Sonntag, 21. Februar 2021

Mapo Doufu aus selbstgemachtem Tofu

Bei der kulinarischen Weltreise von volkermampft gibt es im Februar ein Spezialthema: Comfort Food für die kalten Tage ist gefragt und man darf Rezepte aus der ganzen Welt einreichen. Normalerweise wird pro Monat ein Land vorgegeben. 

So ein Sonderthema ist super für Einsteiger, die bisher noch nicht dabei waren, so wie ich. Volkers Event gibt es ja schon lange, und viele der Länder, aus denen gekocht wurde, kenne ich und koche gerne deren Gerichte. Irgendwie habe ich es bisher aber noch nicht geschafft, innerhalb des vorgegebenen Monates etwas Landestypisches zu kochen... Dies ist also meine Premiere.

Als ich das Thema Soulfood bzw. Comfort Food für die kalten Tage las, fiel mir sofort eines meiner liebsten Gerichte ein, das solche winterlich nasskalten triste und trostlose Tage aufhellt und aufschärft: 麻婆豆腐, Mápó Dòufǔ bzw. auch Mapo Tofu, wenn man das japanische Wort für Bohnenquark nimmt. Tja, das Thema Tofu klingt kompliziert, ist es aber nicht. :-)

Mapo Doufu (Mapo-Tofu aus Sichuan)

Ich bin ja Sinologin und habe 1990/91 in China studiert. Damals nannte sich das feste weißliche Produkt aus Sojabohnen hierzulande noch Bohnenquark, auf Englisch bean curd. Irgendwann hat sich dann weltweit das japanische Tofu durchgesetzt, das ich meist auch verwende. In der Kombination mit mapo verwende ich aber das chinesische Wort, nur so passt das imho zusammen: Mapo Doufu. 

Dieser scharfe Tofu ist einer der Klassiker der Sichuan-Küche, den man überall in China und auch anderswo in Asien bekommt und mein Rezept für Mapo Doufu ist seit 12 Jahren auf dem Blog. In dem damaligen Beitrag habe ich auch geschrieben, warum ich Mapo Dofu oft esse und warum das Gericht so heißt. 

Die Provinz Sichuan (四川, 4 Flüsse) hat übrigens ähnlich viele Einwohner wie Deutschland, ist um ca. ein Drittel größer und liegt im Südwesen Chinas. Man bekommt dort viele scharfe Gerichte mit Chili und Sichuanpfeffer (den man hierzulande früher auch Blütenpfeffer nannte).

Ich esse und koche das Rezept also seit über 30 Jahren und denke nicht viel darüber nach. Tofu, scharfe Sauce mit Chilis, Bohne, Sichuanpfeffer, fertig. Ab und zu bekomme ich gute Chili-Bohnen-Saucen im Asienladen oder bringe mir welche von meinen Reisen mit, manchmal improvisiere ich. Entscheidend für diesen Seelenwärmer ist die Qualität des Tofus.

Tofu selbermachen

Im Asienladen kriege ich manchmal ganz guten Tofu, aber in Pandemiezeiten komme ich kaum hin. Die Ware aus Bioläden oder Supermarkt meide ich; ich glaube, die Tofusorten dafür werden produziert, damit veganes Essen übel schmeckt... ;-)

Also habe ich mir letzten Herbst überlegt, Tofu selber zu machen. Im Prinzip braucht man dafür Sojamilch (bzw. offiziell Sojadrink) und etwas, das die Sojamilch gerinnen lässt. 

Sojamilch selbermachen 

Die Sojadrinks, die man hierzulande kaufen kann, mag ich nicht, also habe ich welche selber gemacht. Ich habe mir Sojabohnen aus bayerischem Bio-Anbau bestellt (sie wachsen hierzulande, vielleicht baue ich dieses Jahr welche an) und damit gewerkelt.

Sojamilch selbermachen

Um Sojamilch herzustellen, gibt es mehrere Methoden. Wichtig ist, dass man die getrockneten Bohnen wässert. In der Collage links sieht man unten die getrockneten Bohnen und darüber gequollene; sie werden deutlich größer. Entweder man mixt sie dann und drückt sie durch ein Tuch oder man hat einen dieser sog. Slow Juicer. Ich hatte das große Glück, bei Zorras letztjährigem Geburtstags-Event einen Slow Juicer von Panasonic zu gewinnen und bin begeistert, wie einfach es damit geht, die eingeweichten Sojabohnen in Flüssigkeit und trockenen Rest zu trennen.

Sojamilch selbermachen
Die weiße Flüssigkeit kocht man in einem großen Topf. Genau wie Kuhmilch kann sie anbrennen und überkochen, man muss also dabei bleiben. 

Sojamilch muss ca. 15 Minuten gekocht werden, bevor sie für Menschen verträglich ist. Das Rühren und Schaum-Entfernen hat durchaus etwas meditatives... Ich habe es auch schon auf die Barbara-typische schnelle Art probiert und parallel etwas anderes gemacht - tja, was soll ich sagen, Sojamilch brennt an und kocht über... ;-) 

Sojamilch selbermachen

Die selbstgemachte Sojamilch schmeckt mir sehr gut. Ich mag sie am liebsten pur und warm. 

Tofu selbermachen 

Um aus Sojamilch Tofu herzustellen braucht man ein Gerinnungsmittel; das funktioniert also ähnlich wie mit Kuhmilch und Käse. Ich habe etwas recherchiert und schließlich Braugips bestellt. In China verwendet man Gips und ich will chinesischen Tofu. Mit Gips kann man auch Seidentofu herstellen (darüber schreibe ich in einem anderen Beitrag) und ich mag ihn am liebsten. 

In Japan nutzt man klassischerweise das magnesiumhaltige Meerwasserprodukt Nigari als Gerinnungsmittel (auch das kann man bestellen), außerdem findet man im Internet Rezepte mit Essig oder Zitronensaft.

Tofu selbermachen
Der lebensmittelgeeignete Braugips ist billig und funktioniert unkompliziert. Man rührt ihn mit etwas Wasser (oder mit Sojamilch) an und rührt diese Mischung vorsichtig in die heiße Sojamilch. Nach etwas Warten füllt man um in ein Gefäß, das unten Löcher hat. Ich habe mir ein einfaches Plastikteil bestellt, aber man kann auch ein Sieb/Durchschlag nehmen. Es gibt auch schöne Tofuformen aus Holz. 

Ich finde es jedesmal wieder faszinierend, wie aus den Bohnen dieser leckere Bohnenquark entsteht. Oft nasche ich ein wenig vom warmen Tofu und würze mit ein wenig Sojasauce, fertig.

Und hier kommt das ausführliche Rezept mit vielen Tipps auch für festen oder weicheren Tofu. Meine Fotos stammen vom Dezember, das Ergebnis war ein etwas festerer Tofu. Ich habe dafür die Form mit zwei Dosen beschwert. Für den Mapo Tofu heute habe ich etwas weicheren gemacht. 

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Sojamilch (Sojadrink) und Tofu selber machen
Kategorien: Hülse, Sojabohne, China, Grundrezept, Getränke
Menge: 1 Block Tofu (ca. 400 g) aus 1 Liter Sojamilch

Zutaten

H HERSTELLUNG VON SOJAMILCH
   Wasser zum Abspülen und Einweichen
250Gramm Sojabohnen; getrocknet
1 1/2Ltr. Wasser; ca.
H FÜR DEN TOFU
1Ltr. Sojamilch
1Teel. Gips (Braugips, Calciumchlorid-Dihydrat); ca.
100ml Warmes Wasser; zum Auflösen des Gipses
H GERÄTSCHAFTEN
1  Tofupresse; alternativ Behälter aus Plastik oder
   -- Holz mit Löchern an der Seite und Deckel
   -- (oder Sieb/Seiher/Durchschlag mit Teller)
1  Tuch (z.B. Nussmilch-, Mull-, Passier- oder
   -- Käsetuch)
1  Slow-Juicer oder leistungsstarker Mixer

Quelle

 eigene Vorgehensweise nach verschiedenen Quellen und Erinnerungen
 Erfasst *RK* 26.12.2020 von
 Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Menge ergibt etwas mehr als 1 Liter Sojamilch (reicht also zum Test-Trinken), der zu 1 Block Tofu mit ca. 400 Gramm Gewicht wird. Als Rest vom Entsaften bzw. Auspressen bleiben ca. 230-240 Gramm Sojabohnenfleisch (Doufuzha, auf japanisch Okara) übrig.

Zubereitung der Sojamilch aus getrockneten Sojabohnen:

Die getrockneten Sojabohnen gründlich unter fließendem kaltem Wasser spülen, in eine Schüssel geben und mit reichlich Wasser übergießen. Mindestens 8 Stunden (am besten über Nacht) einweichen bzw. quellen lassen. Die Bohnen werden dabei deutlich größer, länglicher und weich. Das Einweichwasser weggießen und die Bohnen unter fließendem kaltem Wasser abspülen.

Die gequollenen Sojabohnen mit dem frischen Wasser aufgießen und zusammen in einem Slow Juicer entsaften. Alternativ mit einem Mixer bzw. Blender sehr gut durchmixen und danach durch ein feines Tuch geben; dabei kräftig wringen und ausdrücken, um so viel Sojamilch wie möglich heraus zu quetschen.

Die rohe Sojamilch in einen sehr großen Topf geben. Auf niedrige Stufe schalten und erhitzen, dabei ständig rühren. Ich nehme dazu einen Holzschaber. Während des Erhitzens bildet sich Schaum, den man regelmäßig entfernt (er macht die Milch bitter, glaube ich). Die Sojamilch sollte ca. 15 Minuten simmern oder leicht köcheln. Am Ende des Kochprozesses bildet sich ein wenig Haut; diese kann man wieder einrühren oder entfernen (frisch und getrocknet ist das auch wieder eine eigene Spezialität). Die Sojamilch ist nun fertig und kann pur getrunken werden. Wer es süßer mag, gibt noch ein wenig Zucker, Honig oder Vanillesirup dazu; alternativ schmeckt ein wenig Salz.

Zubereitung von Tofu aus Sojamilch:

Die Herdplatte ausschalten, kurz weiterrühren, um die Sojamilch ein wenig abzukühlen. Den Gips in das warme Wasser rühren und diese Mischung sofort vorsichtig in drei Portionen in die heiße Sojamilch träufeln und jeweils ganz vorsichtig unterrühren. Den Deckel auflegen und die Masse ca. 15 Minuten stehen lassen. In dieser Zeit gerinnt die Masse, sie flockt aus, d.h. Molke und feste Tofumasse trennen sich.

Die Tofuform vorbereiten. Dazu die Form in eine flache große Backform, Schüssel, Plastikspülbecken o.ä. stellen und mit einem nassen Tuch auskleiden (Holzform wässern). Wer das Tuch nicht wässern möchte, kann als erstes etwas von der Sojamolke in die Form und auf das Tuch gießen. Dann die ausgeflockte Sojamilch (die Tofumasse) in die Form füllen. Zum Umfüllen benutzt man am besten eine Suppenkelle - idealerweise eine mit Löchern. Wenn sich sehr viel Molke auf dem Tofu bildet, diese vorsichtig abschöpfen. Vorsichtig arbeiten, die Tofu-Grundmasse ist empfindlich. Mit dem Tuch abdecken und den Deckel auflegen. Ca. 15 Minuten abtropfen lassen. Wenn man festeren Tofu möchte, legt man ein Gewicht (z.B. eine Konservendose oder zwei) auf die Form und wartet etwas länger.

Den Tofu herausnehmen, das Tuch entfernen und den Tofu mit kaltem Wasser abspülen. Wer mag, kann den Tofublock zum Abkühlen für ca. 15 Minuten in kaltem Wasser liegen lassen.

Weitere Informationen und Tipps:

* Die Qualität der Zutaten spielt (wie immer) eine Rolle; am besten Bio-Sojabohnen und gutes frisches, wenig kalkhaliges Wasser verwenden (evtl. filtern).

* Wer mag, kann die Schale der Bohnen nach dem Einweichen entfernen. Das geht einfach, wenn man die Hände aneinander reibt, immer mit ein paar Sojabohnen dazwischen. Die Schalen schwimmen im Wasser oben.

* Statt mit den klassischen Trennmitteln Gips (China) oder Nigari (Japan) kann man auch mit Weißweinessig oder Zitronensaft (ca. 1,5-2 Essl.) experimentieren. Nigari wird mit warmem Wasser angerührt und in Sojamilch gerührt, die max. 75°C Temperatur haben darf. Man kann auch mit dem Gips experimentieren; weniger ergibt weicheren Tofu, mit mehr erhält man festeren.

* Der Tofu hält sich im Kühlschrank ca. eine Woche, wenn man ihn mit Wasser bedeckt. Das Wasser möglichst täglich wechseln.

* Wer mag, nascht den Tofu ganz frisch noch lauwarm. Er schmeckt wunderbar nussig. Lecker auch mit etwas gehacktem Ingwer, Frühlingszwiebelgrün und Sojasauce (evtl. chin. Reisessig). Oder probiert mal Shiso-Kresse oder Olivenöl, Chilipfeffer und Fleur de Sel. Süß geht auch (vor allem bei weichem Tofu); ein wenig gesüßte Kondensmilch dazu, fertig.

* Die Sojamilch muss gekocht werden; ungekocht ist sie nicht bekömmlich. Mir schmeckt sie am besten frisch und heiß.

* Der fasrige Rückstand, der übrig bleibt, nennt sich auf chinesisch dòuzha bzw. dòufuzha, auf japanisch Okara. Früher gab man ihn den Tieren zu fressen, auch heute verschwindet der Großteil in der Viehmast. Man kann ihn aber auch essen, z.B. in (Miso-)Suppen, als Bratling oder in einem Smoothie, wobei ich denke, auch diese trockene Masse sollte erst gegart werden. Bekannt ist Unohana, ein japanisches Gericht mit Okara, Karotten, Shiitake und Sojasauce. Dieser Rückstand (Trester, Fruchtfleisch) enthält viel Protein, ungesättigte Fettsäuren und Balaststoffe und lässt sich auch einfrieren.

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So, damit haben wir den ersten Teil geschafft: Der Tofu ist fertig und hält sich auch ein paar Tage. Man kann ihn sofort verarbeiten oder bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren. Worauf man dabei achten muss, steht im Rezept. 

Mapo Doufu - Comfort Food aus Sichuan

Als nächstes machen wir Mapo Doufu. Ich habe ein paar Fotos der Zubereitung geschossen. Wie immer auf dem Blog hier werden die Fotos größer, wenn man drauf klickt. 

Zubereitung Mapo Doufu (Mapo-Tofu aus Sichuan)

Wichtig ist, dass man den Tofu mit kochendem Wasser übergießt oder ihn kurz simmern lässt. Er verändert dabei die Konsistenz und den Geschmack. Er wird weich aber bröselt nicht; genau so wie man ihn für dieses Gericht braucht.

Sichuanpfeffer wird manchmal auch Szechuanpfeffer geschrieben. Man bekommt ihn in Asienläden oder im Gewürzhandel; er wird oft angeröstet verwendet. Das Aroma und die leichte Schärfe finden sich in den Schalen der getrockneten Kapselfrüchte, nicht in Stiel oder Samen. Sichuanpfeffer hinterlässt ein leicht betäubendes Gefühl im Mund; dadurch kommt man gut klar, falls die Chilis doch etwas schärfer waren als gedacht..

Zubereitung Mapo Doufu (Mapo-Tofu aus Sichuan)


Ich mache oft die vegane Variante und lasse das Fleisch weg. Da ich aber noch Rinderhack tiefgekühlt hatte, gab's diesmal das klassische Rezept mit Hackfleisch.

Wie man auf den Fotos sieht, wird das Fleisch angebraten, dann kommen Ingwer, Knoblauch und (nicht unbedingt klassisch, aber ich mag das) das Weiße der Frühlingszwiebeln dazu. Mit Saucen wird aufgegossen, dann kommen die gequollenen Tofuwürfel dazu.

Mapo Doufu (Mapo-Tofu aus Sichuan)


Das Rezept reicht für einen großen Teller, für ca. 4-5 Personen, wenn man drei weitere Gerichte und Reis auftischt. 

Man kann auch locker nur die Hälfte zubereiten. Aber bei kaltem Wetter schmeckt auch eine große Portion! :-)

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Mapo Doufu (Mapo Tofu, Gericht aus Sichuan)
Kategorien: Hülse, Sojabohne, Tofu, China
Menge: 1 Großer (tiefer) Teller (Menge lässt sich auch halbieren)

Zutaten

H TOFU
1  Block möglichst weicher Tofu*; abgetropft (ca.
   -- 400 Gramm)
1-2Ltr. Wasser
H AUSSERDEM
2-3  Knoblauchzehen
1Essl. Ingwer; gehackt
4-5  Frühlingszwiebeln
2-3Teel. Sichuanpfeffer
1-2Essl. Erdnussöl (oder anderes hoch erhitzbares Öl)
150-200Gramm Gramm Rinderhackfleisch
1Teel. Dunkle Sojasauce
1Teel. Reiswein
1Teel. Sesamöl
1Essl. Scharfe Chili-Bohnenpaste (La Douban Jiang)
1Essl. Chinesische fermentierte schwarze Bohnen,
   -- zerdrückt bzw. Sauce; wer hat und mag
1/2Teel. Rote Chilis; getrocknet und gemahlen oder
   -- gemörsert; Menge je nach Schärfe und
   -- persönlichem Geschmack anpassen
150-200ml Wasser oder Brühe; ca.
1Essl. Dunkle Sojasauce
1Essl. Reiswein
H ZUM ANDICKEN
1-2Teel. Speisestärke
100ml Kaltes Wasser; ca.

Quelle

 eines meiner Standardgerichte, wenn ich in China bin
 Erfasst *RK* 20.02.2021 von
 Barbara Furthmüller

Zubereitung

Den Tofu in Würfel schneiden. Einen Topf mit Wasser zum Simmern bringen, vom Herd nehmen und die Tofuwürfel darin ziehen lassen. Der Tofu verändert dabei seine Struktur und verliert einen eventuell leicht bitteren Eigengeschmack.

Knoblauch und Ingwer hacken. Frühlingszwiebeln in ca. 1 cm breite Ringe schneiden, die grünen Ringe beiseite stellen.

Den Wok erhitzen, Sichuanpfeffer darin unter Rühren rösten, bis sie aromatisch duften und leicht braun werden. In einen Mörser umfüllen und zerdrücken. Beiseite stellen.

Öl in den Wok geben, das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Sojasauce, Reiswein und Sesamöl dazu geben und weiter rühren. Knoblauch, Ingwer und das Weiße der Frühlingszwiebeln zufügen und alles zusammen pfannenrühren. Die Bohnenpaste und die fermentierten Bohnen dazu geben und alles gut vermischen.

Brühe, Sojasauce und Reiswein hinzufügen und aufkochen. Die Tofuwürfel abtropfen und dazu geben, vorsichtig unterheben. Alles ein paar Minuten leicht köcheln lassen, bis die Sauce etwas eingekocht ist.

Die Speisestärke in kaltem Wasser anrühren, in die Sauce geben und unter Rühren aufköcheln lassen, bis sie andickt. Den Sichuanpfeffer und die grünen Frühlingszwiebelröllchen dazu geben, unterheben oder nur drüber streuen und servieren.

Am besten schmeckt weicher Tofu. In Deutschland ist er schwer erhältlich. Seidentofu ist zu weich und zerfällt leicht, fester Tofu ist auch nicht ideal. Am besten macht man den Tofu selber; das Rezept findet sich auf Barbaras Spielwiese.

Varianten:

*Das Gericht schmeckt auch mit anderem Hackfleisch (gemischt, Schwein usw.) oder auch vegan ganz ohne Fleisch.

*Die typischen Chili- und Bohnensaucen aus Sichuan sind hierzulande schwer zu bekommen; im Zweifel improvisieren oder weg lassen.

*Wer keinen Sichuanpfeffer mag, lässt ihn weg.

*Die Frühlingszwiebeln kann man auch durch Knoblauchgrün ersetzen.

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Hier die Links zu den Comfort Food Rezepten der kulinarisch Mitreisenden: 

 Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft mit tollem Comfort Food aus aller Welt - die besten Rezepte und Gerichte

49 Kommentare:

  1. Danke für die supertolle Anleitung zur Tofuherstellung. Werde mich endlich auch einmal daran versuchen. Das Päckchen Nigari steht ja erst seit 2018 im Schrank... ;-)

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    1. In meinem Schrank tummeln sich auch ein paar Zutaten von Projekten, die irgendwie nichts wurden... ;-)
      Das mit dem Tofu habe ich jetzt raus; das erste Mal brauchte ich unheimlich viele Schüsseln usw., inzwischen flutscht das und ist vom Aufwand echt überschaubar.

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  2. Das ist wirklich ein Lieblingsessen; ich muss es dringend mal wieder machen.
    Ich mache Tofu auch selbst und beneide dich etwas um den Slowjuicer, das ist bestimmt unaufwändiger als mixen und durch ein Tuch pressen. Und stimmt, das Kochen der Milch ist der schwierigste Teil, ich bin da auch sehr ungeduldig.
    Und P.S. den Tofu von Taifun, den es im Bioladen gibt, den finde ich gut, allerdings nur den.

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    1. Der Slow Juicer ist echt ein Traum dafür! Ich hatte zuvor mit so einer chinesischen Maschine für Sojamilch geliebäugelt, aber der Slow Juicer ist vielseitiger einsetzbar.

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  3. Wahnsinn, was Du Dir für eine Arbeit gemacht hast! Ich bin aber sicher, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei normalem Tofu noch keine großen Geschmacksunterschiede festgestellt habe, aber ich habe natürlich auch noch nie den originalen gegessen.

    Dein Mapu Dofu würde ich jedenfalls gerne mal probieren.

    Liebe Grüße
    Britta

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    1. Hallo Britta,
      es liest sich vielleicht schlimmer als es wirklich ist, da ich so viele Details wie möglich aufschreiben wollte. Wenn man es ein paar Mal gemacht hat, geht es verhältnismäßig schnell. Diesmal habe ich gleich eine größere Menge gemacht, Sojamilch pur getrunken, Seidentofu gekocht und einen Block normalen Tofu für das Gericht hergestellt - je öfter ich das mache, desto routinierter werde ich.
      Für Dich würde ich gerne mal Mapo Doufu kochen. :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Ich sag mal so: Offenbar habe nicht nur ich #lockdownlangeweile. Tolles Projekt - für sowas hat man aktuell ja Zeit ;-)

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    1. Haha, Gabi - ertappt! Das Projekt hatte ich seit Herbst im Kopf und über die freien Weihnachtstage habe ich dann endlich die Zeit gefunden, zu werkeln. Ich bin seit einem Jahr ja mehr daheim; da klappt das auch mit abends einweichen und innerhalb der nächsten zwei Tage irgendwann mal Sojamilch machen... ;-)

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    2. Ich habe eben die Bestellung des Plastik-Tofu-Förmchens gefunden - das war schon im August... ;-)

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  5. ich bin äusserst beeindruckt, was du so alles machst und wieviel Schritte notwendig sind, um zum Endprodukt zu kommen...

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    1. Das klingt komplizierter als es ist. In China könnte ich auf den Markt und Tofu und die Saucen bzw. Pasten dort kaufen. Genial wäre es, wenn ich es schaffen würde, die Bohnen zu fermentieren... Aber dafür bin ich doch zu faul, die kaufe ich.

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  6. ENDLICH! Tofu gekauft ist nicht meins. Was da alles an Chemie drinnen ist, gefällt mir nicht. Dein Rezept wird ausprobiert. Ich hoffe ich kriege diesen "Gips". Tolle Sache!

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    1. Das freut mich, Marion. Googel mal nach Braugips, so habe ich ihn gefunden. Ich drücke Dir die Daumen, dass alles klappt. Gib' gerne Bescheid, wie der selbstgemachte Tofu geworden ist!

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  7. Mit exotischen Rezepten kannst Du uns immer locken. Ob ich allerdings den Tofu selber mache? Dafür fehlt mir einfach die Zeit.

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    1. Eure Rezepte mag ich auch, da ist immer mal was exotisches dabei. :-)

      Mit ein wenig Planung geht das mit dem Tofu schnell. Zumindest deutlich schneller als anderthalb Stunden in den Asienladen zu fahren. ;-)

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  8. So, dann stelle ich mich mal in die lange Reihe all derer, die jetzt MEGA-Lust auf A) Mapo Doufu haben, sondern B) mit einem neuen Hobby liebäugeln. Denn guter Tofu ist hier in der Provinz ein Ding der Unmöglichkeit und auf DIY-Sojamilch hatte ich eh immer schon Lust... danke für den großen Stupser!
    Sehr herzlich: Charlotte

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    1. Hallo Charlotte,
      herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar! Genau dafür blogge ich schon so lange; ich freue mich riesig, wenn ich jemanden anstupsen kann und wenn jemand sieht, wie einfach etwas geht und wenn jemand etwas nachmacht.
      Ich wünsche Dir viel Spaß und viel Erfolg!
      Ich wohne auch in der Provinz, und bin aus China verwöhnt, wie Tofu schmecken kann... Also, selbermachen. Bei mir ist es noch nicht perfekt, aber es wird immer besser.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  9. Ich finde es immer wieder spannend, was man alles selbst machen kann. Und dann weiß man, was man hat...

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  10. Liebe Barbara,

    das ist ja eine Mega Premiere, die du hinlegst und Herzlich Willkommen in unsere Community. Dein Rezept ist schon mal gespeichert und bin gespannt wie es mir gelingen wird.

    Herzliche Grüße

    Susan

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    1. Hallo Susan,
      das freut mich, dass das gleich so gut ankam! :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  11. Hallo Barbara,
    auf die Idee, Tofu selbst herzustellen, bin ich noch nie gekommen. Alle Achtung, das ist ja fantastisch! Da glaube ich gerne, dass diese Art von Tofu viel besser schmeckt als der gekaufte Supermarkt-Tofu, der so gar nicht meins ist. Dein Gericht klingt köstlich.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Hallo Sigrid,
      ich hatte da früher auch nicht dran gedacht, ganz ehrlich. Ich war ja früher viel unterwegs und irgendwo lag immer ein Asienladen auf dem Weg, in dem ich eingekauft habe. Aber in Zeiten der Lockdowns... ;-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  12. "ich glaube, die Tofusorten dafür werden produziert, damit veganes Essen übel schmeckt." - Liebe Barbara,

    das ist mein Satz des Tages. Ich glabue dir sofort. Ich mag den Tofu aus dem Supermarkt leider auch nicht. Allerdings haben wir hier eine Bio-Domäne, die sehr leckere Milch und mmilchähnliche Produkte selbst herstellt und das Tofu schmeckt.

    Und scharfes Essen liebe ich. Also werde ich deinen Rezeptvorschlag mal in meine To-do-Liste aufnehmen.

    Liebe Grüße
    Liane

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    1. Hallo Liane,
      schön, dass Dir der Satz aufgefallen ist! Der war ja mit Absicht und so sehe ich das auch... ;-)
      Klasse mit Eurer Bio-Domäne. Hier auf dem Land gibt's in manchen Bereichen auch tolle Produkte, aber Tofu habe ich noch keinen gefunden.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  13. Ich bin hin und weg!!! Super Artikel!!

    LG Wilma / Pane-Bistecca

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    1. Und das Lob direkt aus Hongkong, wo Du vor Ort leckeren Mapo Doufu kriegst (ich jedenfalls habe dort schon welchen gegessen) und wo es auch nicht an Tofu mangelt.
      Danke Wilma!

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  14. Bohnenquark ... ha, das klingt ja lustig. Den Begriff kannte ich bisher noch nicht, Tofu dagegen natürlich schon. Deine Ausführungen sind sehr interessant. Dass der Tofu aus dem Supermarkt anders schmeckt, als der den wir in China gegessen haben, ist mir tatsächlich auch schon aufgefallen, ich wäre aber sicher nie auf die Idee gekommen, Tofu selbst herzustellen.

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    1. Hallo Cornelia,
      ich finde es spannend, wie sich Begriffe verändern. Auch im sehenswerten Bertolucci Film 'Der letzte Kaiser' kommt das Wort Bohnenquark vor, der ist aus dem Jahr 1987. Damals nannte man das so, es war ja etwas neues. Das Wort Tofu hat sich erst später durchgesetzt.
      Viele japanische Begriffe setzen sich weltweit durch, obwohl es auch chinesische gibt, z.B. Shiitake statt Dongupilz, usw.
      Früher wusste ich nicht, was das chinesische xiangcai ist, irgendwann fiel mir in Mexiko auf, dass es das dort als Cilantro gibt. Bis mir klar war, dass das hierzulande Koriander heißt, verging echt Zeit. Und inzwischen kriege ich sogar hier auf dem Land ab und zu (selten) frischen Koriander. Der schmeckt dann zum Glück auch fast so aromatisch wie in China oder Mexiko. :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  15. Hallo Barbara,
    Hut ab! Da warst du aber fleißig - und es hat sich ja auch mehr als gelohnt! Dein Mapo Doufu sieht klasse aus.
    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Hallo Tina,
      das Grundrezept für selbstgemachten Tofu wollte ich schon seit Monaten schreiben - jetzt hatte ich quasi Druck, das endlich zu tun, weil er so gut zu dem Mapo Doufu passt. ;-)
      Und, danke! :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  16. Hallo Barbara,

    das steckt eine Menge Arbeit hinter dem Mapo Doufu, dabei sieht es so einfach aus. Respekt, dass du dir diesen Aufwand gemacht hast, sieht in jedem Fall sehr lecker aus.

    LG Anja

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    1. Hallo Anja,
      ja, wenn man in China auf den Markt geht und dort Tofu holt, geht's schneller - vorausgesetzt, man ist dort. Tofu selbermachen ist glaube ich ein typisches Corona-Lookdown-Projekt... ;-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  17. Wow, Tofu selber machen ist ja wirklich eine Wissenschaft. Aus der asiatischen Küche ist der aber nicht wegzudenken.

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    1. Ja, das stimmt. Tofu gibt's ja nicht nur in China.

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  18. Hallo Barbara,
    es ist so eine tolle Idee, den Tofu selber zu machen. endlich könnte ich davon satt essen :) es ist wahrscheinlich, wie Du sagst. Es sieht nach sehr viel Aufwand aus, wenn man aber routiniert ist, geht es schnell von der Hand. Mal schaue, vielleicht traue ich mich eines Tages, um es aus zu probieren. Liebe Grüße
    Edyta

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    1. Hallo Edyta,
      genau, je häufiger man etwas macht, desto schneller und einfacher geht es. Und ich kann echt so viel davon naschen wie ich mag. Der schmeckt vor allem ganz frisch noch warm absolut lecker! :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  19. Hi Barbara, das liest sich deutlich wie ein Projekt, das ich auf meine Ausprobieren-Liste setzen muss! Ich liebe solche elementaren Küchenprojekte.
    Vielen Dank für die Anregung!
    Simone

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    1. Hallo Simone,
      elementare Küchenprojekte - das ist ein passender Begriff!
      Finde ich auch gut. :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  20. Super nachvollziehbar erklärt, das macht das Nachmachen leicht, danke! LG anita

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    1. Danke Anita, das freut mich, dass die Erklärung gut rüberkam.

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  21. Liebe Barbara und dein Rezept ist auch wieder spannend und immer wieder lerne ich neu dazu.
    Viele Grüße aus der Wiesengenuss.küche
    von Ute

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    1. Hallo Ute,
      bei Dir lerne ich auch immer eine Menge - wir sind also quasi quitt. :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  22. OH, was für eine tolle ausführliche Anleitung für Tofu und Mapo Doufu. Selbst Tofu herzustellen, wird mir vermutlich zu aufwendig, auch wenn zumindest schon mal ein Slow Juicer im Haus wäre. :-)
    Den Kommentar über Tofu aus Bioläden teile ich fast uneingeschränkt. Man muss dort schon alle Marken durchprobieren, bis man einen für Asia Gerichte geeigneten Seidentofu findet. Und dann greift man - weil der gerade nicht da ist zu einem anderen Hersteller - und kippt es als ungenießbar weg. Gebratener Seidentofu aus bröckeliger Tofu-Pampe herzustellen ist einfach nicht möglich und einfach bähhh....
    Dein Tofu sieht dafür von der Konsistenz genau richtig aus. Und das Gericht würde ich gerne mal probieren!

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    1. Mit dem Slow Juicer geht das echt schnell, aber in München hast Du natürlich Zugang zu besseren Produkten als ich hier auf dem Land; dann lohnt sich das Selbermachen nicht so.

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  23. Uiuiui, das ist ja mal ein Rezept! Ich bin kein Tofu-Fan, habe ich gestern noch mit meiner Nachbarin drüber gesprochen. Aber sie meinte auch, dass ich dann noch nicht den richtigen probiert hätte. Also ein Versuch wäre es wert ;-)
    Liebe Grüße Julia

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    1. Hallo Julia,
      genau, wenn man nur die nach Styropor schmeckenden Tofus kennt - es liegt nicht an dir, dass er dir nicht schmeckt. Es gibt wirklich gute, u.a. den selbstgemachten. Probier's mal aus! :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  24. Hallo Barbara,

    spannend mit dem Tofu. Da würde ich gerne direkt mal probieren, da ich Tofu auch noch überbewertet finde.

    Meistens lasse ich den wie auch Fleisch einfach weg. Hier sieht er aber super aus.

    Gruß Volker

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  25. Wie spannend! Ich habe noch nie drüber nachgedacht, Tofu selber zu basteln. Aber jetzt ... Beim Mapo Doufu bin ich Scharfmimose dann doch eher zurückhaltend ;-)

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