Freitag, 16. Oktober 2026

Brot aus roten Linsen

Banner World Bread Day, October 16, 2026

Vor 20 Jahren hat Zorra den World Bread Day in die Blogosphäre gebracht, der Backbegeisterte aus der ganzen Welt zusammenbringt, um die Vielfalt und Faszination des Brotbackens zu zelebieren. Dieses Jahr am 16. Oktober wird der Tag des Brotes also 21. Wow! 

Die ersten Jahr war ich ab und zu dabei, allerdings ist meine letzte Teilnahme acht Jahre her... Irre, wie die Zeit vergeht. 

Ich muss zugeben, dass ich die Brote meiner Mit-Blogger:innen bewundere, dann aber meist doch wieder zum lokalen Bäcker gehe und mein Brot dort kaufe. In Oberfranken gibt es zum Glück noch gutes Brot, auch wenn auch hier immer mehr Bäckereien schließen oder Convenience verbacken. 

Linsenbrot aus roten Linsen

Aber es gibt natürlich auch Brote, die kein heimischer Bäcker in der Auslage hat. Daher bin ich heute wieder dabei mit einem nicht ganz typischen Brot. Kein Sauerteig, keine Hefe, kein Getreide... 

Seit einigen Jahren sieht man auf diversen Social Media Plattformen vermehrt Brote aus Linsen. Sucht mal nach Viral Red Lentil Bread... Und ich habe mich endlich aufgerafft, das einmal auszuprobieren. 

Zubereitung  Linsenbrot aus roten Linsen
Die Idee, dass man Linsen einweicht, püriert und daraus etwas backt, hatte man in Indien schon vor Jahrtausenden. Aus den eher flachen Pfannkuchen (Dosa mag ich z.B. gerne) entstanden in den letzten Jahrzehnten höhere Brote, indem man Apfelessig und Natron zufügte. Erfahrene vegane, Paleo oder Keto-Bäcker- und Bloger:innen haben diese Rezepte weiter abgewandelt, und seit einigen Jahren sieht man viele Versionen mit Flohsamenschalen, die dafür sorgen, dass das Brot weniger krümelt. Bei Linsen fehlt logischerweise Gluten, das in Weizen und ähnlichem Getreide für Bindung sorgt.

Das älteste Rezept, das ich online gefunden habe, stammt von einem Foodblog aus 2021; ab 2022 wurden es mehr. Auch deutschsprachig wird man fündig. Ich habe mich beim Ausprobieren an ein relativ neues Rezept von Bianca Zapatka gehalten. Ihr Mixer sah ähnlich aus wie meiner, ist aber doch deutlich größer. Nächstes Mal würde ich den Vitamix nehmen (der war allerdings mit Broccolisuppe belegt...).

Zubereitung Linsenbrot aus roten Linsen

Genau wie ein Sauerteigbrot braucht auch diese Variante aus roten Linsen etwas Zeit. Der erste Schritt startet schon am Vorabend, denn die Linsen müssen einweichen. Wer lauwarmes Wasser nimmt, kann den Prozess aber beschleunigen. Danach werden die abgetropften Linsen einfach mit den restlichen Zutaten im Mixer fein püriert. Bevor das Brot in den Ofen wandert, darf der Teig in der Form noch kurz quellen; auch das ist ähnlich wie herkömmliches Brot, das oft noch in der Form gehen darf. Im Gegensatz zu klassischem Brot sollte man mit dem Anschneiden aber warten, bis es vollständig ausgekühlt ist, da die Krume erst beim Abkühlen ihre richtige Festigkeit bekommt.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Linsenbrot aus roten Linsen
Kategorien: Backen, Brot, Linsen, Glutenfrei, Vegan
Menge: 1 Brot (1 kleine 20 cm Kastenform)

Zutaten

250Gramm Rote Linsen
viel
 Wasser; zum Abwaschen und Einweichen
etwas
 Fett zum Einfetten der Form
2Essl. Flohsamenschalen; gemahlen
2Teel. Backpulver (oder 1 Teel. Natron)
1Teel. Salz
1Teel. Gewürze; gemahlen (nach Lust und Laune)
1-2Essl. Olivenöl
1Essl. Apfelessig
140-160ml Wasser
1Essl. Kerne, Nüsse und Saaten

Quelle

 nach diversen Quellen im Internet, u.a. Bianca Zapatka
 Erfasst *RK* 15.10.2026 von
 Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die roten Linsen gründlich waschen und in reichlich Wasser einweichen, am besten über Nacht oder alternativ mit warmem Wasser mindestens 4 Stunden. Anschließend in ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen.

Die Kastenform einfetten und mit Backpapier auslegen.  

Die abgetropften Linsen zusammen mit gemahlenen Flohsamenschalen, Backpulver, Salz, Gewürzen Olivenöl, Apfelessig und frischem Wasser in einen Mixer oder Zerkleinerer geben und pürieren oder mit dem Pürierstab so lange bearbeiten, bis eine feine, möglichst homogene Masse entstanden ist. Wer wie ich einen zu kleinen Mixer verwendet, kann die Linsen erst pürieren; so wird das Volumen kleiner. Dan den Rest untermixen wie oben. 

Den Linsenteig in die Form füllen, glattstreichen und 15 Minuten quellen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze, 160°C Umluft oder Gas Stufe 3 vorheizen.

Die Oberfläche des Brots mit Kernen und Saaten bestreuen, dann auf der mittleren Schiene des Backofens für ca. 60 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen, von der Form auf ein Kuchengitter setzen und vollständig abkühlen lassen. Das ist wichtig, da das Brot erst beim Abkühlen seine feste Struktur bekommt. Erst danach in Scheiben schneiden.

Tipp: Man ist hier relativ flexibel und kann mit Gewürzen oder auch Nüssen, Kernen, Saaten (gehackt im Teig und obenauf) variieren. Wer weniger Olivenöl nimmt (ich würde das nächste Mal nur 1 Essl. nehmen, kann mehr Wasser zufügen.   

=====

Und jetzt kommen wir zur Frage, die mich und sicher uns alle beschäftigt, die aber online selten gestellt oder beantwortet wird: Wie schmeckt das?  

Zuerst, ich hatte die Linsen gestern Mittag eingeweicht und das Brot gestern Abend gebacken. Heute früh habe ich angeschnitten. Wie im Originalrezept auch zu sehen, war das Brot ganz unten am Boden ein wenig dichter, weniger locker - normalerweise würde man speckig sagen, aber das trifft es hier ja nicht so richtig. Insgesamt war es mir trotzdem ein wenig zu ölig, daher habe ich aus 2 Essl. Öl im Rezept 1-2 Essl. gemacht; da kann man variieren. Der Großteil des Brots war schön locker, wie erhofft. Der Geruch ist neutral, wie erwartet, und ich wollte das für meinen Test ja genau so. Fürs nächste Mal habe im Rezept vermerkt, dass man weitere Gewürze zufügen kann. 

Linsenbrot aus roten Linsen - Detail

Beim Reinbeißen erwartet man ja irgendwie doch ein "normales" Brot aus Weizen, Dinkel, Roggen, o.ä. - weil es auch so aussieht! - und bekommt erst einmal einen anderen Geschmack, ganz fein nach - ja, nach gekochten roten Linsen. Aber ganz sanft nur, und beim Kauen und ab dem zweiten Biss merkte ich das gar nicht mehr. Ich hatte eine angenehme brotige leichte Masse im Mund, die sich gut am Gaumen zerquetschen ließ. 

Da sich das Brot auch gut einfrieren und toasten lässt, habe ich eine halbe Scheibe kurz in den Airfryer geworfen und es leicht anrösten lassen. Das schmeckte mir noch besser. Da es vom Geschmack her relativ neutral ist, passen darauf süße und herzhafte Aufstriche. Ich würde aber Aufstriche mit wenig Fett nehmen, da das Linsenbrot an sich schon recht fettig rüberkommt. Oben ein Foto mit Magerquark (dann ist es nicht mehr vegan) und Hagebuttenkonfitüre, was sehr gut war. Mir schmeckt es auch pur. 

Linsenbrot aus roten Linsen im Ganzen
Da ich ab und zu für Menschen backen möchte, die sich glutenfrei und teils auch vegan ernähren, probiere ich gerne solche Rezepte aus. Laut KI hat das Brot insgesamt ca. 62 Gramm Protein, 21 Gramm Fett, 135 Gramm Kohlenhydrate, 36 Gramm Ballaststoffe und 1040 kcal. Es ergibt ca. 10 Scheiben. Dieses Linsenbrot schmeckt mir; das kommt jetzt auf die Liste der Standardrezepte. 

Dies ist mein Beitrag für den World Bread Day 2026. Meine früheren Beiträge sind hier verlinkt. Vielleicht schaffe ich es ja wieder regelmäßiger.

Unter der Kategorie Brot findet man alle Brote, die ich bisher gebacken und verbloggt habe.

22 Kommentare:

  1. Das ist mir nun wirklich ganz neu - wieder etwas Virales, das ich verpasst habe ;-). Merkt man denn in der Konsistenz das Backpulver? Ob ich wohl aus der Reihe tanze und aus Neugierde einen Versuch mit Hefe mache?

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    1. Das Backpulver habe ich interessanterweise nicht rausgeschmeckt (und da bin ich eigentlich empfindlich). - Mit Hefe - keine Ahnung, ob die genug Nahrung findet?! Das wäre ein spannender Versuch!

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  2. Liebe Barbara, wie schön, dass du nach so vielen Jahren wieder beim World Bread Day dabei bist!
    Dein Brot aus roten Linsen ist eine wirklich spannende und kreative Idee abseits der klassischen Hefe- und Sauerteigbrote.
    Dass es ganz ohne Getreide und Gluten auskommt und trotzdem eine so tolle, lockere Struktur bekommt, fasziniert mich richtig. Dein ehrlicher Geschmacksbericht macht extrem neugierig aufs Ausprobieren!
    Liebe Grüße, Sabrina

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    1. Hallo Sabrina,
      ich hatte ehrlicherweise die letzten Jahren auch immer mal Versuche gestartet, aber entweder die wurden nicht ganz so wie ich wollte, oder sie waren aufgegessen, bevor ich zum Fotografieren kam.
      Daher die Idee, etwas ganz anderes zu machen - das Linsenbrot fand ich klasse. Es schmeckt auch aufgetaut (getestet).
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Puh, ich verfolge solche Trends kaum, aber das Linsenbrot hatte ich auch schon öfter gesehen. Danke für deine ehrliche Beschreibung wie es schmeckt, das finde ich immer wichtig, wenn es um solche Hypes geht. Sind sie es wert? Bei dir klingt es so. Grüße, Jenny

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    1. Hallo Jenny,
      ich hatte konkret gesucht, weil ich in einem Backbuch mal etwas ähnliches gesehen hatte, aber das Buch nicht mehr fand (habe auch viele Bücher verschenkt). Und wenn man anfängt zu suchen, dann erschlägt der Algorithmus einen fast damit...
      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Dieser Trend ging an mir ebenfalls vorüber- allerdings hab ich schonmal ein Brot mit einem Teil Linsenmehl gebacken, welches uns gut geschmeckt hat- Linsen sind einfach echtes Super-Food. Toll gemacht von dir !

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    1. Das ist auch eine gute Idee - und dann näher am klassischen Brot dran.
      Linsen sind echt toll!

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  5. Sehr interessantes Rezept, ich habe erst noch ein anders Linsenbrot in der Pipeline, dann wird das ausprobiert.

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  6. Na das ist doch mal ein interessantes Brot. Ich bekomme von den Trends kaum noch etwas mit nachdem ich nicht mehr bei Facebook und Co. bin.
    Das Rezept geb ich mal weiter an ein paar Bekannte weiter. Das dürfte genau deren Geschmack sein

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    1. Nicht alle Trends sind gut, aber manche sind doch so interessant, dass ich das mal ausprobiere.

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  7. Liebe Barbara, Linsenbrot ? davon habe ich auch noch nichts bemerkt. Wahrscheinlich weil ich Linsen sonst auch selten koche. Ich würde es aber probieren, vorerst nur mal einen kleinen Teil Linsen bei mischen.
    Aber es schaut sehr lecker aus und vielen Dank fürs Teilen. So ist es mir endlich aufgefallen.
    Liebe Grüße von Irmi

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    1. Hallo Irmi,
      Rezepte mit einem kleinen Teil Linsen gibt's auch - die sind dann näher an klassischem Brot dran vom Geschmack her. Und da Linsen so gesund sind, sind sie sicher auch eine Alternative.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  8. Liebe Barbara,
    wie interessant, davon habe ich ja noch nie was gesehen oder gelesen. Ich denke, das würde ich mal ausprobieren :)
    Liebe Grüße, Bettina

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    1. Hallo Bettina,
      ich ahne, unsere Algorithmen sind andere. :-)
      Es lohnt sich. Vor allem, wenn man glutenintolerante Bekannte hat, die auch mal Brot essen wollen.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  9. Schön, dass du nach all den Jahren wieder mal dabei bist und dann auch gleich mit so einem aussergewöhnlichen Brot.

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  10. Wie schön, dass du nach so vielen Jahren mal wieder mit dabei bist und dein Linsenbrot klingt ja auch mal richtig gut!

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    1. Solche Aktionen sind dann doch oft der Anstoß, dass man sich hinstellt und etwas Neues ausprobiert. Manchmal geht's in die Hose, aber diesmal war's den Versuch echt wert.

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  11. Mit roten Linsen? Auch wieder was neues gelernt! Was man nicht alles in Brot packen kann... erstaunlich

    LG Wilma / Pane-Bistecca

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    1. Hallo Wilma,
      ich war auch erstaunt, dass das so gut funktioniert und echt gut als Brotersatz taugt - mit Käse oder Salami drauf, war das echt gut.
      Liebe Grüße
      Barbara

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