Mich wundert, wie wenig selbstgemachte
Liköre hier auf dem Blog sind. Dabei setze ich gerne mit frischen Früchten oder Kräutern und Gewürzen welche an. Aber dadurch, dass die Liköre dann einige Monate ziehen müssen und die Saison der Zutaten dann bereits vorbei ist, vergesse ich das Bloggen meistens.
Da die Jostabeeren im Garten langsam reif werden und ich noch einen Rest vom selbstgemachten Likör des Vorjahres hatte, bin ich damit gestern in den Garten und habe ihn fotografiert.
Das Foto entstand unter unserem großen Jostabeerstrauch.

Den haben wir vor vielen Jahren als Ableger geschenkt bekommen. Er ist inzwischen wirklich groß und trägt dieses Jahr wie verrückt. Ich werde also wieder Likör ansetzen, und da dieser Jostabeerenlikör so gut schmeckte, diesmal gleich eine größere Menge.
Bei Obstlikören arbeite ich nach dem Prinzip des Kaltmazerierens. Dabei setzt man die zerkleinerten Zutaten einfach mit Alkohol in einem größeren Gefäß an und lässt das Ganze eine Zeitlang ziehen. Normalerweise wählt man einen schattigen, aber warmen Platz. Es gibt auch Liköre, die Sonne mögen. Je nachdem kann man den Ansatz einmal täglich oder ab und zu durchschütteln. Es gibt auch Mischungen, die lieber ruhen wollen. Danach seiht man grob ab und presst Obstreste aus. Am Schluss filtert man die Flüssigkeit noch durch ein feinmaschiges Sieb, einen Kaffeefilter, ein Geschirrtuch oder ähnliches.

Die abgefilterte Flüssigkeit kann man noch eine Zeit lang lagern, normalerweise verbessert sich dadurch der Geschmack.
Obstliköre sind auch eine gute Geschenkidee, in einer netten Flasche mit einem selbstgemachten Etikett.
Hier ist mein Rezept:
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Jostabeeren-Likör |
| Kategorien: | Getränke, Likör |
| Menge: | 1 Kleine Flasche mit ca. 250 ml Inhalt |
Zutaten
| 100 | Gramm |
| Jostabeeren |
| 4 |
|
| Frische Jostabeerstrauch-Blätter |
| 20 | Gramm |
| Brauner Kandiszucker |
| 100 | ml |
| Wodka |
| H | NACH DEM ABGIESSEN |
|
|
| Zucker nach Geschmack |
| Etwas |
| Wodka; evtl. |
Quelle
| Erfasst *RK* 30.09.2012 von |
| Barbara Furthmüller |
Zubereitung
Alle Zutaten zusammen in ein Glas geben, die Jostabeeren und Blätter mit Hilfe einer Gabel etwas zerquetschen. Mit einem Deckel verschließen und einige Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Wer mag, kann das Gefäß ab und zu durchschütteln.
Das Ganze durch ein Sieb seihen, dabei die Früchte etwas ausquetschen, so dass der Saft mit durchflutscht. Die Früchte und Blätter werden dadurch entfernt.
Je nach Geschmack etwas Zucker in der Flüssigkeit auflösen oder Zucker mit Wodka erwärmen, so dass er sich löst (nicht zum Kochen bringen) und unter die Flüssigkeit ziehen.
Nochmal durch ein feinmaschiges Sieb geben. Den Likör in eine Flasche umfüllen.
Er schmeckt gut pur, über Vanilleeis oder mit Sekt, Prosecco o.ä. aufgegossen.
Tipp: Der Likör schmeckt sehr lecker, man kann ihn also auch in größeren Mengen zubereiten, dazu einfach die Zutatenmenge erhöhen.
Varianten: Lecker schmeckt der Likör bestimmt auch, wenn man in den Ansatz Gewürze zugibt. Gut eignen sich Vanille, Zitronenschale, Ingwer, Zimt und/oder Nelken.
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Eine Bekannte, die ich davon kosten ließ, meinte "Das schmeckt ja wie Ficken!". Erst war ich etwas, hmm, perplex, bis mir (nach ein paar anderen Gedanken) einfiel, dass es ja einen Partydrink mit diesem Namen gibt. Wir haben dann kurz recherchiert und festgestellt, dass dieser Likör ebenfalls aus Jostabeeren, Zucker und Alkohol besteht.
Mein Josta-Likör ist quasi, wie meine Bekannte meinte, "Ficken, selbstgemacht". Onkel Wiki meint, es gäbe eine fortschreitenden Liberalisierung von Sitte und Moral, daher sei der Name okay. Und ich bin mal gespannt, wie viele Surfer durch Suchmaschinen die nächsten Tage bei diesem Eintrag landen, wie die Suchworte waren und wie kurz die Verweildauer ist, weil es hier fast nur Kochrezepte gibt. ;-)
Weitere erprobte Rezepte mit Jostabeeren:
Da ich inden letzten Jahren weitere
Rezepte mit Jostabeeren gesammelt habe, gibt's jetzt einen Index damit.