfait gefrieren lassen.

Parfait bzw. Halbgefrorenes kann man ohne Eismaschine zubereiten. Bei dem sonnigen Wetter also ideal.

Das Jasmin-Halbgefrorene schmeckt uns ausgezeichnet. Man erkennt einen Hauch von Blütenaroma, ganz leicht bitter würde ich sagen, aber perfekt abgerundet.



















==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Jasmin-Parfait
Kategorien:Süßspeise, Eis, Grundrezept, Blüte
Menge:1 Parfait für 4-10 Personen als Dessert

Zutaten

200GrammSahne
1-2HandvollJasminblüten (ungespritzte, saubere Blüten vom Bauernjasmin)
2Eier; frische nehmen!
4-6Essl.Zucker

Quelle

eigenes Rezept
Erfasst *RK* 27.06.2010 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Jasminblüten in die Sahne geben und darin mehrere Stunden, am besten über Nacht, ziehen lassen. Alternativ kann man die Sahne erwärmen (nicht ganz bis zum Kochen bringen) und die Blüten dann hinein geben. Gut abkühlen lassen.

Eier trennen. Eigelb und den Großteil des Zuckers mit dem Rührgerät schlagen, bis die Masse weiß-cremig ist. Die Blüten aus der Sahne sieben und die aromatisierte Sahne separat steif schlagen und darunter mischen. Eiweiß mit dem restlichen Zucker ebenfalls steif schlagen, mit einem Löffel unterheben, dabei nicht allzu sehr schlagen, so dass nicht allzu viel Luft entweicht, aber die Masse trotzdem ausreichend durchgemischt wird.

Die Parfait-Masse in ein geeignetes Gefäß füllen (evtl. zuvor mit Frischhaltefolie auslegen) und je nach Gefäßform für 3-6 Stunden gefrieren lassen. Zum Servieren aus der Form nehmen und in Scheiben schneiden.

Gut passen frische Erdbeeren oder ein Erdbeer-Spiegel dazu.

Tipp:

Ohne die Blüten ist dies ein Grundrezept für Parfait bzw. Halbgefrorenes. Man kann das Rezept prima abwandeln: Ein Klassiker ist Vanille-Parfait, dazu einfach eine Vanilleschote auskratzen und in der Sahne ziehen lassen.

Ideen für weitere Geschmackskomponenten: Ingwer, Chili, Espresso, Minze (Pfefferminzöl und frische Minzeblätter), Honig, Früchte (püriert und passiert), Liköre.

=====


Ein perfektes Dessert für den Juni-Event im Gärtner-Blog, den diesmal wieder ich ausrichten darf. Thema sind essbare Blüten.

Damit habe ich relativ wenig Erfahrung und bin daher gespannt auf Eure Beiträge.

Blüten von Kräutern und Wildkräutern habe ich schon verwendet, Gänseblümchen sind meine Standarddekoration und mit Holunderblüten habe ich experimentiert: Die Holunderblüten-Rahmsülze und ein geeistes Törtchen mit Holundercreme waren beide super.

Kommentare:

  1. Oh Barbara, das hört sich ja sooo lecker an und wie Du es angerichtet hast ... einfach toll. Kompliment!
    Jasmin im Garten wäre eine wunderbare Bereicherung. Hast mir einen "Floh" ins Ohr gesetzt *grins*

    AntwortenLöschen
  2. Oh, diese Blüten hatten wir auch im Garten (sind inzwischen verblüht).
    Hab' ich mal wieder nicht gewusst, dass ich die hätte essen können....nächstes Jahr!

    AntwortenLöschen
  3. Hmmmm, was für eine schöne Idee und lecker schaut es aus. :)

    AntwortenLöschen
  4. schade, dass man das nicht riechen kann. Im Moment kann ich mich gar nicht daran erinnern, wie Jasmin riecht.

    AntwortenLöschen
  5. Ich liebe Jasmintee! Wenn das Parfait nur im Ansatz an dieses Jasminaroma erinnert, hat es für mich schon gewonnen! Grüner Tee und Jasminblüten wäre wohl auch eine schöne Kombi für so ein Parfait.

    AntwortenLöschen
  6. Wir haben 3 riesige Jasminbüsche im Garten aber leide sind alle voller Läuse. Also da wird nix mit Parfait und Co.... leider! Ich hatte auch keine Ahnung dass man die Blüten und Blätter essen kann ... ist ja toll!

    AntwortenLöschen
  7. @ Dinkelhexe: Danke! :-)

    @ sammelhamster: Bei uns ist glaube ich alles etwas später als bei Euch... Ich wollte schon ewig was damit machen, aber jedes Jahr habe ich es verpasst.

    @ Franzi: Ja, das war mal was anderes.

    @ lamiacucina: Der Geruch ist echt herausragend, blumig, typisch irgendwie.

    @ Evi: Eine gewisse Ähnlichkeit hat es, ja.

    @ Heidi: Zum Glück haben unsere keine Läuse, sonst hätte das nicht geklappt.

    AntwortenLöschen
  8. Das sieht sehr lecker aus und so etwas beruhigend mit schöne weisse Farbe. Viele Grüsse...

    AntwortenLöschen
  9. @ nesrin: Danke, ja, stimmt, das hat etwas beruhigendes. Dir auch viele Grüße! :-)

    AntwortenLöschen
  10. ehe es zu Blüten kommt, habe ich die Pflanze meistens schon vernichtet......

    AntwortenLöschen
  11. Schon fast märchenhaft, so ein Parfait aus Blüten. Superschöne Idee, die ordentlich Eindruck hinterlässt!

    AntwortenLöschen
  12. Irreführung mit Jasminduft, da muss beim nächsten Aufenthalt im Süden mal geschaut werden, ob es wirklich echter Jasmin ist, der immer so verführerisch duftet.

    AntwortenLöschen
  13. @ Bolli's Kitchen: Hihi, hier konnte ich nicht viel kaputt machen, die Pflanzen waren schon da und so groß und robust, dass sie hoffentlich noch eine Weile halten.

    @ Christina: Märchenhaft, schön. :-)

    @ kulinaria katastrophalia: Das würde mich auch interessieren... Keine Ahnung, ob ich echten Jasmin erkenne und ob der gleich riecht?!

    AntwortenLöschen
  14. Ich liebe wie Evi auch Jasmintee und habe beim Schreiben und Naeheren betrachten des Fotos verstanden, dass Jasmin auf italienisch gelsomino ist. Das hatte ich bis jetzt nicht begriffen! Trifft sich aber gut, denn die ganze stadt duftet zwischen Mai und Juni danach...ich werde aber nach einem Ausschau halten muessen der am wenigsten Abgase abbekommen hat.

    AntwortenLöschen
  15. Sieht toll aus. Mir geht's leider wie Heidi.

    AntwortenLöschen
  16. Ui, ich bin beeindruckt. Leider komm ich wegen WM gar nicht dazu, an diesem Event teilzunehmen.

    AntwortenLöschen
  17. Wieder was gelernt - auch ich hatte keine Ahnung, dass der Pfeifenstrauch kulinarisch zu nutzen ist. Bei uns steht er momentan auch in voller Blüte. Das Eis dürfte aber ganz schön intensiv parfümiert schmecken?

    Aus dem Tessin haben wir übrigens noch eine Jasmin-duftende Pflanze mitgebracht, die allerdings im Kübel steht und im Keller überwintern muss: Trachelospermum jasminoides. Die beduftet an Sommerabenden die ganze Terrasse, herrlich!

    AntwortenLöschen
  18. Sieht toll aus! Leider kein Jasmin weit und breit, aber massenweise Lavendel - damit probier ich's mal aus.

    AntwortenLöschen
  19. @ Jutta Lorbeerkrone: Gelsomino klingt auch schön, wir waren vor 2 Jahren in Rom und ich erinnere mich an den Duft. Die Abgase zu essen ist natürlich nicht so toll... Vielleicht aus einem Park?

    @ Sivie: Läuse sind auch nicht schön... :-(

    @ Mestolo: Man muss Prioritäten setzen! ;-)

    @ Petra: Es hielt sich in Grenzen, ich hatte die Blüten in Sahne kalt angesetzt. Holunder, Lavendel o.ä. schmecken deutlich parfümierter, es war nur ein Hauch.

    Die jasmin-duftende Pflanze klingt auch interessant, ich mag solche Gerüche, die einen an südliche Sommer erinnern.

    @ Sandra: Mit Lavendel funktioniert das sicher auch!

    AntwortenLöschen
  20. Ich habe mir auch schon Tee gekocht von unserem Bauernjasmin. Schmeckte herrlich. Ehe ich ihn nun für den Winter sammeln will, habe ich recherchiert: BAUERNJASMIN IST GIFTIG. Es wird davor gewarnt, ihn zu essen (trinken). Welche Erfahrungen habt ihr in den vergangenen Jahren gemacht?

    AntwortenLöschen
  21. @Anonym: Das mit dem giftig kann ich so nicht bestätigen, wo hast Du das recherchiert?

    In Büchern und überliefert habe ich nur essbar gefunden. Im Internet gibt es inzwischen große Diskussionen darüber: Früher galt die Pflanze als ungiftig, bis einmal irgendein Gartenportal geschrieben hat, dass sie giftig sei, das dann aber wieder zurück genommen hat, und seitdem hält sich dieses "giftig" bzw. "einige Sorten evtl. für Kinder und Haustiere leicht giftig". Irgendwo habe ich gelesen, dass Pferde den Bauernjasmin nicht vertragen (aber die mögen das Parfait wahrscheinlich auch nicht ;-)).

    Ich esse keine großen Mengen davon, sondern einmal im Jahr solch ein Eis oder eine Creme. Bisher habe ich noch nichts negatives bemerkt, sondern es gut vertragen. Da macht mir Sahne mit Carrageen (E407) mehr zu schaffen...

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Blog Widget by LinkWithin