Vor 20 Jahren hat Zorra den World Bread Day in die Blogosphäre gebracht, der Backbegeisterte aus der ganzen Welt zusammenbringt, um die Vielfalt und Faszination des Brotbackens zu zelebieren. Dieses Jahr am 16. Oktober wird der Tag des Brotes also 21. Wow!
Die ersten Jahr war ich ab und zu dabei, allerdings ist meine letzte Teilnahme acht Jahre her... Irre, wie die Zeit vergeht.
Ich muss zugeben, dass ich die Brote meiner Mit-Blogger:innen bewundere, dann aber meist doch wieder zum lokalen Bäcker gehe und mein Brot dort kaufe. In Oberfranken gibt es zum Glück noch gutes Brot, auch wenn auch hier immer mehr Bäckereien schließen oder Convenience verbacken.
Aber es gibt natürlich auch Brote, die kein heimischer Bäcker in der Auslage hat. Daher bin ich heute wieder dabei mit einem nicht ganz typischen Brot. Kein Sauerteig, keine Hefe, kein Getreide...
Seit einigen Jahren sieht man auf diversen Social Media Plattformen vermehrt Brote aus Linsen. Sucht mal nach Viral Red Lentil Bread... Und ich habe mich endlich aufgerafft, das einmal auszuprobieren.
Das älteste Rezept, das ich online gefunden habe, stammt von einem Foodblog aus 2021; ab 2022 wurden es mehr. Auch deutschsprachig wird man fündig. Ich habe mich beim Ausprobieren an ein relativ neues Rezept von Bianca Zapatka gehalten. Ihr Mixer sah ähnlich aus wie meiner, ist aber doch deutlich größer. Nächstes Mal würde ich den Vitamix nehmen (der war allerdings mit Broccolisuppe belegt...).
Genau wie ein Sauerteigbrot braucht auch diese Variante aus roten Linsen etwas Zeit. Der erste Schritt startet schon am Vorabend, denn die Linsen müssen einweichen. Wer lauwarmes Wasser nimmt, kann den Prozess aber beschleunigen. Danach werden die abgetropften Linsen einfach mit den restlichen Zutaten im Mixer fein püriert. Bevor das Brot in den Ofen wandert, darf der Teig in der Form noch kurz quellen; auch das ist ähnlich wie herkömmliches Brot, das oft noch in der Form gehen darf. Im Gegensatz zu klassischem Brot sollte man mit dem Anschneiden aber warten, bis es vollständig ausgekühlt ist, da die Krume erst beim Abkühlen ihre richtige Festigkeit bekommt.
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Linsenbrot aus roten Linsen |
| Kategorien: | Backen, Brot, Linsen, Glutenfrei, Vegan |
| Menge: | 1 Brot (1 kleine 20 cm Kastenform) |
Zutaten
| 250 | Gramm | Rote Linsen | |
| viel | Wasser; zum Abwaschen und Einweichen | ||
| etwas | Fett zum Einfetten der Form | ||
| 2 | Essl. | Flohsamenschalen; gemahlen | |
| 2 | Teel. | Backpulver (oder 1 Teel. Natron) | |
| 1 | Teel. | Salz | |
| 1 | Teel. | Gewürze; gemahlen (nach Lust und Laune) | |
| 1-2 | Essl. | Olivenöl | |
| 1 | Essl. | Apfelessig | |
| 140-160 | ml | Wasser | |
| 1 | Essl. | Kerne, Nüsse und Saaten |
Quelle
| nach diversen Quellen im Internet, u.a. Bianca Zapatka |
| Erfasst *RK* 15.10.2026 von | |
| Barbara Furthmüller |
Zubereitung
Die roten Linsen gründlich waschen und in reichlich Wasser einweichen, am besten über Nacht oder alternativ mit warmem Wasser mindestens 4 Stunden. Anschließend in ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen.
Die Kastenform einfetten und mit Backpapier auslegen.
Die abgetropften Linsen zusammen mit gemahlenen Flohsamenschalen, Backpulver, Salz, Gewürzen Olivenöl, Apfelessig und frischem Wasser in einen Mixer oder Zerkleinerer geben und pürieren oder mit dem Pürierstab so lange bearbeiten, bis eine feine, möglichst homogene Masse entstanden ist. Wer wie ich einen zu kleinen Mixer verwendet, kann die Linsen erst pürieren; so wird das Volumen kleiner. Dan den Rest untermixen wie oben.
Den Linsenteig in die Form füllen, glattstreichen und 15 Minuten quellen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze, 160°C Umluft oder Gas Stufe 3 vorheizen.
Die Oberfläche des Brots mit Kernen und Saaten bestreuen, dann auf der mittleren Schiene des Backofens für ca. 60 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen, von der Form auf ein Kuchengitter setzen und vollständig abkühlen lassen. Das ist wichtig, da das Brot erst beim Abkühlen seine feste Struktur bekommt. Erst danach in Scheiben schneiden.
Tipp: Man ist hier relativ flexibel und kann mit Gewürzen oder auch Nüssen, Kernen, Saaten (gehackt im Teig und obenauf) variieren. Wer weniger Olivenöl nimmt (ich würde das nächste Mal nur 1 Essl. nehmen, kann mehr Wasser zufügen.
=====
Und jetzt kommen wir zur Frage, die mich und sicher uns alle beschäftigt, die aber online selten gestellt oder beantwortet wird: Wie schmeckt das?
Zuerst, ich hatte die Linsen gestern Mittag eingeweicht und das Brot gestern Abend gebacken. Heute früh habe ich angeschnitten. Wie im Originalrezept auch zu sehen, war das Brot ganz unten am Boden ein wenig dichter, weniger locker - normalerweise würde man speckig sagen, aber das trifft es hier ja nicht so richtig. Insgesamt war es mir trotzdem ein wenig zu ölig, daher habe ich aus 2 Essl. Öl im Rezept 1-2 Essl. gemacht; da kann man variieren. Der Großteil des Brots war schön locker, wie erhofft. Der Geruch ist neutral, wie erwartet, und ich wollte das für meinen Test ja genau so. Fürs nächste Mal habe im Rezept vermerkt, dass man weitere Gewürze zufügen kann.
Beim Reinbeißen erwartet man ja irgendwie doch ein "normales" Brot aus Weizen, Dinkel, Roggen, o.ä. - weil es auch so aussieht! - und bekommt erst einmal einen anderen Geschmack, ganz fein nach - ja, nach gekochten roten Linsen. Aber ganz sanft nur, und beim Kauen und ab dem zweiten Biss merkte ich das gar nicht mehr. Ich hatte eine angenehme brotige leichte Masse im Mund, die sich gut am Gaumen zerquetschen ließ.
Da sich das Brot auch gut einfrieren und toasten lässt, habe ich eine halbe Scheibe kurz in den Airfryer geworfen und es leicht anrösten lassen. Das schmeckte mir noch besser. Da es vom Geschmack her relativ neutral ist, passen darauf süße und herzhafte Aufstriche. Ich würde aber Aufstriche mit wenig Fett nehmen, da das Linsenbrot an sich schon recht fettig rüberkommt. Oben ein Foto mit Magerquark (dann ist es nicht mehr vegan) und Hagebuttenkonfitüre, was sehr gut war. Mir schmeckt es auch pur.
Da ich ab und zu für Menschen backen möchte, die sich glutenfrei und teils auch vegan ernähren, probiere ich gerne solche Rezepte aus. Laut KI hat das Brot insgesamt ca. 62 Gramm Protein, 21 Gramm Fett, 135 Gramm Kohlenhydrate, 36 Gramm Ballaststoffe und 1040 kcal. Es ergibt ca. 10 Scheiben. Dieses Linsenbrot schmeckt mir; das kommt jetzt auf die Liste der Standardrezepte.Dies ist mein Beitrag für den World Bread Day 2026. Meine früheren Beiträge sind hier verlinkt. Vielleicht schaffe ich es ja wieder regelmäßiger.
- Herbstliches Brot mit Nashibirne und Walnüssen (2018)
- Kastenweißbrot mit Olivenöl, vegan (2014)
- Ciabatta nach Sante de Santis (2013)
- Tomaten-Rosmarin-Baguette (2011)
- Walnussbrot (2009)
- Knoblauch-Salbei Ring (2007)
Unter der Kategorie Brot findet man alle Brote, die ich bisher gebacken und verbloggt habe.






Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.
Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. die IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu finden sich in der Datenschutzerklärung auf dem Blog und in der Datenschutzerklärung von Google.