Dienstag, 27. September 2011

Holunderlikör

Auf der Spielwiese wird nicht nur gegessen, sondern natürlich auch viel getrunken - nicht nur Wasser. Dafür habe ich eine eigene Kategorie, die sinnigerweise Getränke heißt.

Darin tummelt sich so ziemlich alles, vom Frühstücks-Milkshake über Wildkräuter-Limonaden und einige hochprozentige Drinks bis hin zu meinem Rezept für Nusslikör, das zu einem der beliebtesten hier im Blog gehört. Selbstgemachte Liköre mag ich allgemein sehr gerne - man kann prima variieren, verwertet hochwertige Nahrungsmittel aus dem eigenen Garten oder der Natur und erhält ein wohlschmeckendes selbstgemachtes Getränk.

Als Basis nimmt man Alkohol, Zucker, eine Hauptzutat und Gewürze. Das Prinzip ist immer ähnlich, man kann prima selber variieren. Im Normalfall arbeite ich ohne Rezept, daher schmecken meine Liköre auch jedes Mal etwas anders...

Mein Rezept für Holunderbeerlikör habe ich jetzt mal aufgeschrieben. Ich mache davon immer nur eine kleine Menge, weil das Abzupfen der Beeren etwas mühsam ist und ich selten Lust auf Mammutaktionen habe. Bevor der Likör weggesüffelt ist, habe ich gestern noch schnell ein paar Fotos davon gemacht.

Holunder ist übrigens sehr gesund: Die Beeren wirken als Radikalfänger, sind entzündungshemmend, schmerzlindernd und stärken das Immunsystem. Seit Jahrhunderten werden Holunderbeeren auch gegen grippale Infekte, Erkältungen und Fieber eingesetzt. Eher als Saft, mit heißem Wasser und Honig aufgegossen. - Aber der Likör wirkt sicher auch. :*)

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Holunderlikör
Kategorien:Getränke, Likör, Holunder
Menge:1 Rezept

Zutaten

1Schüssel Holunderbeeren

EtwasWasser
70-100GrammZucker; ca.
HGEWÜRZE*
2Nelken
1/2Vanilleschote (ausgeschabt, z.B. ein Rest)
1Sternanis
1ScheibeZitrone
2cmZimtrinde
1StückIngwer
HALKOHOL
400-500mlWodka
HZUCKERSIRUP ZUR ABRUNDUNG, EVTL.**
50GrammZucker
50mlWasser

Quelle

eigene Vorgehensweise nach verschiedenen Quellen
Erfasst *RK* 04.09.2011 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Holunderbeeren mit Hilfe einer Gabel oder einfach mit den Fingern (Handschuhe tragen!) von den Stielen trennen. Zusammen mit etwas Wasser und dem Zucker in einen Topf geben. Gewürze zufügen und alles zusammen ca. 15 Minuten vorsichtig köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren; die Beeren sollten nicht anbrennen, evtl. Wasser nachgießen.

Die Masse und durch ein Sieb (oder ein Mulltuch) in eine Schüssel abseihen, so dass man Saft erhält. Abkühlen lassen.

Mit dem Alkohol vermischen und verschlossen einige Tage stehen lassen.

Abschmecken und in Flaschen umgießen. Der Likör ist fertig, schmeckt aber umso besser, wenn er noch ein paar Wochen stehen darf.

** Mir war meine letzte Version zu wenig süß, ich hatte daher noch Zuckersirup zubereitet und auch etwas mehr Wodka genommen. Für den Zuckersirup köchelt man Wasser und Zucker zusammen auf, rührt gut dabei und lässt es köcheln, bis man Sirup hat. Abkühlen lassen und so viel vom Sirup (und Wodka) unter den Likör rühren, bis der Likör so richtig gut und ausgewogen schmeckt. (Das ist natürlich Geschmackssache - der eine mag es mehr nach Holunder, dem anderen ist es zu intensiv...)

Tipps:

* Was die Gewürze angeht, ist man ziemlich flexibel. Wer es puristischer mag, nimmt nur die Beeren oder etwas Nelken und Zitrone zur Geschmacksabrundung.

Man kann auch mit Orangensaft geschmacklich abrunden, einfach zu dem Wasser am Anfang geben.

Statt Wodka kann man auch anderen hochprozentigen Schnaps nehmen.

=====


Hier habe ich noch ein Foto der Flasche auf einem abgesägten Stamm unseres Holunders.

In vielen ländlichen Regionen haben die Menschen Holunder ums Haus herum gepflanzt, als Heilpflanze und Beschützer. Holunder wird viel Gutes nachgesagt. Nicht nur kulinarisch - aber auch kulinarisch. :-)

Kommentare:

Ute-S hat gesagt…

Johannisbeeren streife ich mit einer Gabel von den Rispen. Funktioniert das mit den Holunder-Dolden nicht auch, um schneller die Beeren von den Stielen zu trennen?
(Ich müsste auch mal die Holunderbüsche hinterm Haus plündern, bisher habe ich den Saft immer fertig im Reformhaus gekauft.)

Anonym hat gesagt…

Hallo,
ich habe noch ungesüßten Holundersaft vom Vorjahr im Keller stehen.
mein Baum hat dieses Jahr schlecht getragen.
Wieviel Saft bekommst du am Ende ca. raus?
Eine Schüssel - grins -, ich denke mal, daß du 250 ml Saft bekommst.
Danke für das Rezept.
Heike

sammelhamster hat gesagt…

Fein!
Ich habe am WE auch meinen Holunderlikör, allerdings nach einem anderen, leider nicht verbloggten Rezept abfiltriert und jetzt reift er nochmal vier Wochen....wenn du mal wieder vorbeikommst, kriegst du ein Gläschen :-D

claudia o. hat gesagt…

Da will ich gleich mal sehen, wo ich hier in der Nähe Holunder herbekomme. Denn so ein Holunderlikörchen auf Wodkabasis ist bestimmt bekömmlich. Ich habe auch noch schöne flaschen aufbewahrt, los geht es! LG claudia o.!

Barbara hat gesagt…

@ Ute-S: Ich habe das hier auch probiert (und ins Rezept geschrieben), kam aber persönlich besser damit zurecht, sie mit den Fingern zu zupfen. Das lag vielleicht auch daran, dass noch einige grüne Beeren dran waren.

Ich geb's zu, ich kaufe den Saft oder die Konfitüren auch oft fertig - dabei wachsen hier in der Region massig wilde Büsche. Aber wenn man keine Zeit hat (bzw. sie für was anderes nutzt) ist die gekaufte Ware ja auch okay. Dieses Jahr wollte ich mal mehr selber machen. :-)

@ Heike: Grins... Ertappt! Ich weiß echt nicht, es war eine größere Schüssel, und ich schaffe es wirklich nie, die Beeren dann abzuwiegen. Deshalb ist das Rezept auch mehr Schätzung und ich brauchte noch Zuckersirup, weil's doch mehr waren als gedacht. Aber ca. 250 ml Saft könnte hinkommen... :-)

@ sammelhamster: Abfiltriert klingt richtig gut! Ich hab meinen nur durch ein Sieb gelassen, mag ihn aber so. Ich komm' mal wieder vorbei!!! :-))

@ claudia o.: In schönen Flaschen eignet sich der Likör auch prima als Geschenk. Mit einem schönen Etikett dran... :-)

Schau' mal bei Spaziergängen, an Feldrändern, oft auch am Waldrand oder bei uns interessanterweise oft neben kleinen Kapellen am Wegesrand und natürlich in Hecken - da wächst Holunder gerne. Und merk' Dir die Stelle, fürs Frühjahr gibt es super Rezepte mit Holunderblüten.

Peter hat gesagt…

Mmmh, lecker! Da können wir ja tauschen. Ich habe noch selbst gemachten Holunderblütenlikör!

Heike hat gesagt…

Ich hab noch einen Rest Holunderlikör aus vorletztem Jahr. Nicht, dass ich so wenig trinke, nein:
Dank Omas Dampfentsafter sind mehrere Liter Holundersaft jährlich kein Problem.
Die Beeren lasse ich einfach an der Dolde :)

Ich geb immer noch Zitronensaft mit dazu, der Holunder ist mir oft zu "stumpf" im Geschmack ohne zusätzliche Säure.

Ingwer ist eine gute Idee!

LG
Heike

Sina hat gesagt…

Seitdem ich mir letztes Jahr die ganze Pracht über die Bluse geschüttet habe, werde ich dieses Jahr vielleicht besser auf den leckeren Likör verzichten... ;-)

Barbara hat gesagt…

@ Peter: Gute Idee!!! :-)

@ Heike: Solche Mengen - ganz gefährlich... ;-)

Ich habe schon mehrmals Dampfentsafter geerbt o.ä. - aber damit komme ich irgendwie nicht klar, zu viel Technik. Daher habe ich alle verschenkt und ärgere mich manchmal darüber. Das heißt aber, dass Du die Dolden mit garst, darüber hatte ich nämlich unterschiedliches gelesen, manche Quellen meinten, man solle trotzdem entdolden, was genauso aufwändig wäre. Gut zu wissen.

Säure: Ich weiß was Du meinst. Ein Hauch Zitronensaft ist durch die Zitronenscheibe drin, sonst schmeckt es sehr nach Holunder, durch die anderen Gewürze (wahrscheinlich spielt der Ingwer eine Hauptrolle) aber meiner Meinung nach nicht stumpf.

@ Sina: Au wei, die Flecken kriegt man nicht mehr raus... :-(

Ich ziehe für solche Aktionen immer alte Klamotten an, anders geht's nicht. Und im Garten aufpassen, dass man nicht in Beeren reintritt, das gibt auch eine Sauerei, wenn man das ins Haus schleppt.

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