Freitag, 28. August 2026

Blood and Sand

Letzten Sonntag gab's bei uns einen Blood and Sand. Dass ich genau an diesem Tag diesen Cocktail trinken wollte, hatte einen Grund: Der berühmte Stummfilmstar Rudolph Valentino starb am 23. August 1926, also vor 100 Jahren. 

Der Cocktail ist nach einem seiner berühmtesten Filme benannt. Blut und Sand, nach dem Roman Sangre y arena, handelt von einem Matador und viel Herzschmerz und war ein Kassenschlager; Valentino zählt als erstes Sexsymbol der Kinowelt. Die tiefrote Farbe des Kirschlikörs und des Wermuts symbolisieren das vergossene Blut, während der Orangensaft und der Whisky an den Sand der Arena erinnern sollen. Beides vermischt sich - beim Cocktail, indem man kräftig schüttelt.  

Blood and Sand
Die Kombination der Zutaten und Erinnerungen an Stierkämpfe in Spanien bringen irgendwie die dramatische und leidenschaftliche Atmosphäre des Ganzen rüber. Also der ideale Drink, um das Vermächtnis an eine so spezielle Persönlichkeit zu ehren. 

Die Zubereitung ist einfach, allerdings schmeckt man die Zutaten durch und sollte gute Qualitäten verwenden. 

Zubereitung Blood and Sand
Vor 100 Jahren hatte man Orangen, die etwas herber, robuster schmeckten, während wir heutzutage eher süß gezüchtete Früchte bekommen. Ich habe daher etwas Orange Bitters hinzugefügt, damit der Drink nicht allzu süß wird.   

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Blood and Sand
Kategorien: Getränke, Cocktail, Geschüttelt, Whisky
Menge: 2 Cocktailschalen oder Martinigläser

Zutaten

50ml Scotch Whisky
50ml Roter Wermut, z.B. Carpano Antica Formula
50ml Kirschlikör, z.B. Cherry Heering
50ml Orangensaft; frisch gepresst
1Schuss Orange Bitters; wer mag
   Eiswürfel
2Streifen Orangenschale; dünn abgeschält
2
 Amarenakirschen

Quelle

 Klassiker, u.a. bei Harry Craddock 
 Erfasst *RK* 23.08.2026 von
 Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Gläser vorkühlen. Das geht entweder im Gefrierschrank oder mit einer Handvoll Eiswürfel, die man später wegkippt oder anderweitig verwendet.

Für die Garnitur die Orangenschalen und Kirschen auf Holzspießchen stecken und bereit legen.   

Whisky, Wermut, Kirschlikör, Orangensaft und Orangenbitter zusammen mit vielen Eiswürfel in einen Shaker geben. Nicht allzu lange, aber sehr kräftig schütteln. Dabei sollte das Eis etwas anschmelzen und den Drink so ein wenig verdünnen und natürlich herunterkühlen. 

Den Cocktail durch ein Sieb, das die Eiswürfel und Fruchtfleisch des Orangensafts zurückhält, in die beiden Gläser verteilen. Mit den Dekospießchen garnieren und sofort servieren. 

=====

Der Blood and Sand ist einer dieser Equal-Parts-Klassiker, für den man Zutaten zu gleichen Teilen nutzt. Andere Beispiele für diese Art Cocktail sind der Negroni, der Adonis und der Last Word. Sie sind leicht zu merken. ;-)

Blood and Sand
Ich hatte den Cocktail früher schon einmal zubereitet und auch diesmal hat er mir gut geschmeckt. Etwas unüblich, aber sehr zu empfehlen! 

5 Kommentare:

  1. Sehr interessant was du schreibst, auch von den Equal Parts. Ich trinke ja keine harten Sachen, aber schmecken würde mir dein heutiger Cocktail sicher, lg

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    1. Der ist durch Wermut und Likör nicht ganz so hart, enthält natürlich aber Whisky. Eignet sich gut als Dessert. Mehr als ein Glas würde ich nicht trinken. - Diese Equal Parts Cocktails sind super, die kann man sich viel einfacher merken. :-)

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  2. Hallo Barbara, Ein richtig schöner Beitrag! Ich finde es toll, wie du die Kinogeschichte mit einem passenden Drink verbindest. Valentino, Pola Negri- das waren Zeiten! Da bekommt man direkt Lust, auf Valentino anzustoßen. Prost! Liebe Grüße, Edyta

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    1. Danke Edyta, das freut mich! Ich finde gerade bei Cocktails so tolle Hintergrundgeschichten, wie sie entstanden oder was der Grund war, warum man sie erfunden hat. Dies hier ist so ein Klassiker, den man immer mit Valentino verbinden wird.

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  3. Mich beschäftigt vor allem, dass der Cocktail genau hundert Jahre nach Valentinos Tod auf den Tisch kommt.

    Whisky, Wermut, Kirschlikör und Orangensaft werden kräftig geschüttelt, bis Blut und Sand symbolisch ineinanderlaufen. Für ein Filmdenkmal ist das erstaunlich praktisch.

    Besonders schön finde ich die Orange Bitters als Korrekturmaßnahme: Weil heutige Orangen zu süß geraten sind, wird der historische Geschmack gewissermaßen nachjustiert.

    Vielleicht ist das die eleganteste Form von Erinnerungskultur:

    Man denkt an einen Stummfilmstar.

    Und sorgt vorsichtshalber dafür, dass er nicht zu süß ausfällt. 🦌

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