Bevor hier wieder gekocht wird, möchte ich mit Euch noch ein paar Eindrücke und Fotos teilen. Wir waren über den 1. Mai für 5 Nächte in Rom und hatten richtig Glück mit dem Wetter. Das schöne warme Frühlingswetter hatte ich dann auch gleich mit nach Deutschland genommen, leider hat es nicht gehalten. ;-)
Wir haben diesmal in
Trastevere übernachtet, der Bahnhof hat direkte Verbindungen nach Civitavecchia (das ist der Hafen von Rom, wir kamen mit dem Schiff an) und zum Flughafen, was natürlich praktisch ist.
Nach ein bisschen Fußweg kommt man von dort auf den Gianicolo, der zwar nicht zu den klassischen sieben Hügeln Roms zählt, aber ein wunderschönes Panorama bietet.
Der Stadtteil liegt zudem recht zentral, so dass man sehr viel zu Fuß erreichen kann. Ich erlaufe mir Städte nämlich ganz gerne.
Imposant ist auch ein Spaziergang am Tiber. Da waren wir fast alleine, obwohl sonst natürlich viele Touristen in Rom waren.
Außerdem sind wir mit Bahn, Metro, Bus und Straßenbahn gefahren. Es gibt z.B. ein 3-Tages-Ticket für 16,50 EUR. Ich steige dann gerne einfach dort aus, wo es interessant aussieht und erkunde die Gegend. So sind wir z.B. zufällig im jüdischen Viertel gelandet.
Im ehemaligen Ghetto kann man koscher essen. Natürlich gibt es auch die Artischocken "alla giudia". Irgendwie hat es doch nicht geklappt, dass wir welche gegessen haben, aber fotografiert habe ich welche...
Mit dem normalen Ticket darf man sogar bis nach
Ostia Antica oder ans Meer, was sich als Tagesausflug lohnt. Ostia Antica ist das Ausgrabungsgelände der antiken Stadt Ostia, der ursprünglichen Hafenstadt des antiken Rom. Hier ein paar Impressionen:
So sieht es vor allem aus, grüne Bäume und alte Steine. Ich finde das beeindruckend.
Das Theater wird heute wieder für Aufführungen genutzt. So, wie es da steht, stammt es wohl aus dem 2. Jahrhundert. Früher war es prächtig mit Marmor verkleidet.
Ich klettere ja immer ganz gerne abseits der Wege herum. Durch Zufall habe ich in eine Art Höhle geschaut und war sehr erstaunt, dort diese Statue zu finden. Angeschildert war sie nicht, es war also Glück. Fand ich sehr interessant. In der Nähe war auch noch ein unterirdischer Tümpel mit Wasser.
Eidechsen, wildwachsende Feigen, Mosaike, usw. Sehenswert. Zur Erinnerung: Alle Fotos werden größer, wenn man auf sie klickt!
Man kann locker einen ganzen Tag hier verbringen.
Teils sind die Ruinen ausgegraben und etwas restauriert, wie das Theater oben, es gibt aber auch Stellen, an denen alles sehr ursprünglich ist und man auch fast keine andere Besucher mehr antrifft.
Als Stärkung gönnten wir uns im Café des Ausgrabungsgeländes einen gedeckten Mandelkuchen, der wieder Power gab für weitere Besichtigungen.
Wir sind danach weiter nach Ostia und
Lido di Ostia gefahren. Der Strand (wäre eh zu spät und zu kalt zum Baden gewesen) und der Ort haben uns aber nicht wirklich überzeugt.
Lauter Strandbäder mit Liegen und Sonnenschirmen in Reihen, dazu Umkleidekabinen, wohl organisiert und für mich nicht sonderlich einladend. Trotzdem ist es angeblich durch die Nähe zu Rom im Sommer und am Wochenende gut belebt.
Es war noch so warm, dass wir zum Abendessen draußen sitzen konnten.
In Ostia und in Rom selbst blühte bereits der Holunder, auch Brennnesseln fand ich einige. Allgemein ist es schön grün und im Frühjahr blüht vieles; man findet erstaunlich viel Natur für eine Großstadt. Immer wieder beeindruckt mich, dass man an Straßenrändern und zwischen alten Steinen so viel Getreide findet, das einfach so zusammen mit vielem, was man als Unkraut bezeichnen könnte, wächst.
Vor unserer Reise hatte ich virtuell mal bei Ariane angeklopft, die das Blog
Tra dolce ed amaro betreibt, das ich sehr gerne lese.
Ariane lebt mit ihrem Mann seit vielen Jahren in Rom und die beiden kennen sich dort natürlich super aus, nicht nur, was die Stadt und die Sehenswürdigkeiten angeht, sondern auch die Hintergründe, die ich sehr spannend finde.
Wir haben uns getroffen und es war unheimlich toll und nett und interessant. Die beiden sind total sympathisch und (eigentlich wie jedes Mal, wenn ich Foodblogger treffe, ein nettes Völkchen...) wir hatten uns unheimlich viel zu sagen, haben viel geredet und gelacht, wenig über Essen, viel über alles mögliche.
Die beiden hochprozentigen
Negronis auf dem Foto gehören allerdings den Spielwiese-Genießern. ;-)
Durch Ariane habe ich den alkoholfreien Crodino kennen gelernt, der auch sehr lecker und erfrischend war. Toll finde ich die italienische Art, wie Aperitivo an sich serviert wird. Man bekommt nämlich einiges an Snacks und Knabbereien dazu, wenn man ein Getränk bestellt.
Wir haben uns mit Ariane an der sehenswerten Piazza Farnese getroffen und sind dann etwas um die Häuser gezogen. Und wir haben uns so gut verstanden, dass wir uns am nächsten Tag wieder getroffen haben! An dieser Stelle nochmal ein Dank an
Ariane für die vielen Tipps und die schöne Zeit!
Abends führten Ariane und ihr Mann uns u.a. noch in eine super Eisdiele. Die verschiedenen Eissorten werden bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert. Frische Früchte der Saison oder auch eine Menge Besonderheiten wie Eis aus Aceto Balsamico. Durch die Deckel sieht man nicht, was einen erwartet: So ist das Pistazieneis z.B. nicht grün gefärbt, sondern hat seine natürliche Farbe.
Das Eis schmeckte hervorragend!
Gut gefallen hat mir auch die
Basilika Santa Sabina, die auf dem Aventin-Hügel liegt, auch ein Tipp von Ariane. Die Basilika stammt aus dem 5. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten und wichtigsten christlichen Gotteshäusern in Rom.
Das hölzerne Eingangsportal, entstanden um 432, zeigt biblische Motive und ist die älteste holzgeschnitzte Tür der christlichen Kunst.
Die Reliefs aus afrikanischem Zedernholz sind ausdrucksvoll gearbeitet und wirklich auch sehenswert.
Von daneben liegenden kleinen Park hat man einen schönen Ausblick auf Rom.
Nach so viel Geschichte und alten Steinen wollten wir mal etwas modernes. Das Museo nazionale delle arti del XXI secolo, kurz
MAXXI genannt, von Architektin Zaha Hadid erbaut, 2009 eröffnet, beherbergt zeitgenössische Kunst und verschiedene Ausstellungen.
Kulinarisch: Frisch zu kaufen gab's gerade Zucchiniblüten und Artischocken, damit lockten die diversen Restaurants.
Hier eine frittierte Version, die ich in Ostia als Vorspeise bestellt hatte. Auch beim Abendessen mit Ariane hatte ich etwas mit Zucchiniblüten, da habe ich aber nicht fotografiert.
Kolosseum und Vatikan haben wir diesmal nur gestreift, es gibt in Rom ja noch so viel anderes zu sehen. Ich laufe immer mit staunenden Augen durch die Gegend.
Wir waren schon öfter in Rom, allerdings habe ich bisher wenig davon verbloggt. Schaut mal
hier,
hier und
hier.