Eigentlich habe ich das Gefühl, regelmäßig an der Kulinarischen Weltreise teilzunehmen. Ein Blick ins Archiv hat mich allerdings eines Besseren belehrt: Mein letzter Beitrag liegt schon mehr als zwei Jahre zurück. Irre, wie die Zeit vergeht! Dabei mag ich die Idee, sich einen Monat lang auf ein Land einzulassen und dessen typische Gerichte nachzukochen.
Bei mir funktioniert das besser, wenn ich das Land kenne und den Geschmack auf der Zunge habe. Das klappt nicht immer, aber diesmal habe ich auf den letzten Drücker doch noch losgelegt. Erstens betrifft es ein Land, zu dem ich eine spezielle Beziehung habe, zum zweiten konnte ich durch die Beschäftigung mit der norwegischen Küche und beim Stöbern in Büchern und online ein Geheimnis lösen, das mich schon seit längerem beschäftigt.
Für mich typisch norwegisch sind Skoleboller, Lapper (eine Art Pfannkuchen), Rømmegrøt med saft und natürlich der bekannte Fiskepudding. "Ein Norweger muss Fischpudding essen können" ist ein Ausspruch einer guten Freundin meiner Mutter, die als Schwedin nach Norwegen geheiratet hat und mit dieser Ansage versuchte, ihre Kinder zum Essen dieser etwas seltsamen Speise zu motivieren. Das muss in den 1970er gewesen sein, aber ich weiß es noch wie heute. Die Kinder sahen nicht glücklich aus...Gummiartig, geschmacklos, langweilig - das ist der Ruf von Fischpudding... Ich muss zugeben, dass ich schon oft in Norwegen war, aber noch nie welchen gegesssen habe (oder ich kann mich nicht daran erinnern).
Fischpudding ist eine helle, fast weiße Masse aus püriertem Fisch, Milch und Gewürzen, die mit Stärke gestockt und klassischerweise im Wasserbad gegart wird - wie Pudding halt.
In Norwegen gibt es schon immer viel Fisch. Besonders den Stockfisch im Norden des Landes sehe ich vor meinem geistigen Auge: Damals in den 1980ern sah ich Fisch ohne Ende auf riesigen Holzgestellen an der frischen Luft trocknen. Inzwischen weiß ich, dass man den getrockneten Fisch aus Norwegen auch in meiner Wahlheimat Oberfranken gerne zubereitet; und in Portugal heißt er Bacalhau und ist das Nationalgericht.
Aber auch aus frischem Fisch kann man verschiedenes herstellen, u.a. Fischpudding. Man bekommt ihn in jedem Supermarkt, meist wie eine dicke Wurst in einen festen Plastikschlauch eingeschweißt. Diese Convenience-Versionen sind angeblich ziemlich geschmacksarm und sehen auch langweilig aus, weiß halt.
Wenn man Fischpudding selbst macht und wie ich keinen weißen Pfeffer mehr hat und weitere etwas dunklere Gewürze nimmt, dann ähneln Farbe und Konsistenz einer Weißwurst, nur mit Fischgeschmack.
Die Zubereitung ist heutzutage einfach: Ich habe erst den Mini-Zerkleinerer verwendet und dann den Steam Airfryer, also die Dampf-Heißluftfritteuse. Früher war Fischpudding eher eine noble Speise, weil das Pürieren so aufwändig war.Mir hat der norwegische Fischpudding erstaunlicherweise total gut geschmeckt! Vieles hängt an den Gewürzen, klar, aber die Konsistenz und den Geschmack fand ich erstaunlich gut. - Es wird also mal wieder Zeit für eine Fahrt nach Norwegen; die letzte Reise ist schon etwas länger her.
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Fiskepudding (Norwegischer Fischpudding) |
| Kategorien: | Fisch, Salzwasser, Norwegen, Airfryer |
| Menge: | 3 Portionen als Vorspeise oder kleine Hauptspeise |
Zutaten
| H | ZUM EINFETTEN DER FÖRMCHEN | ||
| Butter oder Öl | |||
| H | FISCH-FARCE | ||
| 250-300 | Gramm | Fischfilet, möglichst weißfleischig (z.B. | |
| -- Schellfisch, Kabeljau, Seelachs, notfalls | |||
| -- Pangasius) - gut gekühlt | |||
| 1 | Teel. | Meersalz; evtl. etwas mehr | |
| -- (evtl. auch Algen-Salz) | |||
| 1 | Messersp. | Weißer Pfeffer; gemahlen | |
| 1 | Messersp. | Muskatnuss; frisch gerieben | |
| 1/4 | Teel. | Knoblauchpulver und/oder Zwiebelpulver | |
| 1 | Essl. | Kartoffelmehl (ersatzweise Maisstärke) | |
| 150 | ml | Milch | |
Quelle
| improvisiert nach verschiedenen Quellen, u.a. | |
| handschriftliche Infos von Freunden und Bekannten |
| Erfasst *RK* 29.06.2026 von | |
| Barbara Furthmüller |
Zubereitung
Die Förmchen mit Butter oder Öl einfetten und bereit stellen. (Das habe ich vergessen...)
Fisch in grobe Würfel schneiden, zusammen mit den Gewürzen in einen Blitzhacker geben und alles zu einer glatten Masse verarbeiten. Das geht relativ schnell. Kartoffelmehl zufügen und einmixen. Die Milch bei laufender Maschine nach und nach zufügen und alles zu einer einigermaßen homogenen Masse hacken lassen. Nicht zu lange shreddern, sonst wird die Masse zu warm. Abschmecken.
Die etwas zähe Fischmasse in die eingefettete Förmchen verteilen. Gut festdrücken, evtl. auf die Arbeitsplatte klopfen, um Lufteinschlüsse zu entfernen.
Die Förmchen in den Steam Airfryer stellen, Wasser einfüllen und bei 140°C ca. 30 Minuten mit dem Programm Kombiniertes Garen (Steam-Fry) garen. Alternativ in eine ofenfeste mit Wasser gefüllte Schüssel stellen und im Backofen bei ca. 160°C Ober-/Unterhitze, 140°C Umluft oder Gas Stufe 1 ca. 35 Minuten garen.
Idealerweise stürzt man den Fischpudding und seriert ihn in Scheiben oder Würfel geschnitten.
Tipps:
Man kann auch gleich eine größere Portion zubereiten und Reste einfrieren.
Fischpudding schmeckt warm oder kalt. Frisch und warm schmeckt er zu Salzkartoffeln. Abgekühlt, in dicke Scheiben geschnitten und mit Butter ausgebraten passt er zu Salat. Auch hauchdünn geschnitten auf einem Vollkornbrot und verziert (Mayo, Kräuter, Gurkenscheibe) isst man ihn gerne.
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So, jetzt zum Geheimnis, in das ich etwas mehr Licht bringen konnte: Leider reichte der Event-Zeitraum nicht zum Backen, aber das Rezept für den Kvæfjordkake oder auch Verdens beste begegnet einem in jedem Koch- oder Backbuch und auch im Internet als typisch norwegisch. In den 1930er Jahren haben zwei Schwestern, die in Nordnorwegen ein Café besaßen, angeblich in Dänemark ein Backrezept gekauft, dieses mangels teurer Mandeln abgewandelt - und daraus entstand ein Kuchen aus Rührteig und Baiser, der ein Renner wurde. - Rührteig und Baiser erinnerte mich an etwas - auch die Fotos sehen ähnlich aus und ein genauerer Blick aufs Rezept zeigt: Wir haben es mit unserer guten alten Hannchen-Jensen-Torte, Himmelstorte, Gewittertorte oder Schwimmbadtorte zu tun!
Die Füllung aus Vanillepudding und Sahne wurde wohl, als der Kuchen dann in den 1970ern nach Deutschland kam und das Rezept über die Schwimmbäder des Landes von einer Küche zur nächsten wanderte, an unseren Geschmack angepasst. Daher denke ich, dass dieser deutsche Lieblingskuchen eigentlich aus Norwegen stammt. Spannend!
Norwegen ist immer für eine Überraschung gut und bietet meist mehr als man erwarten würde. Tolles Land, super Menschen, einmalige Landschauft.
Hier die Liste zu den norwegischen Rezepten dieser Runde, wieder organisiert von Volker:
- Regina von bistroglobal mit Ofenpfannkuchen nach norwegischer Art
- Britta von Brittas Kochbuch mit Blåbærsnurrer med vaniljekrem - Blaubeer-Vanille-Schnecken (Norwegen)
- Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Waffeln mit Kefir und Kardamom - Vafler med Kefir og Kardemomme
- Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Dicke Lefser mit Zimtbutter - tykklefser med smørkrem
- Susanne von magentratzerl mit Sveler - Norwegische Pfannkuchen
- Britta von Backmaedchen 1967 mit Norwegischer Apfelkuchen-Eplekake
- Tina von Küchenmomente mit Suksessterte aus Norwegen (glutenfrei)
- Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Norwegisches Kartoffel-Fladenbrot - Lompe
- Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Kaffefromasj - Kaffeemousse
- Friederike von Fliederbaum mit Kvaefjordkake oder "weltbester" Kuchen
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