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Sonntag, 10. Februar 2013

Essen in Shanghai

So, weiter geht's mit ein paar Fotos von meinem Essen, das ich in letzter Zeit fotografiert habe. Da heute in China Neujahr ist und man dort kräftig und vor allem lautstark feiert, habe ich mir ein paar Fotos angeschaut und packe ein paar hier auf das Blog.

Ich war ja Ende letzten Jahres für eine Weile beruflich in Shanghai und habe dort recht viel fotografiert. 

Suzhou - Gefüllte Teigtaschen im ParkDas hier war jetzt gar nicht in Shanghai, sondern 100 km entfernt in Suzhou, das vor allem für seine Gärten weltberühmt ist. Daneben gibt es noch Kanäle, Seide und natürlich etwas zu essen. Im Park nahe der sehenswerten Nordtempel Pagode haben wir diese leckeren kleine Baozi gegessen und Tee dazu getrunken.

Ich finde es ganz interessant, dass ich doch häufiger mein Essen fotografiere, wenn ich unterwegs bin und sowieso viel fotografiere. Ein paar Sehenswürdigkeiten, etwas Dokumentation im Job, und dann halt noch das Essen, wenn die Kamera sowieso schon in der Hosentasche ist. ;-)

Hier ein paar Gerichte eines Abendessens in einem Restaurant in Shanghai:

Shanghai - Abendessen
Schön anzusehen und wunderbar knackig war der eingelegte Rettich, der kalt mit etwas Salatblättern und Chiliröllchen serviert wurde. Rechts daneben Stangensellerie, Karotte und, ich glaube, Bananenblüten, die Sauce ein wenig angedickt, mild, schmackhaft. Unten kleine Fische in einer würzigen Suppe. Rechts superlecker schmeckende gefüllte Kekse mit Cashewnüssen.

Shanghai - Abendessen mit rotem Reis
Hier ein anderes Abendessen, oben roter Reis im Bambustopf, darunter Yams mit Heidelbeersauce (das musste ich mal probieren!), das kalt serviert wurde.

Darunter eine Ente Sichuan-Art scharf gewürzt, und unten gemischtes Gemüse - ich glaube, das waren Zuckerschoten, Lotuswurzeln und dunkle Pilze. Dazu gab's ein Bier.

Ich trinke in chinesischen Restaurants abends meist Bier, weil ich finde, dass das am besten passt. Reis- oder Hirseschnaps muss nicht sein, amerikanische Softdrinks mag ich nicht, da bleibt fast nur Bier.

Hier hatte ich mal ein Glas Heidelbeersaft, den mir eine liebe chinesische Freundin empfohlen hatte. Da waren sogar ein paar Beerchen drin - auch mal was anderes, war gut.

Barbara beim Abendessen in Shanghai

Zum Essen gab's Sashimi, vegetarische Pseudo-Abalone links, Rindfleisch mit Zwiebeln, Hähnchen, Bohnen, usw. - es war eine Menge und richtig lecker. Schön abwechslungsreich.

Inzwischen findet man zumindest in Shanghai alles, was man sich vorstellen kann. Lustig fand ich die Torten, die ich hier in einem Supermarkt fotografiert habe:

Shanghai - Torten im Supermarkt

Es war kurz vor Weihnachten, daher eine französische Bûche de Noël rechts, links daneben eine etwas modernere Torte. Probiert habe ich sie nicht; oft ist mir der Geschmack asiatischer Torten zu süß und flach. Aber sie sehen gut aus. :-)

Und hier ein paar Schnappschüsse meiner Teller in der Kantine:

Shanghai - Kantinenessen
Ihr seht, dass es immer eine ganze Menge Reis gibt. Ich sage zwar immer, dass ich wenig will, aber meist hauen die fürsorglichen Frauen an der Essensausgabe dann doch viel drauf, damit ich auch sicher satt werde.;-)

Hier die in dünne Tofuhaut gehüllte Teigtasche angebissen, sie war mit Fleischmasse gefüllt. Oben nochmal etwas tofumäßiges, dünn wie Nudeln, aber doch mit anderem Geschmack. Daneben eine Art Eierstich, rechts war glaube ich Schweinefleisch süß-sauer, unten rechts Sojabohnensprossen mit grüner Paprika.

Am Schluss trinkt man die Brühe, die diesmal Algen enthielt. Dazu gab's noch einen Becher Joghurt und eine Mandarine, zum Mitnehmen oder gleich essen bzw. trinken (den Joghurt trinkt man).

Recht gesund, finde ich. Und für eine Kantine wirklich gut.

Die Brühe auf dem folgenden Foto enthielt Wachskürbis, auch Wintermelone genannt. Zur Erinnerung: Alle Fotos im Blog werden größer, wenn man drauf klickt!

Shanghai - Kantinenessen
Im Uhrzeigersinn daneben waren glaube ich Süßkartoffeln, dann Sojasprossen, dann geräucherter Speck, unten rechts Hähnchen, Pilze, grüne Paprika, dann der Reis und Spiegeleier.

Hier hatte ich mal auf Suppe verzichtet und von oben im Uhrzeigersinn mariniertes Schweinefleisch mit grünen Chilis zusammen gewokt, dann Karotten, Stangensellerie, Bambus und Fleischfitzel, daneben Rührei mit Speck.

Shanghai - Kantinenessen

Unten braun-geschmorte Auberginen, dann eine Menge Reis und links mein geliebtes grünes Gemüse, 油菜 yóucài, der meist mit chinesischer Senfkohl übersetzt wird.

Sehr gerne bin ich abends zur nächsten Straßenkreuzung gepilgert, dort gab es bei gutem Wetter mehrere fliegende Restaurants. Manche mit gebratenen Nudeln oder Reis, man wählt aus, welche Zutaten man will und der Koch brät. Am liebsten sind mir die verschiedenen Spieße, die man sich zusammenstellt und dem Grillmeister in die Hand drückt. An einem kleinen transportablen Holzkohlegrill wird noch kurz gewürzt und dann gekonnt gebraten. Manchmal kam es zwar vor, dass die Spieße verwechselt wurden, andere Köche hatten bessere Patente, wie sie sich merkten, wer welche Spieße bekommt.

Shanghai - frisch gegrillte Spieße

Verschiedenste Gemüse und Pilze, daneben Fleisch, Garnelen, Innereien, Tintenfisch, Tofu - was das Herz begehrt.

Und wer jetzt denkt, dass ich in China ausschließlich chinesisch esse, der irrt. ;-)

Shanghai - Barbara mit Burger
Es gibt ja auch westliches Essen. Hier esse ich einen Burger mit Schimmelkäse, Zwiebeln und Pommes. Muss auch mal sein. ;-)

Dieses Foto hat übrigens Anneli aufgenommen, die in Shanghai lebt, mein Blog liest und ab und zu hier kommentiert.

Wir kannten uns nur virtuell über die Kommentare, dann über ein paar Mails und haben uns in Shanghai getroffen. Es war ein super Nachmittag und Abend - ich hoffe, wir treffen uns bald wieder! Grüße von hier aus.

Glückliches Chinesisches Neujahr Euch allen!

P.S.: Zu chinesisch Neujahr gibt's klassischerweise Jiaozi. Für mein Rezept hier klicken!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Impressionen aus Shanghai

Nachdem ich ja letzte Woche kurz ein paar Fotos als asiatische Spielwiesen deklariert hatte, geht's heute weiter mit einem etwas touristischerem Programm. Am Samstag hatte ich nämlich Zeit für einen Stadtbummel und habe einen Kollegen, der das erste Mal hier ist, geschnappt und mit auf Erkundungstour geschleppt.

Leider war der Himmel nicht ganz so strahlend blau wie unter der Woche, aber sonst wär's auch zu perfekt gewesen. ;-)

Shanghai - Blick auf Pudong vom Bund aus
Das Foto hier ist vom Bund aus nach Pudong rüber fotografiert - ein ziemlich bekanntes Motiv.

Aber nun der Reihe nach. Wir sind los mit dem Taxi zum Shanghai World Financial Center, dem mit 492 Metern und 101 Etagen derzeit vierthöchsten Gebäude der Welt. Auf dem Foto erkennt man es relativ weit rechts an der Flaschenöffnerform. Es hat die mit 474 m höchste Aussichtsplattform der Welt und natürlich wollte ich da hoch. Der Spaß kostet 150 Yuan (derzeit gut 18 EUR) und lohnt sich wirklich.

Wie am Burj Khalifa, wo ich letzten Dezember immerhin auf 452 m war, gibt es zu Beginn einleitende Multimedia-Informationen über den Bau, daneben welche über die Entwicklung von Wolkenkratzern an sich, von Pudong, usw. und dann eine schnelle aber angenehme Fahrt mit dem Aufzug hoch zum Observatory.

Shanghai - Pudong, Blick auf Jinmao Tower und Huangpu
Man kommt in der 94. Etage an und fährt dann mit einer Rolltreppe auf die 97. (quasi unten an der Flaschenöffner-Öffnung), dann mit einem Aufzug weiter auf den 100. Stock. Von dort hat man wirklich einen atemberaubenden Rundblick und Ausblick.

Direkt daneben ist der Jinmao Tower, hier links unten zu sehen, der mir persönlich sehr gut gefällt. Er hat etwas von einer chinesischen Pagode, soll ebenso an chinesischen Bambus erinnern und beherbergt u.a. eine futuristische Bar namens Cloud 9. Weiter hinten auf dem Foto sieht man den bekannten Oriental Pearl Tower und dahinter den Huangpu, der durch Shanghai fließt.

Shanghai - Aussichtsplattform des World Financial Center

Es gibt teilweise auch Glasboden, durch den man schräg nach unten schauen kann.

Ganz schön hoch, diese Toilette!
Ach ja, die Toilette kann ich noch empfehlen. Mal abgesehen davon, dass die Klobrille beheizt ist, hat man doch selten so einen schönen Ausblick von ganz oben, oder?! ;-)

Daneben gibt's natürlich noch Merchandising-Zeugs, man kann sich ein Zertifikat ausstellen lassen, etwas essen und trinken, usw.

Abends ist das SWFC bis 23 Uhr (letzter Einlass 22 Uhr) geöffnet und eignet sich damit perfekt, um die dann so richtig bunt beleuchtete Stadt von oben zu genießen.

Wir sind wieder runter, ein paar Straßen weiter, kurz in ein nobles Shopping Center mit allen teuren Marken, die man sich so vorstellen kann, haben die Baustellen und Gebäude auf dem Weg bewundert und sind dann in Richtung Fluss. Dort musste ich mir natürlich meine geliebten roten kleinen säuerlichen Früchte mit Zuckerguss kaufen...

Typisch chinesische Leckerei
Die gibt's fast überall in China und sie schmecken total lecker. Irgendwie habe ich noch nicht rausgekriegt, wie die Früchte auf Deutsch heißen. Sie haben etwas apfelähnliches und große Kerne.

Von hier hat man einen schönen Blick auf die historischen Kolonialbauten an der berühmtesten Uferpromenade Chinas.

Shanghai - Blick auf den Bund von Pudong aus

Der Bund wurde vor 400 Jahren von den Niederländern als Schutzwall gegen die Fluten des Huangpu errichtet, als Kaimauer quasi.

Shanghai Bund Sightseeing Tunnel Von Pudong kommt man mit dem Schiff oder durch eine Unterführung auf die Puxi-Seite (dong heißt Osten, xi Westen und Pu ist die Abkürzung für den Flussnamen Huangpu).

Der sog. Bund Sightseeing Tunnel lohnt sich, für 50 Yuan fährt man mit kleinen Wägelchen durch einen Tunnel und genießt Informationen über die Reise ins Erdinnere, psychedelische Musik und eine richtige Show mit Animation, Vorhängen, Farben, Lichtern.

Shanghai Bund Sightseeing Tunnel
Man kommt dann vor dem bekannten Peace Hotel hoch und kann gemütlich am Bund entlang promenieren, mit dem bekannten Blick vom obersten Foto nach Pudong rüber.

Auf der Puxi-Seite sind Kolonialgebäude und auf dem Bund selbst massenweise Touristen, vor allem chinesische, die auch Spaß daran haben, sich mal mit Langnasen zusammen fotografieren zu lassen.

Shanghai - Der Bund

Die weiteren Sehenswürdigkeiten sind gut ausgeschildert und wir hielten uns in Richtung des bekannten Yu-Gartens, eine Ecke Shanghais, die für Teehäuser und wieder aufgebaute chinesische Gebäude der Ming- und Qing-Dynastie drum herum bekannt ist.

Shanghai - Schauen, Shoppen, China
Die nach alt getrimmten Gebäude sind eine Art Shopping Center, in dem man alles mögliche bekommt und z.B. Mitbringsel (Tee, Kalligrafie-Sets, Kunsthandwerk, Gemälde, Seidenschals, Kleidung, Süßigkeiten, usw.) kaufen kann.

Außerdem gibt es dort Teehäuser, sehr viele Restaurants und Fast Food, westlich und chinesisch.

Auf einem Platz waren Stände aufgebaut, die verschiedene frisch zubereitete Imbisse aus verschiedenen Regionen Chinas feilboten. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe einiges gekauft und verspeist. Frisch zubereitet, ein Genuss!

Chinesische Leckereien

Man sieht auch auf den ersten Blick, dass die Brühe auf dem zweiten Foto recht gehaltvoll ist. ;-)

Wenn Ihr die Fotos größer sehen wollt, drauf klicken!

Für den Yu-Garten war es schon zu spät, aber wir sind noch kurz in einen Tempel, was ja auch immer interessant ist.

Shanghai - Tempel
Wenn ich mich nicht irre, ist es ein daoistischer Tempel, und zwar der des Stadtgottes, der die Stadt und deren Bürger beschützen soll. Während der Kulturrevolution zerstört, jahrelang gemieden, ist er jetzt wieder ein Treffpunkt vieler Chinesen, die Räucherstäbchen anzünden und sich vor dem Gott des Reichtums oder des Wissens verbeugen und beten. Schaden kann's ja nicht.

Danach freuten sich die Beine auf etwas Ruhe und wir waren froh, dass wir zufällig in einem der Teehäuser eine Dachterrasse mit sensationeller Aussicht fanden.

Eine chinesische Teezeremonie (30 Yuan) war genau das richtige zum Ausspannen und gegen den Durst.

Hier ist man auf Ausländer eingestellt: Eine junge Dame informierte auf Englisch über die verschiedenen chinesischen Teesorten, die sie frisch für uns aufgoß und die man natürlich auch alle probieren konnte. Interessant immer die Jasmintees mit Blüten, die sich farbenfroh öffnen (in den Weingläsern), Oolong-Tee aus Tonkännchen, schwarze und grüne Tees. Klasse. Wer mag, kann danach gleich Tee einkaufen.

Ist dieser Ausblick von meinem Tisch aus nicht ein Traum???

Shanghai - Blick vom Teehaus auf die Wolkenkratzer

So langsam ging der Tag zu Ende. - Modernes Pudong, Kolonialgebäude und Bund, authentisches chinesisches Streetfood, Tempel, Altstadt mit Tee: Shanghai an einem Tag.

Das war so ziemlich die perfekte Tour. Es gibt natürlich auch noch vieles anderes zu sehen, aber ich bin ja öfter hier.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Dicke Luft in Shanghai

Wie versprochen gibt es hier noch eine kleine Nachlese von Fotos von meinem letzten Aufenthalt in Shanghai. Diesmal war es von der Luft her ziemlich heftig; das war wohl auch der Grund, warum ich eine Erkältung samt Husten bekam - der Dreck musste irgendwie wieder raus...

Barbara im Smog in Waigaoqiao, Shanghai
Diese Maske hier ist nur Spaß, ich sah sie herumliegen und habe sie einfach mal aufgesetzt. Bei graugelber Luft, die in den Atemwegen schmerzt, helfen nur richtige Masken.

Die Smog-Werte entwickelten sich vor 10 Tagen langsam von unhealthy über very unhealthy bis hin zu hazardous, also richtig gesundheitsgefährdend. In Zahlen: Die Luftbelastung der gefährlichen Feinstaubpartikel PM2,5 erreichte den Wert von 602,5 µg/m³. Die von der WHO vorgegebene Sicherheitsrichtlinie beträgt 25...

Wenn man die Menschen fragt, ist das der Preis für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand. Wie bei uns früher auch... Eine Freundin aus Shanghai hat mir schon vor Jahren erzählt, sie hätten sich an die schlechte Luft gewöhnt. - Nein. Will ich nicht, nein.

Shanghai Bund am 06.12.2013 mit Smog
Der Bund sah fast aus wie früher, die Wolkenkratzer im Hintergrund sah man kaum. ;-)

Am Sonntag, dem 8.12. bin ich dann auch geflohen, auf eine Insel etwas nördlich der Stadt. Chongming liegt an der Mündung des Jangtsekiangs ins Ostchinesische Meer. Die Insel entstand erst vor gut 1000 Jahren durch Ablagerung von angeschwemmtem Schlamm. Sie wird derzeit mit Wohnblöcken und touristisch erschlossen und legt Wert auf Umweltschutz. Es gibt dort einige Naturparks.

Shanghai Chongming - Dongtan Wetland Park


Wir hatten uns für den Dongtan Wetland Park entschieden, also Feuchtgebiete mit angelegten Wegen, die wir mit gemieteten Fahrrädern erkundet haben. Es war schön, ein wenig zu radeln und die Landschaft zu genießen. Außerdem war es sehr leer, wenig Menschen, was mir zur Abwechslung auch gut tat.

Shanghai Chongming - Dongtan Wetland Park
Der Park ist gut erschlossen und professionell aufgezogen. Im Sommerhalbjahr ist er bei Vogelkundigen beliebt, auch viele Zugvögel machen dort Station.

So sehen in China inzwischen Autobahnen und Brücken aus - alles etwas länger und größer.

Shanghai Changjiang Daqiao

Am Tag zuvor hatte ich versucht, möglichst wenig an der Luft zu sein. So habe ich einen Ausflug am Nachmittag zum Jade-Buddha-Tempel gemacht. Ob die Gläubigen wohl für saubere Luft beten?

Shanghai - Jade Buddha Tempel

Auf dem Weg zur Metro fiel mir eine Schlange auf, und neugierig, wie ich bin, habe ich mir das mal genauer angeschaut.


Ganz frisch gibt es da eine Art Dampfnudeln aus Hefeteig. Ein Teil kostet umgerechnet 10 Cent. Sie schmecken relativ neutral, aber durchaus lecker. (Draufklicken vergrößert!)

Hier noch ein Abendessen im Stadtzentrum.

Leckeres Abendessen im Yunnan Gourmet Specialty Restaurant Shanghai
Es gab Gerichte der Yunnan-Küche, der südwestlichen Provinz Chinas mit frischen Pilzen. Vorne links Steinpilze, grüne Paprika und Lilienblüten. Das schmeckte sehr gut.

So ging die Zeit herum, natürlich vor allem mit Arbeiten. In der Fabrik und im Büro war die Luft irgendwann fast genauso dunstig wie draußen.

Und wenn man möglichst wenig raus sollte, gibt es ja noch immer das Hotelzimmer und zum Glück diesmal auch etwas Zeit und Muße, ein Buch zu lesen.

Ich hatte Sternenzimmer und andere Hotelgeschichten vom Schweizer Autor François Loeb dabei, das im Allitera Verlag erschienen ist. Es war mir als Rezensionsexemplar angeboten worden und ich hatte spontan zugesagt, da ich ja viele Wochen im Jahr in Hotels verbringe.

Die Leseecke meines Hotelzimmers mit Loebs Buch Sternenzimmer

Loeb ist bekannt für Surreales, was mir eigentlich ganz gut gefällt. "Das wiederkehrende Moment des fantastisch-grotesken erobert in seinen Geschichten das Geschehen. Seine sprachlich gelungenen Hotelgeschichten sind gut geeignet als „Bettmümpfeli“ mit Gänsehaut-Garantie für kalte Winternächte." So hieß es in der Beschreibung. Und "... in den Eingangsportalen historischer Grandhotels begegnen uns mysteriöse Gäste, geheimnisvolle Empfangschefs, alles verändernde Zeitsprünge bis hin zu surrealen Parallelwelten." Klingt spannend!

Sternenzimmer und andere Hotelgeschichten von Loeb, François
Das Buch besteht aus 28 Kurzgeschichten, die in verschiedenen Hotels spielen, von denen ich aber noch nicht alle gelesen habe. Sie sind meist nur 2 bis 3 Seiten lang und daher ideal als kleines Betthupferl. Teils sind sie aber auch länger, so dass man einen Abend damit verbringen kann. Von meinem - durch den Smog und die Metropole ja auch irgendwie surrealen - Alltag brauchte ich immer einige Minuten, um in die Welt des Buchs zu wechseln.

Von der Sprache her gefallen mir die Texte, sie sind wunderbar, teils altmodisch, formuliert. Vom Inhalt her überraschen sie mich, oft gehen sie harmlos los, spielen mit Erwartungen, sezieren die Gedankenwelt der Erzähler, und explodieren in einem überraschenden Ende. Bei manchen hätte ich mehr erwartet und fühlte mich etwas leer zurück gelassen, andere Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Zu viel will ich nicht verraten: Ich finde, es eignet sich gut als Weihnachtsgeschenk nicht nur für Menschen, die viel Zeit in Hotels verbringen und die aus ihrem üblichen Hotel-Trott durch solche phantastische Geschichten ausbrechen möchten.

Als Taschenbuch passt es locker ins Gepäck, es hat einen stabilen Einband und eine Schrift, die ich auch abends noch ohne Lesebrille entziffern kann. Für mich eine optimale Gutenachtlektüre, die ich gerne weiter empfehle.

So ging auch dieser Einsatz vorbei. Diesmal bin ich von Terminal 1 heim geflogen, da gefällt mir die Architektur ganz gut.

Shanghai Pudong Airport Terminal 1
In Deutschland gelandet, hat mich der Gärtner der Spielwiese gleich zu einem Weihnachtsmarkt gebracht und dort mit Glühwein aus fränkischem Rotwein versorgt. So bekam ich also gleich eine Spur Vorweihnachtszeit nachgeliefert. ;-)

So ganz ging dieses Jahr die Adventszeit nicht ganz an mir vorbei, dank der vielen lieben Gastblogger, die mich die letzten Wochen mit Gastbeiträgen versorgt haben. Ein paar folgen auch noch. :-)

Sonntag, 7. Juli 2013

Süß-saure Gurken

Wenn es heiß wird, mag ich gerne würzig mariniertes Gemüse, das etwas Salz enthalten darf und auch schön säuerlich erfrischend schmecken soll.

Chinesische süß-saure Gurken sind so gesehen ein ideales Gericht, schnell gemacht und entweder zwischendurch einfach so oder als Teil eines Mahls sommerlich-säuerlich-frisch optimal.

Süß-saure GurkenAm besten eignen sich relativ lange Gurken, die nicht allzu dick sind, weil sie sonst zu viel Flüssigkeit abgeben. Außerdem sind die schlanken Gurken aromatischer, weniger wässrig.

Sie werden erst etwas gesalzen, dann mit Zucker und Essig mariniert - fertig!

Süß-saure Gurken
Wichtig ist, dass man die Gurke in möglichst gleich große Stifte schneidet. Am besten längs halbieren und weiter teilen, dann kürzen.

Den kleinen Finger als Maß daneben halten, dann klappt das.

Ich nehme die Menge meist nach Augenmaß und habe hier ungefähr aufgeschrieben, wie viel ich verwendet habe. - Aber probiert selbst, je nachdem, wie süß oder säuerlich Euch die Gurken besser schmecken, könnt Ihr mit den Zutaten etwas variieren.


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Süß-saure Gurken
Kategorien: Vorspeise, Kalt, Gurke, China
Menge: 1 Rezept

Zutaten

1Gurke
1Teel.Salz
1Essl.Puderzucker
1-2Essl.Essig*

Quelle

aus China mitgebracht
Erfasst *RK* 07.07.2013 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Gurke waschen und in kleinfingergroße Stifte schneiden. Salzen und 5-10 Minuten Flüssigkeit ziehen lassen.

Die Flüssigkeit abgießen und das Salz dabei auch ein klein wenig von den Gurken entfernen. Puderzucker und Essig dazu geben, alles vorsichtig vermischen und noch einmal 5-10 Minuten marinieren lassen.

Auf einen Teller geben und servieren.

Tipp: Als Variante kann man Knoblauch, geschält und in Scheiben geschnitten, dazu geben.

* Das Rezept schmeckt am besten mit einem chinesischen Essig, den es z.B. in Asienläden zu kaufen gibt.
=====

Für mich ist dieses einfache sommerliche Gericht ein perfektes Fernweh-Rezept, da ich mich sofort nach China versetzt sehe. Daher passt es gut für Ann-Katrin, die in ihrem Blog Penne im Topf einen Blog-Event mit diesem Thema ausrichtet.



Derzeit zieht es mich allerdings überhaupt nicht nach China. Ich bin nämlich schon da. ;-)

Gerade sitze ich mal wieder in einem Hotelzimmer in Shanghai, arbeite für ein paar Wochen hier und genieße die Wärme. Es hat meist 35-38°C, ab und zu regnet es, aber meist bin ich eh in klimatisierten Räumen. Solche Gurken hatte ich in ähnlicher Art schon drei Mal seit ich hier bin, immer wieder ein wenig anders, immer sehr lecker. Es gibt sie z.B. auch mit etwas Sesam überstreut.

Und damit Ihr auch ein wenig Fernweh bekommt, hier noch zwei aktuelle Fotos von gestern.

Shanghai - Blick auf Pudong vom Bund ausEs ist enorm, wie sehr der Shanghai Tower seit meinem letzten Foto gewachsen ist. Unten bekommt er auch schon seine Glasfassade. Er soll 632 Meter hoch werden und wird dann das derzeit zweithöchste Gebäude der Welt sein.

Von der Höhe her fehlt nicht mehr viel, das 492 Meter hohe Shanghai World Financial Center sieht links daneben schon so richtig klein aus.

Barbara mal wieder in Shanghai

Und ich hab's fast geschafft, die Gebäude und Pudong noch etwas höher zu heben. ;-)

Freitag, 1. Mai 2015

Shanghai Cocktail

Ich wühle mich zurzeit durch alte Fotos und finde dabei immer wieder Gerichte, Kuchen oder Drinks, die ich zwar dokumentiert und fotografiert, aber nie gebloggt habe. Bei manchen wäre es schade, wenn sie im Nirgendwo verschwinden würden.

Hier ein etwas härterer Cocktail, der Absinth enthält. Daneben eine gute Portion Rum und damit das Ganze nicht so mächtig wird, etwas Zitronensaft und Grenadinesirup, was eine schöne Farbe gibt.

Shanghai Cocktail

Mir hat die Komposition sehr gut gefallen, weil ich das Kräutrige, Wermutige, Anisige von Absinth mag und ihn auch pur trinke.

Mit den anderen Aromen zusammen geschüttelt ergab sich ein gut ausgewogener Drink, den ich eigentlich mal wieder machen könnte.

Zutaten Shanghai Cocktail - Absinth, Rum, Grenadine, Zitrone

Wie der Cocktail zu seinem Namen kam, weiß ich nicht. Weder sind typisch chinesische Zutaten drin noch kann ich mich erinnern, in Shanghai jemals etwas in der Art gesehen oder getrunken zu haben.

Vielleicht, weil er recht alkoholhaltig ist und man wenn man jemanden shanghaien möchte, diesen erst einmal damit abfüllt?


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Shanghai Cocktail
Kategorien: Getränke, Cocktail
Menge: 2 Cocktailgläser

Zutaten

5-6Eiswürfel
30-40mlAbsinth
80mlRum
1Teel.Grenadine
40-60mlZitronensaft

Quelle

Zettelwirtschaft
Erfasst *RK* 21.04.2014 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Alle Zutaten zusammen in einen Shaker geben und kräftig schütteln.

Durch ein Sieb in zwei Cocktailgläser verteilen. Wer mag, dekoriert noch mit einem Zitronenschnitz.
=====

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Grüße aus dem Fernen Osten

Ich finde es schön, dass ich seit meiner Ankündigung so viele Grüße aus der Heimat und auch aus anderen Regionen bekomme. Danke dafür! Das gefällt mir besonders, weil ich seit einigen Tagen unter einer üblen Erkältung und Husten leide und ziemlich platt bin.

Es war letzte Woche kalt und die Luftqualität in Shanghai war und ist ziemlich schlecht. Die Fotos vom Smog sind nicht so besonders geworden, aber ein paar andere lade ich gleich hoch.

Und hier der Beweis, dass es doch Glühwein gibt - man muss nur suchen!

Barbara trinkt Glühwein - Tianzifang Shanghai

Die chinesischen Zeichen heißen Déguó rè hóngjiǔ Deutschland heiß roter Wein; also deutscher heißer Rotwein, das passt. :-)

Auf meinem Blog gab's schon leckere Gastbeiträge, von denen ich gerne nicht nur virtuell genascht hätte. Etwas vorweihnachtliche Stimmung - schön. Und es geht weiter, schaut einfach die nächsten Tage immer wieder rein, wer hier auf der Spielwiese zu Besuch ist.

Schön fand ich auch, dass Kochfrosch Kathi, die ich in Würzburg kürzlich endlich persönlich kennen lernen durfte, für mich auf dem Regensburger Lucrezia-Markt Weihnachtsstimmung eingefangen hat. Danke, Kathi!

Und ganz frisch hat Che Foodzeit speziell für mich Taiwan Niu Rou Mian gekocht (richtig aufwändig, mit Großeinkauf, Suppenstock kochen, usw.) zelebriert. Ich bin begeistert, danke!!!

Taiwan Niu Rou Mian von Che Foodzeit

Fürs Rezept bitte hier klicken!

Che Foodzeit lebt schon länger in Guangzhou im Süden Chinas und beschreibt in seinem Blog eher, wie er Gerichte aus der Heimat mit Zutaten, die in China erhältlich sind, zubereitet. Für mich hat er das Ganze mal umgedreht und speziell für mich diese wunderbar aromatische winterliche Suppe gekocht. Schaut Euch mal an, was da alles drin ist! Superlecker! Wenn ich die echt gehabt hätte, wäre die Erkältung vielleicht an mir vorbei gegangen. ;-)

Der Blogbeitrag von Che Foodzeit lohnt auch noch deswegen, weil er sehr ausführlich und fundiert über chinesisches Essen schreibt. Und wenn Ihr wissen wollt, was Ikea mit einem chinesischen Wochenende zu tun hat, dann klickt hin und lest Euch durch!

So, jetzt kommen noch ein paar Impressionen:

Gerade war ich mit einem Kollegen Abendessen. Es war schon recht spät und die meisten Restaurants schließen sehr früh. Dieses hier gegenüber vom Hotel hatte noch auf. Es gibt dort Sichuan-Küche, die für Chilis und Schärfe bekannt ist.



Von links Fisch in viel Brühe mit Sichuanpfeffer und Chilis, gebratener Reis, Mischgemüse (einschl. Lotos und Pilzen), Auberginen mit Fischgeschmack, Rindfleisch mit Chili. Ganz okay.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Asiatische Spielwiesen

Heute blogge ich mal nicht, was ich selber koche, sondern was ich woanders esse. Der Grund dafür ist ganz einfach die reine Not, ich habe nämlich gerade wenig Zeit zum Kochen und außerdem nur diese Küche zur Verfügung:

Küche in meinem Hotelzimmer
Da lässt sich nicht viel kochen... ;-)

Das Foto ist übrigens fast live, es ist hier kurz vor Mitternacht und schon seit vielen Stunden dunkel.

Manche haben es mitgekriegt, ich bin zurzeit zum Arbeiten in China und blogge gerade über eine VPN-Verbindung via USA (fb kriege ich damit auch nicht) aus Shanghai.

Vegetarisches Abendessen bei Qatar Airways
Los gehen solche Reisen ja immer mit Flugzeugessen. Ich bin kein großer Fan von Chicken, Beef oder weicher Pasta und hatte mir vorneweg bereits ein asiatisch-vegetarisches Menü bestellt, das indisch angehaucht war. Das war auch ganz lecker, allerdings gab's drei Mal fast das gleiche, einschl. Frühstück, so dass ich dann doch froh war, als ich mal wieder in Shanghai gelandet bin.

Ich war schon oft in dieser Stadt, das erste Mal 1990, das nächste Mal 2000 und die Unterschiede hätten größer nicht sein können. Seitdem war ich öfter hier und freue mich, dass diesmal auch das Wetter mitspielt, tagsüber 25°C und kein Smog, sondern richtig angenehm.

Eine Küche brauche ich hier natürlich nicht, schließlich gibt es überall etwas zu essen. Die Chinesen essen nämlich total gerne!

Frühstück in meinem Hotel
Hier oben das Hotelfrühstück von heute morgen. Ich habe mich für hundertjährige Eier oben rechts entschieden, die sehr lecker schmecken. Im Uhrzeigersinn weiter sind Gurken, dann ein Stück Seitan, unten etwas salzig-knackiges (da werde ich vielleicht mal nachfragen...), dann eine süße Sesamkleinigkeit und schließlich zwei meiner geliebten Baozi.

Drachenfrucht
Obst gibt's auch, neben leckeren Mandarinen (die schmecken hier ganz anders, super aromatisch) bekam ich eine Drachenfrucht ins Hotelzimmer. Ich bin schon seit Samstag hier, die ist inzwischen natürlich schon längst weg.

Nachdem ich das extra für uns ausländische Experten besorgte Mittagessen in der Fabrik gestern nicht wirklich mochte (amerikanisches Fastfood schmeckt mir hier noch weniger als anderswo) durfte ich heute mit in die Kantine und habe das hier verspeist:

Essen in der Kantine
Besonders lecker war oben rechts ein Gericht mit Stangensellerie, Tofu und hauchdünn geschnittenem Hühnerfleisch. Auch sonst fand ich's echt gut.

Jiaozi
Heute Abend hatte ich dann keinen großen Hunger mehr und bin mit einem Kollegen nur ein paar Häuser weiter zu einem kleinen Restaurant, wo wir Jiaozi und Bier bestellt haben. Die Jiaozi waren richtig gut, das Bier erfrischte. Das Ganze kostete übrigens insgesamt weniger als 2 Euro.

Man kann hier in Shanghai aber auch deutlich teurer als in Deutschland essen und deutlich schlechter auch, oft sogar beides zusammen...

Nudelsuppe aus handgezogenen Nudeln
Und hier noch das einzige Foto, das es bisher von mir gibt: Am Sonntag Abend in einem dieser kleinen vollen Restaurants, in denen sie die Nudeln von Hand ziehen. 拉面 lāmiàn nennt sich das (die Zeichen heißen einzeln ziehen und Nudel, also gezogene Nudeln).

Der Koch konnte das gut, es ist immer wieder faszinierend, dabei zuzusehen.

Lamian

Die Nudelspezialisten kommen meist aus dem Westen Chinas, oft aus Lanzhou, der Hauptstadt der Provinz Gansu, und gehören der muslimischen Hui-Minderheit an. Ich hatte die Version mit Hammelfleisch. Frischer Koriander war auch dabei. Da könnte ich mich reinlegen. :-)

Ihr seht, für mich geht es auch gut ohne eigene Küche. Zumindest in China. 

Und wer mehr zu Shanghai sehen und lesen möchte: Hier geht's zu Reisetipps für Shanghai und Erlebnisse auf meinem Reiseblog.